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Wann bekommt man einen Schufa-Eintrag?

Schufa-Einträge müssen nichts Schlimmes sein. In diesem Artikel erfährst Du, wie es überhaupt zu einem Eintrag kommt, wie lang diese gespeichert werden und warum der Begriff Schufa-Eintrag Dich nicht in die Irre führen sollte.
Julia Ptock

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Julia Ptock

26. November 2018
SCHUFA-Eintrag Akten

Wie wichtig die eigene Bonität ist, merkt man erst, wenn es beispielsweise zur Ablehnung einer Kreditanfrage gekommen ist. Fälschlicherweise glauben viele, dass der Ablehnungsgrund ein zu geringes oder fehlendes Einkommen ist. Tatsächlich ist aber eine schlechte Bonität, im Volksmund auch Schufa genannt, einer der häufigsten Gründe für die Ablehnung.

Übrigens wird die in Wiesbaden sitzende SCHUFA (kurz für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) gern synonym mit dem Begriff Bonität und als Stellvertreter für die gesamte Branche der sogenannten Auskunfteien in deutschsprachigen Raum verwendet. Es gibt in Deutschland jedoch noch weitere Anbieter, die Banken und anderen Unternehmen mit ihren Datenbankinhalten Aufschluss über Finanzierungsrisiken bei Verbrauchern und Unternehmen geben. Die wichtigsten Auskunfteien in Deutschland sind neben der SCHUFA die Creditreform Boniversum (Partner von bonify), Crif Bürgel und Arvato Infoscore. 

 Ab wann steht man in der Schufa?

Die Kernaufgabe von Auskunfteien – und damit auch von der SCHUFA – ist es, Daten von Verbrauchern zu sammeln und zu analysieren. Dafür arbeiten die Auskunfteien mit Banken, Sparkassen, Telekommunikationsgesellschaften, Energieversorgern, Versicherungsunternehmen oder Handelsgesellschaften zusammen. Die Unternehmen melden den Auskunfteien Angaben zu ihren Kunden, wenn diese der sogenannten Schufa-Klausel zustimmen. In dem Moment, in dem die Klausel unterschrieben wird, dürfen die Unternehmen sowohl eine Bonitätsabfrage bei der Schufa stellen als auch die Daten des Neuvertrags dorthin übermitteln. Es ist übrigens nicht gesetzlich verpflichtend, die Klausel zu unterschreiben. Jedoch kommt ohne Unterschrift bzw. Einverständniserklärung häufig kein Vertrag zustande. 

Dabei ist wichtig zu wissen, dass die Unternehmen die Informationen nicht an alle Auskunfteien melden, sondern nur an ihre jeweiligen Partner. Das ist auch der Grund, warum die Daten bei der SCHUFA von denen der anderen Auskunfteien abweichen können. 

Die Auskunfteien sammeln, speichern und verarbeiten zum Beispiel 

Informationen über Girokonten, Ratenkredite, Kreditkarten, Pfändungsschutzkonten, Basiskonten, 

Informationen über unbestrittene, fällige und mehrfach angemahnte oder titulierte Forderungen sowie deren Erledigung,

Informationen aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen und amtlichen Bekanntmachungen,

Scorewerte und

Personendaten. 

Die Annahme vieler Menschen, dass man nur in der “Schufa steht“, wenn man Schulden hat, ist demnach nicht richtig. Wer in Deutschland beispielsweise ein Girokonto eröffnet und über 18 Jahre alt ist, finde über sich gespeicherte Daten bei den Auskunfteien und “steht in der Schufa“. 

 Was ist ein Schufa-Eintrag? 

Mit einem SCHUFA-Eintrag ist lediglich jede Eintragung in die Bonitätsauskunft beziehungsweise die Bonitätsdaten gemeint. Dabei kann es sich um positive und negative Einträge handeln. 

Die Einträge wirken sich positiv oder negativ auf den Bonitätsscore, auch Schufa-Score genannt, aus. Wie genau der Scorewert berechnet wird, ist nicht bekannt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat bereits 2014 festgestellt, dass es sich bei dem Scoreverfahren um ein schützenswertes Geschäftsgeheimnis handelt. 

 Wie bekommt man einen positiven Schufa-Eintrag?

