Black Friday: Der Tag für Schnäppchenjäger

Es ist wieder so weit: Der Black Friday und der Cyber Monday stehen vor der Tür. Die große Schnäppchen-Jagd hat bei einigen Händlern bereits begonnen. Aber spart man wirklich Geld? Alles, was es zum Shopping-Event des Jahres zu wissen gibt, erfahrt ihr hier.

Julia Ptock
Black Friday 2019

Der Black Friday (auf Deutsch: Schwarzer Freitag) steht vor der Tür. Am 29. November, der Freitag vor Thanksgiving, ist in den USA das größte Shopping-Event des Jahres und läutet traditionell das Weihnachtsgeschäft ein. Mittlerweile ist der Schnäppchen-Tag auch in Deutschland fest etabliert und zusammen mit dem Cyber Monday erwartet der deutsche Einzelhandel erneut stark wachsende Umsätze. 

 Die Geschichte hinter dem Black Friday

Wenig überraschend stammt der Black Friday aus den USA. Dort ist der Black Friday schon seit Jahrzehnten eine feste Größe. Traditionell findet der Shopping-Feiertag immer am Freitag nach dem amerikanischen Erntedankfest, dem sogenannten Thanksgiving, statt. Dieses Jahr fällt der Black Friday auf den 29. November. 

Auch wenn es sich bei dem Black Friday um keinen offiziellen Feiertag handelt, haben in den USA viele Menschen an dem Tag frei. Diesen Umstand haben sich viele stationären Einzelhändler zu Nutzen gemacht und locken die kaufwilligen Kunden immer früher in ihre Läden, teilweise sogar schon um Mitternacht. 

 Warum heißt der Black Friday so?

Hast du dich auch schon mal gefragt, warum der Black Friday so heißt, wie er heißt? Die gute Nachricht: Der Tag hat nichts mit dem in Deutschland bekannten „Schwarzen Freitag“ – in den USA „Black Thursday“ –, der den New Yorker Börsencrash von 1929 beschreibt, zu tun.

Es gibt zwei Erklärungen für die Bezeichnung. Zum einen tauchte der Begriff Black Friday in seiner heutigen Bedeutung erstmals in den 60er Jahren in den USA auf. Mit dem Begriff wurden die Menschenmassen auf den Gehwegen, die sich für gewöhnlich an den Folgetagen von Thanksgiving in den Städten bildeten, beschrieben. Diese zogen sich quasi wie eine “Schwarze Masse“ durch die Einkaufsstraßen. Zum anderen, so der zweite Erklärungsansatz, bezieht sich das “schwarz“ auf die “schwarzen Zahlen“, die die Geschäftsleute Jahr für Jahr ab diesem Tag schreiben. 

 Und was ist der Cyber Monday?

Neben dem Black Friday wird am Montag nach Thanksgiving der Cyber Monday gefeiert. Dieser findet dieses Jahr am 02. Dezember statt. Der Cyber Monday wurde als Antwort von Online-Shops auf den traditionellen Black Friday (Freitag nach Thanksgiving), der wiederum von traditionellen/stationären Händlern ins Leben gerufen wurde, gestartet. Der Cyber Monday hat im Gegensatz zum Black Friday in Deutschland aber eher eine untergeordnete Bedeutung.

 Der Black Friday in Deutschland

Während der Black Friday in den USA seine Wurzeln im stationären Handel hat, wird er in Deutschland vor allem online begangen. Das erste Mal fand der Black Friday in Deutschland 2006 statt. Apple war das erste Unternehmen, dass die aus den USA bekannten Black Friday Angebote nach Deutschland brachte. Der Erfolg von Apple ließ auch andere Händler auf den Zug aufspringen, die dann ebenfalls spezielle Sale Aktionen zum Black Friday starteten. 

Mittlerweile gibt es eigentlich kaum einen Händler, der sich nicht am Black Friday beteiligt. Kein Wunder, schließlich klingeln an dem Tag die Kassen besonders laut. Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht davon aus, dass 2019 ein Umsatz von 3,1 Milliarden Euro am Black Friday und Cyber Monday erwirtschaftet werden. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 22 Prozent. 

 Black Friday 2019: Wer shoppt was für wie viel? 

Während in den USA der Black Friday das Shopping-Event schlechthin ist, zeigen sich die Deutschen eher zurückhaltend. Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucher- und Ratgeberportals Sparwelt.de hat ergeben, dass drei Viertel der Deutschen (77 Prozent) nicht vorhaben, am Black Friday zu shoppen. Nur 4 Prozent der Deutschen haben ziemlich sicher vor, etwas zu kaufen.

