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6 Dinge, die Du bei der Immobilienfinanzierung beachten solltest!

Du hast schon immer von Deiner eigenen Wohnung oder Deinem eigenen Haus geträumt? Dann solltest Du folgende 6 Aspekte zur Immobilienfinanzierung beachten
Elisa Thiem

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Elisa Thiem

12. Dezember 2018
Immobilienfinanzierung

 1. Gründliche Vorarbeit & Finanzplanung

Bevor Du Dich für eine Immobilienfinanzierung entscheidest, solltest Du Deine persönliche finanzielle Situation genauer beleuchten. Hierfür solltest Du alle Deine Einnahmen und Ausgaben auflisten. Wie hoch ist Dein Einkommen? Wie viele Fixkosten hast Du? Hast Du ein Auto? Was ist, wenn das Auto kaputt geht? So bekommst Du einen Überblick über Deine aktuelle Finanzlage und kannst darauf basierend einschätzen, wie viel Geld Du pro Monat für die Zins- und Tilgungszahlung für die Immobilienfinanzierung zur Verfügung hättest.

 2. Eigenkapital

Vor einiger Zeit war es üblich, dass eine Immobilienfinanzierung nur für 80 Prozent der Baukosten oder des Kaufpreises gewährt wurde. Das bedeutet, dass Du mindestens 20 Prozent aus Eigenkapital finanzieren, bzw. bei der Aufnahme einer Immobilienfinanzierung bereits angespart haben musst. Konkret bedeutet das, wenn Du Dir ein Haus für 150.000 EUR kaufen möchtest, müsstest Du davor 30.000 EUR gespart haben, um für die restlichen 120.000 eine Immobilienfinanzierung zu bekommen. Das ist ganz schön viel Geld und kann einige Zeit dauern! Mittlerweile sind Banken und Sparkassen jedoch etwas toleranter geworden und finanzieren manchmal auch 100 Prozent des Kaufpreises. Jedoch ist eine 100-Prozent-Finanzierung auf Grund des höheren Ausfallrisikos mit höheren Zinszahlungen verbunden!

Generell gilt eine private Immobilienfinanzierung aus Sicht der Banken als eines der sichersten Kreditgeschäfte. Das liegt daran, dass die Immobilienfinanzierung über eine Grundschuld oder eine Hypothek auf eine Immobilie abgesichert ist.

 3. Überprüfe Deine Bonität

Ob Dir eine Bank eine Immobilienfinanzierung gewährt, hängt unter anderem von Deiner Bonität ab! Seit Anfang des Jahres 2016 spielt die Bonität bei Immobilienkäufen sogar eine noch wichtigere Rolle. Durch das Inkrafttreten der neuen Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) im Februar 2016 ist eine sorgfältige Bonitätsprüfung gesetzlich vorgeschrieben (mehr zur WIKR findest Du hier).

Da die Bank ein Dauerschuldverhältnis mit Dir eingeht, möchte die Bank den Schuldner so gut wie möglich kennenlernen, um so herauszufinden, ob dieser auch zuverlässig den Kredit abbezahlen kann. Dafür fordert die Bank in der Regel die Kontoauszüge der letzten 3-6 Monate des Kreditbewerbers, eine Selbstauskunft sowie eine Bonitätsauskunft an. Die Bonität gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit, bzw. die Fähigkeit und Bereitschaft einer Person, die zukünftigen Zahlungsverpflichtungen vollständig und fristgerecht zu erfüllen. Auf Basis der Bonität, wird entschieden, ob Dir ein Kredit gewährt wird und zu welchen Zinsen.

Die Bonitätsauskunft erhält die Bank von so genannten Auskunfteien. In Deutschland gibt es fünf große Auskunfteien. Hierzu zählen die SCHUFA, Creditreform Boniversum, Bürgel, Infoscore und Deltavista.

Bevor Du Dich also um eine Immobilienfinanzierung bewirbst, solltest Du daher auf jeden Fall Deine Bonität prüfen! Denn ca. ein Drittel der Bonitätsinformationen sind fehlerhaft, veraltet oder unvollständig und können so Deine Bonität negativ beeinflussen. Im Extremfall kann das dazu führen, dass Du für eine Immobilienfinanzierung abgelehnt wirst und / oder Du wesentlich höhere Zinszahlung tätigen musst, als Du eigentlich solltest.

 4. Sparen mit einer guten Bonität

Hast Du eine gute Bonität, erhöhst Du nicht nur die Chancen auf eine Immobilienfinanzierung, sondern bekommst diese auch für einen geringeren Zinssatz! Mit einer guten Bonität ist die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles gering. Basierend auf dem Ausfallrisiko wird Dein Zinssatz berechnet. Umso höher das Ausfallrisiko, desto höher die Kreditzinsen (und umgekehrt). Das bedeutet, wenn Deine Bonität gut und die Zahlungsausfallwahrscheinlichkeit gering ist, musst Du weniger Zinsen zahlen und kannst so viel Geld sparen!

 5. Bewirb Dich nur gezielt für eine Immobilienfinanzierung

Bevor Du Dich auf eine Immobilienfinanzierung bewirbst, solltest Du darauf achten, all die oben genannten Aspekte zu prüfen. Denn wirst Du mehrfach für einen Kredit abgelehnt, kann das durch die wiederholte Anfrage Deiner Bonität bei der Zinsberechnung (einer sog. Kreditanfrage) einen negativen Einfluss auf Deine Bonität haben! Das wiederum kann nachhaltig Deine Chancen auf eine Immobilienfinanzierung verschlechtern. Um das zu verhindern, solltest Du Deine persönliche Finanz- und Bonitätssituation vor der Bewerbung ausführlich prüfen und gucken, welches Finanzierungsangebot am Besten zu Dir passt und was Du Dir leisten kannst!

 6. Rückzahlungsplan & Umschuldung

Eine Immobilienfinanzierung ist eine langfristige Verpflichtung! Darüber solltest Du Dir im Klaren sein! Du wirst monatlich über viele Jahre hinweg diesen Kredit zurückzahlen! Mache Dir einen Rückzahlungsplan, wann Du den Kredit abbezahlt haben möchtest.

Auch solltest Du, nachdem Du eine Immobilienfinanzierung abgeschlossen hast, immer andere Angebote im Blick behalten! Vielleicht hat sich Deine Finanz- und Bonitätsinformation so verbessert, dass Du bei einem anderen Angebot wesentlich weniger Kreditzinsen zahlen müsstest. Hier hast Du die Möglichkeit, den Kredit umzuschulden. Mehr zum Thema Umschuldung.

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Elisa Thiem

Elisa Thiem

machte den Bachelor of Arts in Literaturwissenschaften in Bonn und den Master in Germanistik in Potsdam. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Manager bei bonify aus.