Um einen positiven Eintrag zu erhalten, muss man gar nicht viel machen. Denn positive Schufa-Einträge sind ganz allgemein Informationen über ein vertragsgemäßes Verhalten. Oder anders ausgedrückt: Wenn Du mit Unternehmen und Banken ein Geschäft geschlossen hast und Deine Rechnungen oder Kreditraten pünktlich bezahlst, wirkt sich das positiv auf Deinen Score aus. 

Du bekommst einen positiven Bonitätseintrag, wenn Du 

einen Handyvertrag abschließt und regelmäßig die Rechnungen bezahlst, 

ein Girokonto eröffnest, 

bei Online-Händlern auf Rechnung oder Raten bezahlst, 

einen Leasingvertrag abschließt, 

einen Kredit erfolgreich und pünktlich bezahlst oder

eine Kreditkarte hast. 

Wichtig: Die Annahme, dass Auskunfteien “Schulden“ sofort negativ bewerten, ist nicht richtig. Wer seine Kreditraten oder Kreditkartenschulden pünktlich abbezahlt, braucht sich keine Sorgen um einen schlechten Bonitätsscore zu machen. Es übrigens sogar so, dass rund 90 Prozent der bei der SCHUFA gespeicherten Einträge positiv sind. 

 Wie bekommt man einen negativen Schufa-Eintrag?

Die gute Nachricht ist: So schnell bekommt niemand einen negativen Schufa-Eintrag. Wer einmal eine Rechnung zu spät bezahlt oder sogar eine Mahnung erhalten hat, muss sich noch keine Sorgen machen. Kritisch wird es allerdings, wenn bereits die zweite Mahnung im Briefkasten gelandet ist und der Zahlungsaufforderung nicht nachgekommen wurde. 

Es spielt übrigens keine Rolle, ob die Rechnung eventuell zu Unrecht gestellt wurde. Hat ein Unternehmen eine falsche Rechnung geschickt oder eine nicht erbrachte Leistung abgerechnet, sollte die Rechnung auf keinen Fall einfach ignoriert werden. Wird kein Widerspruch gegen die falsche Forderung eingelegt, hat die Rechnung stellende Firma das Recht, die offene Forderung an ein Inkasso-Unternehmen zu verkaufen oder ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten. 

Bevor ein Negativeintrag erfolgen darf, müssen vier Kriterien erfüllt sein:

Es müssen mindestens zwei schriftliche Mahnungen beim Schuldner nach fälliger Forderung eingegangen sein, denen nicht widersprochen wurde.

Die Mahnungen müssen mit einem Abstand von vier Wochen erfolgen.

In einem der beiden Mahnbescheide muss ein negativer Schufa-Eintrag angekündigt werden.

Bis zuletzt wurde die Forderung nicht beglichen.

Unbezahlte Rechnungen gehören zu den häufigsten Ursachen für negative Schufa-Einträge. Aber auch folgende Gründe können zu einem Negativeintrag führen: 

Die Bank hat einen Kredit gekündigt, weil die Raten nicht bezahlt wurden.

Es wird ein Inkassoverfahren eingeleitet.

Du wirst in ein öffentliches Schuldnerregister eingetragen.

Du musst Privatinsolvenz anmelden.

Zusammengefasst bedeutet das, dass man immer dann einen negativen Schufa-Eintrag riskiert, wenn man sich nicht an Verträge hält und gegen getroffene Vereinbarungen verstößt. 

 Welche Folgen hat ein Schufa-Eintrag?

Ein positiver Eintrag wirkt sich positiv auf den Scorewert aus und verbessert die Kreditwürdigkeit. Ein Negativeintrag in der Bonitätsauskunft, egal ob bei der SCHUFA oder einer anderen Auskunftei, hat große Auswirkungen auf das finanzielle Leben und senkt den Bonitätsscore.

Ein schlechter Bonitätsscore wirkt sich auf sehr viele Lebensbereiche aus, wie beispielsweise: 

Kreditaufnahme und Kreditkonditionen

Anmietung einer neuen Wohnung

Leasen eines Autos 

Abschluss eines Handyvertrags

Höhe der Beiträge bei einer KFZ-Versicherung

Nutzung des Raten- und Rechnungskaufes bei Online-Händlern

Abschluss günstigerer Strom- und Gastarife

 Wann werden Schufa-Einträge wieder gelöscht?