Geshoppt wird am liebsten in den Kategorien “Unterhaltungselektronik“, “Mode“ sowie “Freizeit und Sport“. Auffallend ist, dass es bei der Wahl der Kategorien anscheinend immer noch “geschlechtsstereotypische“ Unterschiede gibt: Zum Beispiel können sich mehr Frauen (41 Prozent) als Männer (31 Prozent) vorstellen, Spielwaren und Kinderausstattung am Black Friday zu kaufen. Dafür wollen 65 Prozent der Männer etwas aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik kaufen, jedoch nur 44 Prozent der Frauen.

Aus der aktuellen forsa-Untersuchung geht hervor, dass die Bereitschaft der Kaufwilligen, mehr Geld am Black Friday auszugeben, gestiegen ist. Ein Drittel (33 Prozent) derer, die (wahrscheinlich) am Black Friday etwas kaufen wollen, planen mehr als 100 Euro ein – ein Viertel (24 Prozent) sogar mehr als 150 Euro. 2015 waren nur 12 Prozent der Kaufwilligen bereit, mehr als 150 Euro auszugeben. Interessant ist auch hier die unterschiedliche Ausgabebereitschaft der Geschlechter. Laut der forsa-Umfrage wollen Männer am Black Friday mehr Geld als Frauen ausgeben. Zum Beispiel plant fast ein Drittel (29 Prozent) der potenziellen männlichen Käufer, mehr als 150 Euro auszugeben. Bei den Frauen sind es nur 18 Prozent. Ein Viertel (26 Prozent) der Frauen will sogar nur zwischen 25 und 50 Euro ausgeben.

 Echte Schnäppchen oder doch nur faule Angebote?

Am Black Friday kannst du durchaus einige Schnäppchen ergattern. Aber Vorsicht, nicht jedes Schnäppchen ist auch wirklich ein richtig gutes Angebot. Die drei Verbraucher- und Preisvergleichsportale Mydealz, idealo.de und guenstiger.de haben die Schnäppchen der letzten Jahre ausgewertet und kommen dabei unabhängig voneinander zu einem eher ernüchternden Ergebnis. 

Guenstiger.de hat für seine Studie insgesamt 240 Black Friday-Angebote von zwölf Online-Shops von 2018 analysiert. Ausgehend von den im Shop angegebenen Streichpreisen wurde eine durchschnittliche Ersparnis von 31 Prozent ermittelt. Bei den Streichpreisen handelt es sich jedoch oft um die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP), die meist überholt ist. Preisvergleiche mit anderen Webseiten zeigen, dass Käufer bei 60 Prozent der Stichproben nicht sparen konnten. 

Guenstiger.de hat zudem festgestellt, dass Verbraucher in sechs der zwölf Online-Shops sogar drauf gezahlt haben. Demnach kosteten die von Douglas angepriesenen Produkte 25 Prozent mehr als bei anderen Anbietern, Elektronikmarkt Conrad war 13 Prozent teurer. Die höchsten Rabatte gab es dagegen bei Amazon, wo Kunden im Schnitt 13 Prozent sparen konnten. Auch Saturn mit im Schnitt sieben Prozent Ersparnis, Comtech und Alternate (je sechs Prozent) sowie Media Markt (vier Prozent) hatten echte Rabatte zu bieten.

Die Vergleichsplattform idealo.de kommt zu einem etwas anderen Ergebnis, da keine einzelnen Shops, sondern die generelle Preisentwicklung analysiert wurde. Das Ergebnis: Drei von vier Produkten waren am Black Friday 2018 günstiger als in den vier Wochen zuvor. Allerdings betrug die Ersparnis nur bei 14 Prozent der Produkte mindestens 20 Prozent. In den 50 nachfrage stärksten Kategorien lag die durchschnittliche Preisersparnis sogar nur bei lediglich sechs Prozent. 

Das Verbraucherforum mydealz hat 63.723 Angebote der letzten fünf Jahre analysiert und kommt zu dem Ergebnis, dass die durchschnittliche Ersparnis “nur“ 38,9 Prozent – und nicht die oft versprochenen 90 Prozent – beträgt. 

Auch wenn die Plattformen zu generell unterschiedlichen Ergebnissen kommen, zeigen die Analysen, dass Verbraucher gut beraten sind, die gegebenen Werbeversprechen kritisch zu hinterfragen. 

 7 Tipps für deine Black Friday Schnäppchenjagd

 1. Erstelle dir eine Einkaufsliste

In der Zeit um den Black Friday und Cyber Monday findest du im Netz Tausende Angebote. Wenn du den Überblick nicht verlieren und nicht mehr ausgeben willst als geplant, solltest du dir vorher Gedanken darüber machen, was du überhaupt kaufen möchtest. Wie vorm Besuch im Supermarkt empfiehlt es sich, einen Einkaufszettel zu schreiben und sich während der Zeit an ihn zu halten. So bist du auch viel besser dazu in der Lage, die verschiedenen Portale und Anbieter im Blick zu behalten. Außerdem vermeidest du so Impulskäufe. 

