Finanz-Update im September 2026: Was junge Menschen über Geld denken, wie Greenwashing eingeschränkt wird und was die EZB plant

Junge Menschen wünschen sich mehr Finanzwissen, Umweltversprechen müssen bald strengere Vorgaben erfüllen und die Europäische Zentralbank entscheidet erneut über die Leitzinsen. Drei Entwicklungen im September zeigen, wie wichtig verständliche und verlässliche Informationen für gute finanzielle Entscheidungen sind.

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Finanznews - neues im September 2026

Finanzwissen, Konsumentscheidungen und Zinsen wirken auf den ersten Blick wie getrennte Themen. Im Alltag hängen sie eng zusammen. Wer Verträge, Werbeaussagen und Finanzierungskosten einschätzen kann, trifft eher Entscheidungen, die auch langfristig zum eigenen Budget passen. Genau darauf richtet sich der Blick in diesem September.

 Jugend-Finanzmonitor 2026: Finanzielle Gegenwart solide, Blick in die Zukunft skeptisch

Viele junge Menschen in Deutschland kommen nach eigener Einschätzung derzeit gut mit ihrem Geld zurecht. Gleichzeitig zweifeln sie zunehmend daran, später den Lebensstandard früherer Generationen erreichen zu können. Das ist ein zentrales Ergebnis des SCHUFA Jugend-Finanzmonitors 2026.

Der Jugend-Finanzmonitor erscheint 2026 zum neunten Mal. Für die repräsentative Studie wurden über das Online-Panel forsa.omninet zwischen dem 24. Juni und dem 17. Juli 2026 insgesamt 1.010 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren befragt. Zusätzlich nahmen 502 Personen der Elterngeneration zwischen 40 und 55 Jahren teil. Im Mittelpunkt stehen die finanzielle Situation, das Finanz- und Konsumverhalten sowie die Finanzkompetenz junger Menschen.

Die eigene Lage bewerten viele Befragte positiv. 68 Prozent sind mit ihrer finanziellen Situation zufrieden oder sehr zufrieden. 82 Prozent sagen, dass sie gut oder sehr gut mit ihrem Geld auskommen. Die verfügbaren Beträge unterscheiden sich jedoch deutlich nach Alter und Lebenssituation: 39 Prozent der 16- bis 17-Jährigen haben weniger als 100 Euro im Monat zur Verfügung. Erwerbstätige junge Menschen verfügen im Durchschnitt über 1.332 Euro.

Der Zukunftsblick fällt deutlich zurückhaltender aus. Nur 40 Prozent erwarten, im Vergleich zur Generation vor ihnen einen gleich hohen oder höheren Lebensstandard zu erreichen. Im Jahr 2018 waren es noch 72 Prozent. Auch bei der beruflichen Perspektive ist das Vertrauen gesunken: 52 Prozent rechnen mit vergleichbaren Chancen auf eine gute und sichere Beschäftigung. 2018 lag der Anteil bei 71 Prozent.

Die Studie beschreibt damit keinen einfachen Widerspruch, sondern zwei verschiedene Zeithorizonte. Die aktuelle finanzielle Lage kann stabil sein, während steigende Lebenshaltungskosten, hohe Mieten oder unsichere Erwerbsaussichten die langfristige Planung erschweren. Welche Ursachen den Stimmungswechsel genau erklären, untersucht der Monitor nicht. Eine direkte Kausalität lässt sich aus den Befragungsdaten daher nicht ableiten.

 Der Wunsch nach Finanzbildung ist eindeutig

92 Prozent der 16- bis 25-Jährigen wünschen sich, dass Themen rund um Geld und Finanzen ausführlich in der Schule vermittelt werden. Besonders bei den jüngsten Befragten zeigt sich Bewegung: 46 Prozent der 16- bis 17-Jährigen geben an, Finanzthemen bereits im Unterricht behandelt zu haben. Das sind neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, als diese Frage erstmals erhoben wurde. Bei den 18- bis 21-Jährigen liegt der Anteil bei 29 Prozent, bei den 22- bis 25-Jährigen bei 28 Prozent.

