Schufa-Selbstauskunft kostenlos beantragen

Jeder Bürger kann die Schufa-Selbstauskunft kostenlos wenigstens einmal im Jahr (oder in "angemessenen Abständen") anfordern. Dies legt die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) fest. Wir erklären dir, wie du die kostenlose Schufa-Auskunft bekommst, worauf du achten musst und sie so wichtig für dich ist.

Julia Ptock
So bekommst du die Schufa-Auskunft kostenlos

 Die kostenlose Schufa-Auskunft

Die kostenlose Schufa-Auskunft ist eine sogenannte Selbstauskunft, in der du einsehen kannst, welche Daten über dich gespeichert wurden, wer Informationen über dich eingefordert hat und wie dein Schufa-Score momentan gewichtet ist.

Bei der Schufa heißt diese Selbstauskunft offiziell "Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)". Du kannst sie online beantragen und bekommst sie in Papierform zugesandt. 

Die Schufa-Selbstauskunft zeigt dir, wie die Schufa deine Zahlungsmoral und Kreditwürdigkeit (Bonität) einschätzt. Mit bonify kannst du übrigens deine Bonität jederzeit kostenlos und online einsehen. Wir bekommen die Daten von unserer Partnerauskunftei, der Creditreform Boniversum übermittelt.

 Was genau ist eine SCHUFA-Auskunft

Die Schufa-Auskunft ist eine Übersicht über die von der Schufa gespeicherten Daten (Schufa-Einträge) über dich. Sie ist eine Bonitätsauskunft, die Unternehmen zum Beispiel dann anfordern, wenn sie mit dir einen Vertrag abschließen, du etwas auf Raten zahlst oder wenn du einen Kredit aufnehmen willst.

Die Auskunft sagt demjenigen, der sie anfordert, ob deine Bonität gut genug ist, um ein solches Risiko mit dir einzugehen. Sie sagt also aus, ob du kreditwürdig bist oder nicht und entscheidet so über das Zustandekommen des Vertrags. Maßgeblich dafür sind der Schufa-Score und die Schufa-Einträge in der Auskunft.

Hier kannst du mehr über die verschiedenen Schufa-Auskünfte und deren Inhalt erfahren.

 Wofür brauche ich eine SCHUFA-Auskunft

Während Firmen bei Vertragsabwicklungen selbstständig eine Auskunft über dich einholen, solltest du selbst auch regelmäßig deine SCHUFA-Auskunft anfordern.

Das Einholen der Selbstauskunft ist der erste Schritt, um die Kontrolle über die eigene Bonität zu gewinnen. Denn nur so erfährst du, welche Daten die SCHUFA oder andere Auskunfteien über dich gespeichert haben. In einigen Fällen kannst du die Schufa Daten auch korrigieren oder sogar löschen lassen.

Da Schufa-Einträge negative Auswirkungen auf deine Bonität haben können, solltest du von diesem Recht auch unbedingt Gebrauch machen. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe: 

1. Kontrolle: Ein Drittel der Bonitätsinformationen sind falsch, unvollständig und/oder veraltet. Fehlerhafte Einträge können deine Bonität negativ beeinflussen. Das kann zur Folge haben, dass dein Kredit abgelehnt wird oder Verträge mit Internet- und Handy-Anbietern nicht zustande kommen. 

2. Korrektur: Durch das regelmäßige Einholen einer Selbstauskunft hast du die Möglichkeit, die über dich gespeicherten Daten zu kontrollieren. Wenn du Falscheinträge in deiner Selbstauskunft entdecken, kannst du diese korrigieren lassen. Hierfür musst du dich schriftlich mit deinem Anliegen an die Auskunftei wenden und bestenfalls Beweismaterial hinzufügen. So kann die der Falscheintrag schnell entfernen.

Generell gilt: Wenn du einen Fehler entdeckst, solltest du ihn der Auskunftei melden. Du hast in einem solchen Fall einen Anspruch auf eine sofortige Korrektur. Wir haben für dich eine Übersicht erstellt, welche Löschfristen ansonsten beachtet werden müssen.

 Wo bekomme ich die SCHUFA-Auskunft kostenlos

Die kostenlose SCHUFA-Auskunft kannst du online bei der Schufa (meineSCHUFA.de) beantragen. Achte darauf, dass du nicht die kostenpflichtigen Schufa-Pakete oder Versionen (meineSCHUFA kompakt/ plus/ premium oder Schufa-BonitätsAuskunft) beantragst, sondern die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO.

