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Kauf auf Rechnung: Warum Deine Bonität selbst beim Onlineshopping wichtig ist

Online-Händler sind dazu berechtigt Deine Bonitätsinformationen bei Wirtschaftsaufkunfteien abzufragen. Allerdings nur bei einem Kauf auf Rechnung!
Elisa Thiem

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Elisa Thiem

3. Dezember 2018
Kauf auf Rechnung

Möchtest Du mit dem Kauf auf Rechnung in einem Online-Shop zahlen, wird zunächst Deine Bonität geprüft. Das bedeutet, dass der Online-Shop in Sekundenschnelle eine Bonitätsanfrage bei einer Auskunftei wie Boniversum oder der SCHUFA stellt und so sichergeht, dass Du ein zuverlässiger Kunde bist, der seine Rechnung auch tatsächlich begleicht.

Beim Shoppen auf Online-Plattformen werden in der Regel mehrere Zahlungsoptionen angeboten. Hier kannst Du dann wählen, ob Du mit einem Rechnungskauf, Sofortüberweisung, Lastschrift, Paypal oder Vorkasse zahlen möchtest. Am beliebtesten ist der Kauf auf Rechnung, da erst dann gezahlt werden muss, wenn die Ware geliefert wurde und nachdem entschieden wurde, was genau überhaupt behalten werden soll. Der Händler geht also in Vorkasse. Speziell beim Kauf auf Rechnung für Neukunden wird die Bonität geprüft, da der Shop noch keine Vertragserfahrungen mit dem Kunden gemacht hat.

Es kann aber sein, dass der Kauf auf Rechnung nicht möglich ist, beziehungsweise Dir nicht angezeigt wird. Ein möglicher Grund dafür ist, dass der Online-Shop Deine Bonität geprüft hat und kein Risiko eingehen möchte.

Deine Bonität beschreibt, für wie kreditwürdig Du eingeschätzt wirst. Ein Wahrscheinlichkeitswert, Bonitätsscore genannt, gibt an, wie wahrscheinlich ein Zahlungsausfall bei Dir ist. Jede Auskunftei berechnet ihre eigenen Bonitätsscores. Bei der SCHUFA gilt der SCHUFA Score, während bei Boniversum vom Bonitätsindex die Rede ist. Hast Du eine schlechte Bonität, bedeutet das, dass die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles bei Dir verhältnismäßig hoch ist und Du kommst für den Kauf auf Rechnung nicht in Frage. Das gilt ebenso für andere Finanzierungskäufe, Handyverträge, Kredite usw.

 Probleme beim Kauf auf Rechnung

Angenommen, Du hast einen schlechten Bonitätsscore. In diesem Fall wird Dir der Online-Händler einen Kauf auf Rechnung höchstwahrscheinlich verwehren, weil er kein Risiko eingehen will, für Dich in Vorkasse zu treten und evtl. Zahlungsverluste einbüßen zu müssen.

Es kann also sein, dass Du schon öfter in einem Online-Shop per Rechnung gezahlt hast, diese Zahlungsoption dann aber plötzlich nicht mehr angezeigt wird.

Indem Deine Bonität vorher geprüft wird, schützt der Händler sich nicht nur vor Zahlungsausfällen, sondern stellt auch sicher, dass Kunden nicht vom Kauf abspringen. Ist der Kauf auf Rechnung nicht möglich, wird Dir diese Zahlungsoption nämlich einfach nicht angezeigt und Du springst im besten Fall nicht vom Kaufvorhaben ab.

 Worauf soll ich beim Kauf auf Rechnung achten?

Unternehmen dürfen nur Bonitätsinformationen anfordern, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt. Dieses ist gegeben, wenn das Unternehmen ein kreditorisches Risiko eingeht. Das ist dann der Fall, wenn sie in Vorleistung gehen, z.B. wenn der Kunde Waren auf Rechnung bestellen möchte. Für andere Zahlungsalternativen gilt diese Regelung allerdings nicht!

Beim Kauf auf Rechnung muss der Kunde zustimmen, dass der Online-Händler eine Bonitätsprüfung durchführen kann. In der Regel wird eine Einwilligung durch eine Hakensetzung im Bestellungsprozess eingeholt. Wenn eine Bonitätsprüfung ohne Deine Einwilligung oder ein berechtigtes Interesse eingeholt wird, ist das rechtswidrig.

 Wie kann ich mit dem Kauf auf Rechnung zahlen?

Bei der Zahloption Kauf auf Rechnung bist Du dazu verpflichtet, den ausstehenden Betrag meistens innerhalb von 14 Tagen zu bezahlen oder die Bestellung zurückzusenden. Verstreichen diese 14 Tage und Du hast noch nicht gezahlt, erhältst Du eine Mahnung. Nach einigen Tagen oder Wochen erhältst Du eine zweite Mahnung. Hast Du bist dahin den ausstehenden Betrag immer noch nicht bezahlt, kann nun das Unternehmen ein Inkassoverfahren einleiten. Hierdurch entsteht am Ende ein Eintrag in Deiner Bonität, der Deinen Bonitätsscore negativ beeinflusst. (Wie Du richtig auf Mahnungen reagierst, erfährst Du hier.) Wenn Unternehmen dann in Zukunft Deine Bonität abfragen, wird bei Dir die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalles höher eingeschätzt. Das wiederum kann Vertrags- und Zinsentscheidungen negativ beeinflussen und macht auch zukünftige Käufe auf Rechnung nicht möglich.

Abgeschlossene, also bezahlte, Inkassoverfahren werden nach 3 Jahren zum Ende des Kalenderjahres aus Deiner Bonität gelöscht. Zahlst Du den Betrag nicht, handelt es sich um ein offenes Inkassoverfahren und der Eintrag kann bis zu 30 Jahre in Deiner Bonität bestehen. Die Löschfristen der SCHUFA und Co. interessieren Dich? Lies jetzt mehr zu Löschfristen in Deiner Bonitätsauskunft! 

 Prüfe Deine Bonität!

Es ist wichtig, die Bonität im Blick zu behalten und Auf- und Abwertungen des Bonitätsscores zu überwachen. Das geht kostenlos mit bonify. Bei bonify hast Du die Möglichkeit, Deinen Bonitätsscore und die über Dich gespeicherten Daten abzurufen sowie falsch gespeicherte oder veraltete Angaben sofort melden und korrigieren zu lassen. Auf diese Weise bist Du vor unangenehmen Überraschungen sicher und kannst immer nachvollziehen, warum zum Beispiel ein Kauf auf Rechnung abgelehnt wurde.

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Elisa Thiem

Elisa Thiem

machte den Bachelor of Arts in Literaturwissenschaften in Bonn und den Master in Germanistik in Potsdam. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Manager bei bonify aus.