Die Studie betrachtet auch, wie sicher junge Menschen finanzielle Zusammenhänge verstehen. Im Wissenstest beantworteten 48 Prozent alle Fragen richtig. Bei grundlegenden Themen wie Inflation, einfachen Zinsen sowie dem Verhältnis von Risiko und Ertrag schnitten die Befragten gut ab. Größere Lücken zeigten sich bei komplexeren Fragen, insbesondere bei der Risikostreuung am Aktienmarkt und beim Zinseszins.

Das ist mehr als eine Wissensfrage. Wer den Zinseszinseffekt unterschätzt, kann sowohl die langfristige Entwicklung von Ersparnissen als auch die Kosten von Schulden falsch einschätzen. Fehlendes Verständnis für Risikostreuung kann dazu führen, Geld zu einseitig anzulegen. Finanzbildung sollte deshalb konkrete Entscheidungen trainieren und nicht bei der Erklärung einzelner Begriffe enden.

Finanzbildung sollte über Begriffe und Rechenformeln hinausgehen. Entscheidend ist, Kosten und Risiken im Alltag beurteilen zu können. Wie hoch ist der Gesamtpreis einer Finanzierung? Wie wirken Zinsen über eine längere Laufzeit? Was passiert bei einer verspäteten Rate? Welche laufenden Verträge belasten das Monatsbudget? Und wie lässt sich Anlagerisiko verteilen?

 Was du daraus mitnehmen kannst

Ein einfacher Einstieg ist ein Überblick über Einnahmen, feste Ausgaben, offene Raten und Rücklagen. Wer erstmals einen Kredit oder eine Ratenzahlung nutzt, sollte nicht nur auf die Monatsrate schauen. Effektiver Jahreszins, Gesamtkosten, Laufzeit und Folgen bei Zahlungsverzug sind mindestens genauso wichtig. Beim Sparen und Anlegen lohnt sich der Blick darauf, wie Rendite, Risiko, Laufzeit und Risikostreuung zusammenspielen. Auch die eigene Bonität gehört zur finanziellen Standortbestimmung. Sie entscheidet nicht allein über einen Vertrag, kann bei der Prüfung durch Unternehmen aber eine Rolle spielen.

Greenwashing: Ab 27. September gelten strengere Regeln für Umweltwerbung

Bezeichnungen wie „umweltfreundlich“, „klimaneutral“ oder „grün“ können Kaufentscheidungen beeinflussen. Für Verbraucher war bislang oft schwer erkennbar, wie belastbar solche Aussagen sind. Ab dem 27. September 2026 verschärft Deutschland die Regeln gegen irreführende Umweltwerbung.

Grundlage ist das Dritte Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Es wurde am 12. Februar 2026 ausgefertigt und im Bundesgesetzblatt verkündet. Damit ist der Stand weiter als in dem Bundestagsbeitrag aus dem Oktober 2025, der noch über die erste Beratung des damaligen Gesetzentwurfs berichtete.

 Was künftig unzulässig ist

Allgemeine Umweltaussagen dürfen künftig nicht mehr ohne einen belastbaren Nachweis verwendet werden. Wer ein Produkt pauschal als „umweltfreundlich“ bewirbt, muss eine anerkannte hervorragende Umweltleistung belegen können. Eine konkrete Erläuterung muss klar und hervorgehoben auf demselben Medium stehen, wenn sie die allgemeine Aussage näher bestimmt. Ein kaum auffindbarer Hinweis an anderer Stelle reicht für die Einordnung einer pauschalen Aussage nicht automatisch aus.

Auch Nachhaltigkeitssiegel werden strenger geregelt. Sie müssen künftig auf einem Zertifizierungssystem beruhen oder von staatlichen Stellen festgesetzt worden sein. Selbst erfundene grüne Siegel ohne unabhängige Kontrolle sollen damit aus der Werbung verschwinden.