 So einfach beantragst du die kostenfreie Schufa-Selbstauskunft (Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO)

Die kostenlose Schufa-Auskunft musst du über die Website meineSchufa.de beantragen. Um das Antragsformular zu finden, klickst du am Ende der Website (im Footer) auf den Link „zum Formular” unter der Überschrift „Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)”.

Der Link führt dich auf eine Übersichtsseite, auf der die Schufa auch ihre kostenpflichtigen Angebote darstellt. Wenn du zum Ende der Seite scrollst, findest du aber auch einen Abschnitt zur Datenkopie - also zur kostenlosen Auskunft.

Mit dem Klick auf den Button „Mehr Infos & Bestellung” kommst du auf eine Seite, die noch mal das Schufa-Abo „meineSCHUFA kompakt” mit der kostenlosen Datenkopie vergleicht. Am Ende des Vergleichs findest du den Button „Jetzt bestellen”. Dieser führt dich jetzt zum tatsächlichen Antragsformular für die Datenkopie. Es gibt keinen wirklich direkten Link zum Antragsformular, es geht immer über einen ähnlichen Umweg. 

Alternativ kannst du übrigens auch das Musterschreiben der Verbraucherzentrale verwenden und die Selbstauskunft auf dem Postweg beantragen. Mit diesem Musterschreiben kannst du deine Datenübersicht nach Art. 15 DS-GVO nicht nur bei der Schufa, sondern auch bei anderen Auskunfteien beantragen. Die Postanschriften der Auskunfteien befinden sich ebenfalls im Musterbrief.

 Das Antragsformular

Das Antragsformular setzt sich aus mehreren Abschnitten zusammen. 

schufa-antrag datenkopie nach dsgvo (screenshot)

Als Erstes musst du deine persönlichen Daten angeben. Dabei gibt es Pflichtfelder (Anrede, Vornamen, Nachname und Geburtsdatum). Die weiteren Angaben (E-Mail-Adresse, Geburtsname, Geburtsort und frühere Namen) sind freiwillig.

Nach der Eingabe der persönlichen Daten musst du deine Adresse angeben (Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort und Land). Dabei handelt es sich auch um Pflichtfelder. Die Angaben zu früheren Adressen oder zu einem Zweitwohnsitz sind freiwillig.

Die Schufa weist darauf hin, dass die Angaben in den Pflichtfeldern zur Identitätsfeststellung benötigt werden. Des Weiteren heißt es: „Wir weisen darauf hin, dass wir ggf. Angaben zu Ihren Personalien als zusätzliche Identifikationskriterien zum Zwecke der Erteilung von Auskünften in den SCHUFA-Datenbestand übernehmen.”

Im dritten Bereich des Antragsformulars wirst du dazu aufgefordert, ein Dokument zur Identifizierung (Kopie des Personalausweises oder des Reisepasses inkl. Meldebestätigung) hochzuladen. Der Dokumentenupload ist optional

Am Ende des Formulars musst du noch einen Sicherheitscode eingeben.

Nachdem du den Antrag abgeschickt hast, heißt es warten. Die Schufa - und übrigens auch die anderen Auskunfteien - versenden die Selbstauskunft postalisch.

Theoretisch sieht die DSGVO vor, dass bei elektronischer Antragstellung die Auskunft auch elektronisch beantwortet werden muss. In der Praxis weichen die Auskunfteien von dieser Vorgabe ab. Sie argumentieren damit, dass bei der elektronischen Datenübermittlung der Datenschutz nicht sichergestellt werden könne.

 Welche Informationen beinhaltet die kostenlose Schufa-Selbstauskunft

Wenn du die Unterlagen erhältst, wirst du beim Einsehen feststellen, dass sie sehr viele unterschiedliche Informationen enthält. Der Inhalt wird durch Artikel 15 DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) geregelt. 

Die Datenkopie beinhaltet alle zu deiner Person gespeicherten Daten inklusive Schufa-Basisscore. Des Weiteren beinhaltet sie Informationen zur Herkunft der Daten, Angaben zum Zweck der Speicherung und trifft Aussagen darüber, wer deine Daten angefordert hat.  

Die kostenlose Auskunft beinhaltet:

Personendaten

Hier werden Informationen zu Privatpersonen gespeichert. Das sind Name, Geburtsdatum und Geburtsort sowie die aktuelle Adresse und frühere Anschriften.

Kredithistorie mit Schufa-Basisscore

In Textform findest du hier sämtliche Schufa-Einträge. Also wer bei der SCHUFA eine Bonitätsauskunft über dich angefragt hat, den Grund der Abfrage und wann angefragt wurde.