 2. Recherchiere Preise

Auch wenn Händler Angebote mit Rabatten von bis zu 90 Prozent versprechen, heißt es nicht, dass es sich um einen “echten“ Rabatt handelt. Die oben beschriebenen Analysen haben deutlich gezeigt, dass die Versprechen nicht immer stimmen. Auch die Stichproben der Verbraucherzentrale NRW in den vergangenen Jahren hat offenbart, dass die Preisreduzierungen an solchen Rabatttagen durchschnittlich statt versprochener 50 Prozent oder mehr in Wirklichkeit oft bei unter 20 Prozent liegen.

Preisvergleichsportale helfen dir dabei, den wirklich günstigsten Preis zu finden. Kleiner Tipp: Nutze am besten 2 unabhängige Preissuchmaschinen. Du kannst aber auch verschiedene Plugins für deinen Browser nutzen, die automatisch für dich Preise vergleichen. Ein Beispiel für Google Chrome ist der Ciuvo Preisvergleich.

 3. Lass dich nicht unter Druck setzen

Mit begrenzter zeitlicher Verfügbarkeit (Countdown), hervorgehobenen Prozentzahlen sowie angeblich “streng limitierten“ Angeboten versuchen Händler die Verbraucher zum Kauf zu animieren. Hier gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Händler erzeugen durch solche Hilfsmittel einen künstlichen Druck und verleiten dich zu der Annahme, dass das Schnäppchen weg ist, falls du nicht sofort zuschlägst. 

Was viele nicht wissen: Angebote wiederholen sich oft oder finden sich auch bei anderen Händlern. Um den Kauf nachher nicht zu bereuen, solltest du dich davon nicht beeindrucken lassen und gut überlege, ob du den Kauf wirklich tätigen willst.

 4. Achte auf die Produktdetails

Große Handelsketten bieten zu Sparaktionen häufig Sonderserien von Produkten an, zu denen kaum Informationen zu finden sind. Sie ähneln sowohl im Aussehen als auch der Bezeichnung stark bekannten Produkten, unterscheiden sich von diesen aber um verschiedene Funktionen. Sei dir dessen bewusst und informiere dich vorher darüber, wo genau die Unterschiede liegen.

 5. Rechne mit versteckten Kosten

Auch wenn das Schnäppchen günstig ist, solltest du bei Bestellungen im Online-Shop immer darauf achten, wie teuer der Versand und der eventuelle Rückversand sind. Gerade bei besonders großen oder sperrigen Produkten wie einem Fernseher oder Möbeln können hohe Versandkosten den anfänglichen Preisvorteil schnell aufsaugen. Und auch beim Widerruf trägst du als Kunde oft die Retourkosten. Achte bei der Bestellung deshalb genau auf die Versandkosten und lies dir die Widerrufsbelehrung durch.

 6. Kombiniere Rabattvorteile

Wenn du ein Schnäppchen gefunden hast, kannst du durch kluges Kombinieren und Recherchieren vielleicht noch mehr Geldersparnis herausholen als zuerst gedacht. Dafür kannst du auf Portalen wie Gutscheinsammler.de nach Rabattcodes für den Händler suchen, mit dem du den Preis zusätzlich senken kannst. Außerdem kannst du prüfen, ob der Händler Partner von Cashback-Portalen ist. Solche Portale vermitteln Händlern Kunden und teilen ihre Provision mit den Kunden, wenn diese über den bereitgestellten Link kaufen. 

 7. Nutze nur vertrauenswürdige Online-Händler und zahle mit Bedacht

Der Black Friday ist leider auch ein besonderer Tag für Cyberkriminelle. Achte also immer darauf, ob du tatsächlich auf einer vertrauenswürdigen Internetseite unterwegs bist. Außerdem empfehlen wir dir, keine Angebote mit Vorabüberweisung zu bezahlen. Erhältst du in einem solchen Fall kein Produkt, ist das Geld endgültig verloren. Nutze beim Online-Shoppen lieber Kreditkarte, den Kauf auf Rechnung oder PayPal, um im Zweifelsfall dein Geld zurückbuchen zu können.

Übrigens: Selbst auf Amazon kommt es immer wieder zu Betrügereien. In der Vergangenheit sind mehrfach Fake-Angebote aufgefallen, bei denen Amazon-Kunden per Vorkasse bezahlen sollten. Ihre Ware haben sie dann aber nie erhalten. 

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Julia Ptock