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Der SCHUFA-Score: Was ist das und was bedeutet er?

Er ist für Dein finanzielles Leben ziemlich relevant, wird von der SCHUFA berechnet und zwar für unterschiedliche Branchen: der SCHUFA-Score.

text von

Elisa Thiem

22. Januar 2019

Was ist der SCHUFA-Score? Der SCHUFA-Score ist ein numerischer Wert, der Deine Kreditwürdigkeit beschreibt. Er wird von der Auskunftei SCHUFA berechnet und dient vielen Unternehmen als Grundlage für Vertragsentscheidungen.

Das genaue Berechnungsverfahren des SCHUFA-Scores ist ein Geschäftsgeheimnis. Zur Berechnung werden aber verschiedene Daten aus unterschiedlichen Quellen, wie etwa öffentlichen Registern, genutzt.

Eine pauschale Beurteilung, ob ein bestimmter SCHUFA-Score gut ist, lässt sich nicht treffen. Doch je näher dieser an der 100 ist, desto besser.

Es gibt Mittel und Wege, Deinen SCHUFA-Score langfristig zu verbessern. Besonders wichtig ist es, die eigene Bonitätsauskunft auf veraltete oder fehlerhafte Einträge zu kontrollieren und diese gegebenenfalls löschen zu lassen

 Wie wird der SCHUFA-Score berechnet?

Wir können Dir nicht im Detail verraten, wie Dein SCHUFA-Score zustande kommt. Der Bundesgerichtshof hat 2014 in einem Urteil beschlossen, dass die Berechnungsformeln von Auskunfteien dem Geschäftsgeheimnis unterliegen und daher nicht offengelegt werden müssen.

Was wir Dir sagen können, ist: Die SCHUFA, und auch andere Auskunfteien, sammeln eine Vielzahl an Daten über Dich als Verbraucher und berechnen auf dieser Grundlage Deinen Score.

Die rechtliche Grundlage für das Sammeln und Speichern dieser Daten liefern die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Für gewöhnlich speichern Auskunfteien unter anderem folgende Daten:

Personendaten, wie Name, Geburtsdatum und Anschrift

Informationen zu Bankkonten, Kreditkarten und Krediten (inklusive Dispokredit)

Laufende Handy- und Leasingverträge

Bürgschaften

Konten bei Versandhändlern

Negativmerkmale, wie Insolvenzverfahren oder fällige, angemahnte und unbeglichene Forderungen (z.B. nicht gezahlte Kreditraten)

Mithilfe dieser Informationen und ihrer streng gehüteten Berechnungsformel ermitteln Auskunfteien Deinen Bonitätsscore. Sie ziehen also aus Deiner bisherigen Zahlungszuverlässigkeit Rückschlüsse auf die Wahrscheinlichkeit Deines zukünftigen Zahlungsverhaltens.

Bestimmte Daten dürfen allerdings nicht von Auskunfteien gespeichert werden. Dazu zählen zum Beispiel Informationen zu:

Vermögen und Kapital

Beruf, Arbeitgeber und Einkommen

Familienstand

Religion und Nationalität

 Woher stammen die Daten zur Berechnung?

Auskunfteien, wie die SCHUFA, erhalten ihre Daten einerseits aus öffentlichen Registern, andererseits von Vertragspartnern. Bestimmte Informationen, wie beispielsweise laufende Insolvenzverfahren, stehen allen Auskunfteien gleichermaßen in öffentlichen Quellen zur Verfügung. Darüber hinaus leiten aber auch Vertragspartner Daten über Verbraucher weiter.

Vertragspartner heißt, dass ein Unternehmen einen Informationsaustausch mit einer oder mehreren Auskunfteien vereinbart hat. Fällt beispielsweise ein Kunde eines Online-Händlers mit schlechtem Zahlungsverhalten auf, wird die kooperierende Auskunftei darüber in Kenntnis gesetzt (siehe: SCHUFA-Klausel) und es erfolgt ein SCHUFA-Eintrag zu dieser Person. In diesem Fall ein negativer SCHUFA-Eintrag.

 Wie hoch ist mein SCHUFA-Score?

Es gibt einen Weg, Deinen SCHUFA-Score kostenlos abzufragen: Die Selbstauskunft nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung. Mit Inkrafttreten der DSGVO gilt auch ein neues Auskunftsrecht für Verbraucher. Alle Unternehmen, also auch Auskunfteien, sind dazu verpflichtet, Dir alle über Dich gespeicherten Informationen zukommen zu lassen.

Du möchtest von diesem Recht Gebrauch machen? In diesem Artikel zeigen wir Dir, wie Du Deine SCHUFA-Selbstauskunft beantragst. Wichtig ist es immer, die Daten auf Korrektheit zu überprüfen und gegebenenfalls Fehler korrigieren zu lassen.

 Welcher SCHUFA-Score ist gut?