Hinzu kommen weitere Verbote. Eine Umweltaussage darf nicht den Eindruck erwecken, sie gelte für ein ganzes Produkt oder das gesamte Unternehmen, wenn sie tatsächlich nur einen einzelnen Bestandteil oder einen begrenzten Geschäftsbereich betrifft. Ebenso wird Werbung untersagt, die allein auf der Kompensation von Treibhausgasemissionen beruht und ein Produkt deshalb als „klimaneutral“, emissionsreduziert oder positiv für das Klima darstellt.

Versprechen über künftige Umweltleistungen brauchen künftig klare, öffentlich einsehbare und überprüfbare Verpflichtungen. Dazu gehören messbare Ziele, feste Zeitangaben, ein realistischer Umsetzungsplan und eine regelmäßige Kontrolle durch unabhängige externe Sachverständige.

 Was sich für Verbraucher ändert

Die neuen Regeln machen nicht jedes nachhaltige Werbeversprechen automatisch wahr. Sie erhöhen aber die Anforderungen an pauschale Behauptungen und Siegel. Beim Einkauf lohnt sich weiterhin ein genauer Blick.

Prüfe, worauf sich eine Aussage bezieht. Gilt sie für das gesamte Produkt, nur für die Verpackung oder lediglich für einen Teil der Herstellung? Suche nach konkreten Daten statt nach allgemeinen Begriffen. Bei einem Siegel sollte nachvollziehbar sein, wer es vergibt, welche Kriterien gelten und ob eine unabhängige Kontrolle stattfindet. Klimaversprechen, die hauptsächlich auf Kompensation beruhen, sagen zudem wenig darüber aus, ob Emissionen bei Produktion, Transport oder Nutzung tatsächlich gesunken sind.

Die Änderung betrifft mehr als ökologische Werbung. Das Gesetz enthält außerdem neue Vorgaben zu Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Softwareaktualisierungen. Irreführende Angaben dazu werden ebenfalls ausdrücklich erfasst. Für Verbraucher kann das bei langlebigen und teuren Produkten wie Smartphones oder Haushaltsgeräten finanziell relevant sein.

EZB-Leitzins: Entscheidung am 10. September unter höherem Inflationsdruck

Der Rat der Europäischen Zentralbank berät am 9. und 10. September 2026 über die Geldpolitik im Euroraum. Die Sitzung findet bei der Deutschen Bundesbank in Berlin statt. Die Entscheidung und die anschließende Pressekonferenz sind für den 10. September vorgesehen.

Seit dem Beschluss vom 23. Juli 2026 liegt der Zinssatz für die Einlagefazilität bei 2,25 Prozent. Der Hauptrefinanzierungssatz beträgt 2,40 Prozent, der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität 2,65 Prozent. Die EZB hatte alle drei Sätze im Juli unverändert gelassen. Sie betonte zugleich, jede Entscheidung von Sitzung zu Sitzung anhand der neuen Daten zu treffen und sich nicht vorab auf einen Zinspfad festzulegen.

Kurz vor der September-Sitzung ist der Inflationsdruck gestiegen. Nach der Eurostat-Schnellschätzung lag die jährliche Teuerungsrate im Euroraum im August bei 3,3 Prozent, nach 2,9 Prozent im Juli. Der stärkste Preistreiber war Energie mit einer jährlichen Rate von 14,3 Prozent. Die Rate ohne Energie und unverarbeitete Lebensmittel lag dagegen bei 2,1 Prozent. Für Deutschland weist die Schätzung eine harmonisierte Inflationsrate von 2,9 Prozent aus.

Diese Zahlen sprechen für eine schwierige Abwägung. Eine hohe Gesamtinflation kann gegen schnelle Zinssenkungen sprechen. Zugleich betrachtet die EZB nicht nur einen einzelnen Monatswert. Sie bewertet den mittelfristigen Inflationsausblick, die zugrunde liegende Preisentwicklung, die Konjunktur und die Wirkung ihrer Geldpolitik. Ob der Rat die Zinsen erhöht, senkt oder unverändert lässt, steht vor der Sitzung nicht fest.