Basierend auf wissenschaftlich anerkannten mathematisch-statistischen Verfahren bilden die Auskunfteien einen Bonitätsscore. Dieser Scorewert gibt Auskunft über die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles. Der Schufa-Basisscore ist der anschließend folgende Bestandteil deiner kostenlosen Schufa-Auskunft.

Scorewert-Tabellen

Im dritten Teil folgen die Scorewerte aller Banken, Versicherungen und Unternehmen, die kreditrelevante Informationen an die Schufa weitergeleitet haben.

Wenn du einen Kredit beantragst, ein Girokonto eröffnest oder einen Handyvertrag abschließt, melden das Unternehmen und Banken bei Auskunfteien. Im Abschnitt II. Aktuelle Wahrscheinlichkeitswerte findest du hier die unterschiedlichen Branchenscores.

Hier eine ausführliche Erklärung der Schufa-Score-Tabellen und Branchen-Scores.

 Rechtliche Grundlagen

Die „Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO” ist absolut kostenlos und kann wenigstens einmal im Jahr angefragt werden. Laut Erwägungsgrund 63 der neuen DSGVO darfst du sogar mehrmals pro Jahr eine Selbstauskunft beantragen, jedoch in “angemessenen Abständen”. Wie oft man sie anfordern kann, ist jedoch nicht klar geregelt. Es ist außerdem nicht möglich, diese Art der Schufa-Auskunft online einzusehen, die Selbstauskunft kommt per Post zu dir.

Rechtlich ist es so, dass der Verantwortliche (in diesem Fall die Auskunftei) laut Art. 15 Abs. 3 DSGVO eine Kopie der personenbezogenen Daten der betroffenen Person zur Verfügung stellen muss.

Mehr zu den rechtlichen Grundlagen

Weiter heißt es in dem Absatz: „Für alle weiteren Kopien, die die betroffene Person beantragt, kann der Verantwortliche ein angemessenes Entgelt auf der Grundlage der Verwaltungskosten verlangen.”

Außerdem kann der Verantwortliche im Falle unbegründeter oder exzessiver Anträge durch eine betroffene Person gemäß Art. 12 Abs. 5 DSGVO entweder ein angemessenes Entgelt verlangen oder eine Auskunftserteilung verweigern.

Allerdings verweist das Portal „Datenschutzbeauftragter-Info.de” darauf, dass der Verantwortliche den Nachweis dafür erbringen muss, dass der Antrag ausnahmsweise als unbegründet eingestuft wird. Zudem ist nach Art. 12 Abs. 4 DSGVO die betroffene Person über die Gründe der verweigerten Auskunftserteilung zu informieren.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Verantwortliche der betroffenen Person nach einmaliger Auskunftserteilung keine weiteren kostenlosen Auskünfte mehr zu erteilen braucht. In Erwägungsgrund 63 zur DSGVO heißt es, dass betroffene Personen ihr Recht auf Auskunftserteilung in angemessenen Abständen wahrnehmen können sollten.

 Eignet sich die kostenlose SCHUFA-Selbstauskunft für den Vermieter

Die Datenkopie beinhaltet sehr viele unterschiedliche und zum Teil sehr sensible Daten, die nur für deine Augen bestimmt sind. Aus diesem Grund empfehlen wir dir, die Selbstauskunft nicht an Dritte, wie etwa dem Vermieter, weiterzugeben. 

Wenn du eine Bonitätsauskunft für Dritte benötigst, weil du dich beispielsweise auf eine Wohnung bewirbst, kannst du entweder die „SCHUFA-BonitätsAuskunft” für 29,95 Euro bestellen oder du kannst dir nach Erstellung eines bonify-Accounts die kostenlose bonify Mieterauskunft erstellen und herunterladen. Auf diese Weise kannst du noch ein wenig Geld sparen.

Die bonify Mieterauskunft beinhaltet

Persönliche Daten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse)

Eine Information über deine Bonität („Es liegen ausschließlich positive Informationen vor” oder „Es liegen negative Merkmale vor”)

Optional: Angaben zu deinem Einkommen 

Optional: Angaben zu deinem bisherigen Mietverhältnis und zu deinen Mietzahlungen

Ein Validierungscode für den Vermieter

Willst du also eine Schufa-Auskunft für deinen Vermieter, dann solltest du dich eher für eine kostenpflichtige Variante entscheiden.

