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Die Überschuldung in Deutschland nimmt weiter zu!

Die Ergebnisse des SchuldnerAtlas 2016 zur Überschuldungslage deutscher Verbraucher sind ernüchternd! Die Überschuldung in Deutschland nimmt weiter zu!
Elisa Thiem

text von

Elisa Thiem

13. Dezember 2018
Überschuldung in Deutschland

Auch im Jahr 2016 veröffentlichte unsere Partnerauskunftei, die Creditreform Boniversum, eine aktuelle Studie (SchuldnerAtlas 2016) zur Überschuldungslage deutscher Verbraucher. Die Ergebnisse sind ernüchternd! Seit dem Jahr 2011 nimmt die Zahl der Überschuldungsfälle in Deutschland zu!

 Zahlen und Fakten!

Trotz geringerer Arbeitslosigkeit, einer guten Einkommenssituation und einer stabilen Konjunkturlage, stieg die Überschuldung in Deutschland auch im Jahr 2016 deutlich an! Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Überschuldungsquote von 9,92 Prozent auf aktuell 10,06 Prozent an. Seit dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Finanzkrise im Jahr 2008 wurde zum ersten mal wieder die 10-Prozent-Marke überschritten. Somit sind in Deutschland insgesamt 6,85 Millionen Personen über 18 Jahre überschuldet. Das Gesamtschuldenvolumen beträgt in ganz Deutschland ca. 235 Milliarden EURO. Im Durchschnitt beträgt der Überschuldungswert pro Fall 34.300 EUR.

 Wer?

Klar zeichnet sich wieder ab, dass deutlich mehr Männer (4,21 Millionen) als Frauen (2,64 Millionen) überschuldet sind. Zwar ist die Anzahl der Überschuldungsfälle von Frauen geringer, spielen aber eine immer größere Rolle. Im Vergleich zum Vorjahr wuchsen die Überschuldungsfälle bei Frauen um 2,4 Prozent. Bei Männern lediglich um 1,6 Prozent. Auffällig ist, dass alleinerziehende Frauen und alleinlebende Männer häufiger von Überschuldung betroffen sind.

 Wo?

Am stärksten steigt die Überschuldungsquote in den Bundesländern NRW, Baden-Württemberg und Bayern. Mainz (Rheinland-Pfalz) ist die Landeshauptstadt mit der niedrigsten Überschuldungsquote. Wiesbaden (Hessen), direkt auf der anderen Rheinseite, ist die Landeshauptstadt mit der höchsten Überschuldungsquote. Bremerhaven, Primasens und Wuppertal sind die Städte mit der höchsten Überschuldungsquote von über 18 Prozent! Die Städte Eichstätt, Erlangen-Höchstadt und Schweinfurt hingegen sind die Städte mit der geringsten Überschuldungsquote (unter 6 Prozent).

 Was ist genau mit Überschuldung gemeint?

Zu den hier genannten Überschuldungsfällen werden nur Fälle mit einer “hohen Überschuldungsintensität” gezählt. Diese stehen meist im Zusammenhang mit mehreren Negativmerkmalen, juristischen Sachverhalten, Inkassoeinträgen und / oder nachhaltigen Zahlungsstörungen. Eine positive Nachricht ist aber, dass die Anzahl der Fälle mit geringer Überschuldungsintesität in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat. Fälle mit geringer Überschuldungsintensität werden zwar mit einer geringeren Anzahl von Negativmerkmalen und Zahlungsstörungen in Verbindung gesetzt als Fälle mit hoher Überschuldungsintensität, sollten jedoch trotzdem nicht zum Regelfall werden!

 Was ist der Auslöser für die steigende Überschuldungsquote?

Die Hauptgründe für die steigende Überschuldung in Deutschland sind unvorhergesehene Ereignisse bzw. Änderungen der Lebensumstände, wie Erkrankungen, Sucht, Unfälle, Arbeitslosigkeit sowie gescheiterte Immobilienfinanzierungen. Gleichzeitig stehen die Fälle mit hoher Überschuldungsintensität im engen Zusammenhang mit einer längeren Überschuldungskarriere und einem hohen Schuldenbetrag. Die Zunahme der Überschuldungsfälle bei Frauen ist auf die veränderten Rollenbilder in der Gesellschaft zurückzuführen. Frauen übernehmen mit der Zeit immer mehr Verantwortung für Schulden. Das bestätigt, dass sich die Überschuldungsmuster der Geschlechter allmählich immer mehr aneinander annähern. Auch zeigt sich ein deutlicher Trend zur Altersüberschuldung. Das hat zur Folge, dass das Altersbedürftigkeitsrisiko, im Besonderen bei Geringverdienern, deutlich ansteigt. Zusätzlich zeigt sich ein virulenter Trend hin zur Konsumverschuldung. Dieses Phänomen wird auch als sogenannter “Nachholkonsum” nach der Finanzkrise im Jahr 2008 bezeichnet. Ein weiteres Problem ist die Einkommenspolarisierung (zwischen hohen und niedrigen Einkommen). Derzeit sind 16,7 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet!

 Wer spart in Deutschland?

Durch eine wachsende Unsicherheit, ausgelöst von schlechteren Konjunkturerwartungen, den Nachwehen der Finanzkrise, dem “Brexit” und der Terrorangst, zeigt sich ein Anstieg der Sparquote. Derzeit sparen 9,77 Prozent der Bevölkerung. Jedoch spiegelt sich die Einkommenspolarisierung auch in der Sparquote wieder: Mit steigendem Einkommen / Vermögen steigen auch die Sparquoten. Erschreckend ist, dass sich Personen aus der unteren Hälfte der Einkommensverteilung durchschnittlich um 300 EUR verschulden. Im Vergleich dazu beträgt die Ersparnis der Personen aus der oberen Hälfte der Einkommensverteilung rund 58.000 EUR. Das würde bedeuten, dass sich die untere Hälfte im Durchschnitt um 1,6 Prozent ihres Einkommens verschuldet und die obere Häfte 35 Prozent des Einkommens spart!

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Elisa Thiem

Elisa Thiem

machte den Bachelor of Arts in Literaturwissenschaften in Bonn und den Master in Germanistik in Potsdam. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Manager bei bonify aus.