Je nach Art des Eintrages speichert die Schufa die Daten unterschiedlich lang. Solltest Du fehlerhafte Einträge oder Bonitätsmerkmale in Deiner Auskunft entdecken, hast Du das Recht auf eine sofortige Löschung. Solche Falscheinträge können zum Beispiel veraltete Adressdaten, falsche oder bereits beglichene Forderungen, gelöschte Konten oder Ähnliches sein.

Willst Du einen falschen Schufa-Eintrag löschen lassen, kannst Du Dich direkt an die Auskunfteien wenden. Der Meldung wird am besten ein entsprechender Nachweis beigelegt, wodurch der Löschprozess beschleunigt werden kann. Im Falle einer falschen Adresse hilft beispielsweise eine Kopie der Meldebescheinigung oder des Personalausweises mit der aktuellen Adresse. 

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Löschfristen für Bonitätseinträge tabellarisch für Dich zusammengefasst: 

Art des Eintrages

Löschfrist

Besonderheit

veraltete, unvollständige und falsche Einträge

sofort

personenbezogene Voranschriften

taggenau drei Jahre nach Ausgleich der Forderung

Aber: Danach erfolgt eine Prüfung der Erforderlichkeit der fortwährenden Speicherung für weitere drei Jahre. Danach werden sie taggenau gelöscht, sofern nicht zum Zwecke der Identifizierung eine länger währende Speicherung erforderlich ist.

laufende Vertragskonten wie Handyverträge, Girokonten und Kreditkarten

bei Bekanntgabe des Vertragsendes

personenbezogene Daten über fällige, offene und unbestrittene Forderungen 

taggenau drei Jahre nach Ausgleich der Forderung

Daten aus Schuldnerverzeichnissen der zentralen Vollstreckungsgerichte

taggenau drei Jahre nach Eintragung in das Schuldnerverzeichnis

Aber: Vorzeitige Löschung möglich, wenn der Auskunftei die Löschung durch das zentrale Vollstreckungsgericht nachgewiesen wurde.

Informationen über (Verbraucher- bzw. Regel-)Insolvenzverfahren oder Restschuldbefreiungsverfahren

taggenau drei Jahre nach Beendigung des Insolvenzverfahrens oder Erteilung der Restschuldbefreiung

Angaben über Anfragen Dritter

mindesten ein Jahr bei Kreditanfragen und maximal taggenau 3 Jahre

abbezahlte Kredite

taggenau 3 Jahre nach Rückzahlung

SCHUFA-Eintrag: Dauer

Sonderregel bei der Auskunftei SCHUFA auf Kulanzbasis

Bei offenen Forderungen, die unter 2.000 Euro liegen, können Verbraucher diese früher aus dem Register der SCHUFA löschen lassen. Voraussetzung ist, dass die Forderung erstmals gemeldet, offen, ausreichend gemahnt, unbestritten und nicht tituliert sein. Verbraucher sollten darauf achten, dass der Gläubiger die Information über die bezahlte Rechnung auch an die SCHUFA weiterleitet.

 So erfährst Du, welche Daten über Dich gespeichert sind

Wenn Du wissen willst, welche Daten über Dich bei den Auskunfteien gespeichert sind, kannst Du Dir gemäß Art. 15 der DSGVO eine kostenlose Selbstauskunft ausstellen lassen. Die kostenlose Schufa-Auskunft beinhaltet Informationen zu Deiner Person, über Dich gespeicherte Bonitätsdaten sowie Angaben zum Bonitätsscore. 

Mit bonify sparst Du Dir den Aufwand und die Wartezeit. Jeder registrierte bonify Nutzer hat zu jederzeit und völlig kostenfrei Zugriff auf seine Bonitätsdaten und seinem Bonitätsscore. Nach einer kurzen Anmeldung kannst auch Du sofort Deine Bonität prüfen, einsehen, ob Deine Bonitätsauskunft Negativeinträge enthält und sofort auf falsch gespeicherte Angaben reagieren.

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Julia Ptock

Julia Ptock

hat ihren Master of Arts in Germanistik & Kommunikation- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig gemacht. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Managerin bei bonify aus.