 Die kostenpflichtigen Alternativen der Schufa

Eine „Schufa-Auskunft” ist eine Übersicht der über dich bei der Auskunftei Schufa gespeicherten Daten (umgangssprachlich auch „Schufa-Einträge” genannt). Nach eigener Auskunft speichert und verarbeitet die Schufa neben personenbezogene Daten (Personendaten wie Name, Geburtsdatum und Anschrift) auch Informationen zu deinem Zahlungsverhalten, die die Schufa von ihren Partnern oder aus öffentlichen Verzeichnissen und amtlichen Bekanntmachungen bekommt.

Wenn du wissen möchtest, welche Daten die Schufa über dich hat, hast du zusätzlich diese kostenpflichtigen Möglichkeiten, das herauszufinden:

Kostenpflichtige meineSCHUFA Abos

Die Schufa bietet Verbrauchern unterschiedliche Bonitätsauskünfte an. Der Vorteil bei den verschiedenen Paketen: Du die Informationen sofort im Blick, die zur Bonität und Identität bei der SCHUFA vorliegen.

Mithilfe eines Online-Zugangs kannst du jederzeit einen "Schufa-Bonitätscheck" durchführen und dich bei Fragen per E-Mail oder telefonisch an die Schufa wenden. Unter der URL meineSchufa.de kannst du unter anderem zwischen drei kostenpflichtigen Abomodelle wählen: 

meineSCHUFA kompakt

meineSCHUFA plus 

meineSCHUFA premium

Preislich bewegen sich die Abos zwischen 3,95 Euro und 6,95 Euro pro Monat. Dazu kommt einmalig eine Aktivierungsgebühr in Höhe von 9,95 Euro. Die Abos werden in der Regel für 12 Monate geschlossen.

Einen umfassenden Vergleich der Abonnements haben wir in dem Artikel „meineSCHUFA: Vorstellung, Überblick und eine kostenlose Alternative” für dich zusammengestellt. 

Kostenpflichtige SCHUFA-BonitätsAuskunft für Dritte

Kostenpflichtige SCHUFA-BonitätsAuskunft für Dritte

Neben den kostenpflichtigen Abos kannst du auf der Webseite der Schufa oder bei ihren Kooperationspartnern für einmalige 29,95 Euro die SCHUFA-BonitätsAuskunft für Dritte bestellen.

Diese kostenpflichtige Auskunft gliedert sich in zwei Teile. Neben einem Zertifikat, das an Dritte weitergegeben werden kann, erhältst du auch ein mehrseitiges Dokument mit erläuternden Informationen. Das sind beispielsweise die Schufa-Branchenscores sowie der tagesaktuelle Schufa-Orientierungswert, die eine Prognose darüber abgeben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass du Zahlungsverpflichtungen in der Zukunft erfüllt wirst. Zudem enthalten die erläuternden Informationen eine Übersicht der zu deiner Person bei der Schufa gespeicherten Daten.

 Gibt es weitere kostenlose Alternativen zur Schufa-Auskunft

Ja, die gibt es. Wenn du dich bei bonify registrierst und authentifizierst, kannst du jederzeit online auf die über dich bei der Creditreform Boniversum gespeicherten Bonitätsdaten zugreifen. Außerdem kannst du dich über Änderungen bei deiner Bonität informieren lassen. 

Eine Schufa-Auskunft anzufordern, ist aber immer eine gute Idee. Schließlich handelt es sich hier um Deutschlands größte Auskunftei und du solltest die Richtigkeit deiner Daten im Blick haben. 

 Weitere häufige Fragen

Ist es möglich, eine Schufa-Auskunft telefonisch zu beantragen?

Nur die kostenpflichtigen Varianten können telefonisch beantragt werden.

Welche Schufa-Auskunft ist für den Vermieter?

Die SCHUFA-BonitätsAuskunft für 29,95 Euro ist für Dritte, also zum Beispiel für den Vermieter gedacht. Der SCHUFA-BonitätsCheck, den man direkt auf Immobilienplattformen bekommen kann, ist ebenfalls für den Vermieter gedacht. Es ist eine kürzere Online-Variante der Schufa-BonitätsAuskunft. Die Selbstauskunft solltest du nicht an Dritte weitergeben. 

Kann ich die Schufa-Selbstauskunft kostenlos online beantragen?

Du kannst die Selbstauskunft einfach online auf meineschufa.de anfordern, jedoch nicht online einsehen. Mit den Schufa-Abos bekommst du einen Online-Zugang, jedoch nicht bei der kostenlosen Variante.

Julia Ptock