 Was die Entscheidung für dein Geld bedeuten kann

Leitzinsen wirken nicht eins zu eins und nicht sofort auf jedes Bankprodukt. Sie beeinflussen aber die Refinanzierungsbedingungen der Banken und damit häufig auch die Konditionen für Tagesgeld, Festgeld und Kredite.

Bleiben die Zinsen länger hoch oder steigen sie, können Sparzinsen gestützt werden. Gleichzeitig können neue Raten-, Auto- oder Immobilienkredite teuer bleiben oder teurer werden. Bei variabel verzinsten Darlehen kann sich eine Änderung schneller bemerkbar machen als bei einem Kredit mit festem Zinssatz.

Sinkende Leitzinsen führen umgekehrt nicht automatisch sofort zu günstigeren Krediten. Banken berücksichtigen zusätzlich Laufzeit, Sicherheiten, Marktzinsen, Kosten und das individuelle Ausfallrisiko. Auch Tagesgeldzinsen können nach einem Zinsschritt unterschiedlich schnell angepasst werden.

Wer sparen möchte, sollte daher nicht allein auf den EZB-Termin warten. Vergleiche den tatsächlichen Guthabenzins, die Dauer einer Zinsgarantie und mögliche Bedingungen für Neukunden. Bei einer Finanzierung zählen der effektive Jahreszins, die Gesamtkosten und eine Rate, die auch bei ungeplanten Ausgaben tragbar bleibt. Mehrere Konditionsanfragen können helfen, Angebote zu vergleichen, ohne vorschnell einen Vertrag abzuschließen.

Finanzielle Gesundheit beginnt mit verständlichen Informationen

Die drei September-Themen haben einen gemeinsamen Kern. Junge Menschen wollen Finanzwissen, Umweltwerbung muss nachvollziehbarer werden und die EZB muss ihre Zinsentscheidung anhand einer unsicheren Datenlage treffen. Verbraucher können diese Rahmenbedingungen nicht kontrollieren. Sie können aber genauer prüfen, welche Informationen belastbar sind, welche Kosten langfristig entstehen und welche Entscheidung zum eigenen Budget passt.

Quellen und Recherchestand

SCHUFA Holding AG: Pressemitteilung „Finanzbildung kommt in den Schulen an – und junge Menschen wollen noch mehr wissen“, veröffentlicht am 25. August 2026. Bereitgestellte Original-Pressemitteilung mit Studiendaten und Methodik. https://www.schufa.de/newsroom/pressemitteilungen/jugendfinanzmonitor-2026/index.jsp

Deutscher Bundestag: „Umsetzung von EU-Vorgaben im Wettbewerbsrecht“, erste Beratung am 17. Oktober 2025, Seite zuletzt mit dem weiteren parlamentarischen Verfahren ergänzt. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw42-de-unlauterer-wettbewerb-1114744

Bundesgesetzblatt: „Drittes Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb“, BGBl. 2026 I Nr. 43, ausgefertigt am 12. Februar 2026. https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/43/VO.html

Europäische Zentralbank: „Schedules for the meetings of the Governing Council and General Council“, Sitzungskalender für 2026. https://www.ecb.europa.eu/press/calendars/mgcgc/html/index.de.html

Europäische Zentralbank: „Monetary policy decisions“, 23. Juli 2026. https://www.ecb.europa.eu/press/pr/date/2026/html/ecb.mp260723~29f24d99bc.en.html

Eurostat: „Euro area annual inflation up to 3.3%“, Schnellschätzung für August 2026, veröffentlicht am 1. September 2026. https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-euro-indicators/w/2-01092026-ap

Recherchestand: 1. September 2026. Die EZB-Entscheidung vom 10. September 2026 war zu diesem Zeitpunkt noch offen.

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