Wie führe ich ein Haushaltsbuch?
Hast du dich auch schon mal am Monatsende gefragt, wo dein ganzes Geld geblieben ist? Wenn ja, dann geht es dir wie mir und zahllosen anderen Menschen. Um einen guten Überblick zu bekommen, ist ein Blick in die Online-Banking-App oft nicht genug. Ein Haushaltsbuch, oder zumindest eine moderne Version davon, muss her.

Das Wichtigste in Kürze:
Ein Haushaltsbuch kann dir dabei helfen, Überblick über Ein- und Ausgaben zu behalten.
So kannst du dein Verhalten analysieren und Änderungen vornehmen.
Einnahmen aufschreiben
Hier solltest du deine regelmäßigen Einnahmen aufschreiben. Ich kann nicht genug betonen, dass ich regelmäßige Einnahmen meine. Das ist zum Beispiel dein Lohn, Kindergeld, Bürgergeld oder BAföG. Unter keinen Umständen solltest du hier Geldgeschenke zum Geburtstag oder Weihnachtsgeld berücksichtigen.
Ausgaben ermitteln
Das sind Ausgaben, die du immer hast. Bei den meisten von uns sind es Miete, Energiekosten, Abos, Internet und Handyrechnungen. Wenn du Ausgaben hast, die nur ein- oder zweimal im Jahr anfallen, etwa Versicherungen oder Kfz-Steuern, dann kannst du diese auf einen Monat umrechnen. Der Wert kommt dann auch unter „Feste Ausgaben“ und wird als Rücklage beiseitegelegt.
Was, wenn ich jetzt schon über meinem Budget bin?
Dann solltest du dringend schauen, ob es Verträge oder Abos gibt, die du kündigen kannst. Wenn du sie nicht kündigen kannst, schau, ob es eine günstigere Alternative gibt. Heutzutage ist das Leben ohne Handy für die meisten Leute nicht mehr denkbar, aber eine Prepaid-Karte hat mittlerweile auch alle Flatrates für einen Bruchteil vom Preis. Und wenn wir schon mal bei Handys sind, vielleicht muss es nicht unbedingt ein brandneues iPhone sein. Es gibt viele gute generalüberholte Handys für gutes Geld. Wenn dich das überfordert, was absolut verständlich wäre, dann kannst du dir auch kostenlose Angebote zur Schuldnerberatung der Verbraucherzentralen, der freien Wohlfahrtspflege oder der Kommunen anschauen.
Budget für variable Ausgaben festlegen
Einnahmen – Feste Ausgaben = verfügbares Budget Viele nennen es auch Geld zum Leben. Wenn du es dir einfach machen willst, dann teile den Betrag durch 4, dann hast du die Summe, die du pro Woche ausgeben kannst, um nicht ins Minus zu gelangen.
Variable Ausgaben aufschreiben
Notiere so vollständig wie möglich deine variablen Ausgaben. Für einen besseren Überblick solltest du deine Ausgaben in „Essen und Trinken“ und „Kleidung“ aufteilen. Tipp: Sammle Belege und vergiss auch die kleineren Beträge nicht, denn Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Wenn du keinen Beleg bekommst, dann notiere dir die Summe auf einem Zettel. Auch Einkäufe, die du per Karte zahlst und die irgendwann vom Konto abgebucht werden, gehören in den Budgetplaner. Wenn du nicht penibel bist, dann stimmt am Ende die Buchhaltung nicht. Sammle deine Notizen und Belege in einer Box und trage sie einmal die Woche in deinen Budgetplaner ein.
Bilanz
Rechne all deine variablen Ausgaben zusammen und ziehe die Summe von dem dir zur Verfügung stehenden Budget ab. 2075 € verfügbares Budget – 1800 € variable Ausgaben = 275 € für Rücklagen Wenn das Ergebnis positiv ist, dann hast du die Möglichkeit, etwas Geld zu sparen. Wenn es aber negativ ist, dann musst du schauen, wo du am besten sparen kannst. Wenn du zum Beispiel viel auswärts isst, dann könntest du hier etwas Geld sparen, wenn du einfach mehr zu Hause kochst. Du wirst nicht immer große Summen Geld sparen können, vor allem wenn dein Einkommen eh knapp ist, aber du kannst dir einen guten Überblick verschaffen, wo das Geld hinfließt. So kannst du dann auch etwas gegensteuern und besser entscheiden, wie du dein Geld verwendest. So kannst du auch gezielt Beiträge für nötige Anschaffungen oder einen Notgroschen ersparen.
Beispieltabellen
Regelmäßige Einnahmen zusammentragen

Feste Ausgaben ermitteln

So findest du dann dein Budget für den Monat.