Pauschal lässt sich nicht unbedingt sagen, welcher SCHUFA-Score denn nun gut ist. Generell gilt aber: Umso höher, desto besser. Ein Wert von 97,5 wäre also ein sehr guter Wert. Liegt Dein SCHUFA-Score beispielsweise bei 97, zählst Du schon nicht mehr zur ersten Kategorie. Ein SCHUFA-Score von 97 wäre immer noch ein guter Orientierungswert. Du wärst zum Beispiel für einen Vermieter ein "geringes bis überschaubares Risiko".

Zunächst ist aber zwischen Deinem Basisscore und Deinen Branchenscores zu unterscheiden.

 Was ist der Basisscore?

Der SCHUFA-Basisscore ist primär für Deine Augen bestimmt. Hier handelt es sich um den Score, den Du mit Deiner Selbstauskunft erhältst. Dieser Basisscore drückt die Wahrscheinlichkeit einer zuverlässigen Rückzahlung aus. Ein hoher Scorewert steht für ein geringes Ausfallrisiko.

Anhand der Tabelle siehst Du: Mit einem SCHUFA-Score von über 97,5, zum Beispiel 99, gehörst Du zur Gruppe mit dem geringsten Ausfallrisiko.

Scorewert

Ausfallwahrscheinlichkeit

>97,5%

Sehr geringes Risiko

95% – 97,5%

Geringes bis überschaubares Risiko

90% – 95%

Zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko

80% – 90%

Deutlich erhöhtes bis hohes Risiko

50% - 80%

Sehr hohes Risiko

<50%

Sehr kritisches Risiko

SCHUFA-Basisscore-Tabelle

 Was ist der Branchenscore?

Die SCHUFA erstellt darüber hinaus Branchenscores, die ebenfalls Teil Deiner Selbstauskunft sind. Diese Scores sind speziell auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Branchen zugeschnitten, wie etwa der SCHUFA-Score für Telekommunikationsunternehmen. 

Die Branchenscores werden je nach Branche unterschiedlich berechnet. Unterteilt werden die Scores dabei noch in Ratingstufen. Mehr zu SCHUFA-Score-Tabellen kannst Du hier nachlesen.

Rating

Scorewert

Risikoquote in Prozent

Keine offenen Negativmerkmale:

A

9.877 – 9.999

0,60

B

9.787 – 9.876

1,49

C

9.724 – 9.786

2,39

D

9.621 – 9.723

3,16

E

9.459 – 9.620

4,66

F

9.181 – 9.458

7,28

G

8.607 – 9.180

10,49

H

7.725 – 8.606

17,76

I

6.856 – 7.724

28,73

K

6.094 – 6.855

35,97

L

4.681 – 6.093

44,97

M

1 – 4.680

60,59

mit offenen Negativmerkmalen:

N

3.288 – 9.999

50,37

O

231 – 3.287

88,15

P

1 – 230

99,34

Tabelle des Branchenscores für Telekommunikationskunden der SCHUFA (Quelle: SCHUFA.de)

Mehr zum Thema: SCHUFA-Score-Tabellen

 Warum ist mein SCHUFA-Score nicht 100?

Dein Scorewert repräsentiert die Wahrscheinlichkeit, mit der es zu Zahlungsausfällen kommt. Aus statistischer Sicht lässt sich ein Zahlungsausfall aber nie ganz ausschließen. Du kannst noch so finanziell zuverlässig und gut gestellt sein, unvorhersehbare Ereignisse sind jederzeit möglich. Ein zugegebenermaßen extremeres Beispiel ist ein plötzlich eintretender Todesfall. Aus diesem Grund ist ein SCHUFA-Score von 100 nicht zu erreichen.

 Wie kann ich meinen SCHUFA-Score verbessern?

Du kannst Deine SCHUFA-Score-Werte häufig nicht von heute auf morgen verbessern. Aber mit ein paar einfachen Schritten hilfst Du Deiner Bonität gehörig auf die Sprünge:

Zahle Deine Rechnungen immer pünktlich.

Kündige ungenutzte Girokonten und Kreditkarten.

Prüfe jeden Eintrag in Deiner Bonitätsauskunft auf Richtigkeit.

Lasse fehlerhafte Einträge löschen oder korrigieren.

Komme Ratenzahlungen jeglicher Art immer pünktlich nach.

Achte auf eine Balance zwischen Deinen Einnahmen und Ausgaben.

Finanzielle Schwierigkeiten sind kein Weltuntergang. Kommuniziere mit dem Gläubiger, dann findet ihr eine Lösung. Das kann negative SCHUFA-Einträge verhindern.

Habe Deinen SCHUFA-Score immer im Blick.

 Wie oft wird der SCHUFA-Score aktualisiert?

Dein SCHUFA-Score wird alle drei Monate aktualisiert. Möchtest Du sehen, ob sich Dein Score verbessert hat, fordere eine Selbstauskunft an. Dies steht Dir laut DSGVO mehrmals im Jahr in “angemessenen Abständen” zu.

 Warum sinkt mein SCHUFA-Score?

Dein SCHUFA-Score sinkt in vielen Fällen aufgrund von eingetragenen Negativmerkmalen. Das können beispielsweise

Eidesstattliche Versicherungen oder Haftbefehle,

Meldungen von Anbietern über unbezahlte Rechnungen,

Überzogene Konten und die Nutzung Deines Dispos,

Unbezahlte oder verspätet gezahlte Raten für Deinen Kredit

sein.

Unter Umständen tragen aber auch andere Faktoren zur Verschlechterung Deines Scores bei, wie zum Beispiel:

Häufige Wohnsitzwechsel: Dies kann als Unstetigkeit interpretiert werden und Deine Auffindbarkeit erschweren.

Das Alter: Ältere Menschen werden eher als kreditwürdig eingeschätzt. Diese Aussage hat wenig mit Dir als Einzelperson zu tun. Für Kreditgeber sind Personen um die 50 Jahre als Kunden am attraktivsten.

Häufige Kreditaufnahmen: Wer ständig kleine Finanzierungskäufe vornimmt, etwa bei Versandhäusern, kann langfristig seinem SCHUFA-Score schaden.

Viele Kreditanfragen: Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen einer Konditionsanfrage und einer Kreditanfrage. Interessierst Du Dich für einen Kredit, wird die Bank Deine Kreditwürdigkeit prüfen. Eine Konditionsanfrage ist neutral für Deinen SCHUFA-Score, wird also nicht als Eintrag vermerkt. Kreditanfragen hingegen werden eingetragen und können sich negativ auf Deinen Score auswirken. Dies gilt insbesondere dann, wenn sie sich häufen. Bestehe nach Möglichkeit immer auf eine Konditionsanfrage!

 Wie funktioniert der SCHUFA-Score?

Der SCHUFA-Score funktioniert als Kennzahl für Unternehmen, um Deine Bonität besser einschätzen zu können. Am Besten stellen wir uns das anhand eines Beispiels vor.

Dein alter Mobilfunkvertrag ist abgelaufen und Du bist auf der Suche nach einem neuen. Du entdeckst ein günstiges Angebot bei einem Anbieter, woraufhin Du diesen kontaktierst. Nun ist es nicht so, dass Du diesen Vertrag automatisch erhältst, nur weil Du ihn haben möchtest. Der Anbieter wird in den allermeisten Fällen vorher Deine Bonität überprüfen.

Zu diesem Zweck führt er eine Bonitätsprüfung bei einer Auskunftei, in unserem Beispiel der SCHUFA, durch. Diese übermittelt dem Unternehmen Deinen SCHUFA-Score. Anhand von diesem numerischen Wert sieht das Unternehmen, wie groß das Risiko eines Zahlungsausfalls mit Dir als Kunden ist.

Im Grunde genommen bewirbst Du Dich also auf den Vertrag. Verfügst Du über einen guten SCHUFA-Score, bekommst Du sehr wahrscheinlich den Vertrag mit den günstigen Optionen. Ist das nicht der Fall, wird Dir der Vertrag womöglich verweigert oder ein anderer, nicht ganz so preiswerter Vertrag angeboten.

Dieses Prinzip gilt auch bei Banken, sobald Du einen Kredit aufnehmen möchtest. Das entsprechende Kreditinstitut wird vor der Kreditvergabe Deine Kreditwürdigkeit prüfen. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen wird die Bank dafür nicht nur Deinen SCHUFA-Score einholen, sondern auch eine eigene Bonitätsprüfung durchführen. Dazu fragt sie von Dir zusätzliche Informationen, wie Deinen Arbeitsstatus oder Dein Einkommen, ab.

Übrigens: Mit dem bonify FinFitness-Feature kannst Du nachvollziehen, wie Banken Deine finanzielle Situation einschätzen. Prüfe doch gleich selbst einmal Deinen FinFitness-Wert!

 Dein Bonitätsscore bei bonify

Bei der Auskunftei SCHUFA kannst Du mit der Selbstauskunft mehrmals im Jahr in angemessenen Abständen Deine Bonität und Deinen aktuellen SCHUFA-Score kostenlos abfragen. Mit bonify hast Du jederzeit die Möglichkeit, Deinen Bonitätsscore einzusehen.

In Kooperation mit der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Boniversum stellen wir Dir täglich Deinen Bonitätsscore zur Verfügung. Das heißt, Du kannst aktiv an Deiner Bonität arbeiten, indem Du beispielsweise fehlerhafte Daten direkt bei unserer Partnerauskunftei zur Löschung meldest.

Arbeitest Du an und mit Deiner Bonität, wirst Du langfristig Geld sparen. Wir unterstützen Dich zusätzlich dabei, etwa mit unserem Finanzmanager für die Hosentasche und hilfreichen Tipps. Das Beste daran? bonify ist kinderleicht zu bedienen und alle unsere Services sind kostenfrei nutzbar. Probiere es selbst aus und melde Dich innerhalb weniger Minuten an!

Elisa Thiem

machte den Bachelor of Arts in Literaturwissenschaften in Bonn und den Master in Germanistik in Potsdam. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Manager bei bonify aus.