So berechnet die SCHUFA ab März die Punkte im neuen Score
Ab März gilt der neue SCHUFA-Score. Jetzt kannst du unkompliziert und schnell nachvollziehen, wie dein Score zustande kommt. Aber wie genau berechnet die SCHUFA den Score? Hier findest du alles zur Score-Berechnung.

Hier erklären wir dir Schritt für Schritt, wie dein SCHUFA-Score entsteht – verständlich und ohne Statistik-Studium. Alternativ kannst du dir den Score und deine Punkte kostenlos bei bonify ansehen und – wenn du willst – auch nachrechnen.
Dein Score wird aus zwölf Kriterien berechnet
Der neue SCHUFA-Score basiert auf zwölf klar definierten Kriterien. Jedes dieser Kriterien bringt dir eine bestimmte Anzahl an Punkten.
Wichtig dabei:
Die Punkteskala reicht insgesamt von 100 bis 999 Punkten
Jedes Kriterium hat eine eigene maximale Punktzahl
Je besser du ein Kriterium erfüllst, desto mehr Punkte bekommst du
Am Ende werden alle Punkte addiert – das ergibt deinen individuellen Score
Nicht jedes Kriterium ist gleich stark gewichtet. Manche haben mehr Einfluss, andere weniger.
Diese zwölf Kriterien fließen in deinen Score ein
Maximal kannst du pro Kriterium folgende Punkte erreichen:
Zahlungsstörungen – bis zu 264 Punkte
Alter deines ältesten Bankvertrags – 69 Punkte
Alter deiner ältesten Kreditkarte – 81 Punkte
Alter deiner aktuellen Adresse – 94 Punkte
Alter deines jüngsten Rahmenkredits – 36 Punkte
Anzahl Anfragen und Abschlüsse für Girokonto- und Kreditkarten-Anfragen in den vergangenen 12 Monaten – 117 Punkte
Anzahl Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den vergangenen 12 Monaten – 99 Punkte
Aufgenommene Ratenkredite in den letzten 12 Monaten – 66 Punkte
Längste Restlaufzeit deiner Ratenkredite – 61 Punkte
Kreditstatus– 19 Punkte
Immobilienkredit – 55 Punkte
Vorliegen einer Identitätsprüfung – 38 Punkte
Du siehst: Die Spannweite reicht von 19 bis 264 Punkten. Die höchste Punktzahl, die du für ein Kriterium erhalten kannst, sind 264 Punkte, wenn du in den vergangenen drei Jahren keine Zahlungsstörung hattest. Den geringsten maximalen Punktwert, nämlich 19 Punkte, erhältst du für positiv erledigte Kredite beim Kriterium Kreditstatus.
Warum bekommen manche Kriterien mehr Punkte als andere?
Das hängt mit dem tatsächlichen Ausfallrisiko zusammen. Die SCHUFA analysiert Daten und prüft: Wie wahrscheinlich ist es, dass Personen mit bestimmten Merkmalen in Zukunft Zahlungsstörungen haben?
Dafür nutzt sie ein statistisches Verfahren namens logistische Regression. Das klingt kompliziert, bedeutet aber vereinfacht:
Die SCHUFA schaut sich an, welche Faktoren besonders stark mit Zahlungsausfällen zusammenhängen.
Kriterien mit großem Einfluss bekommen mehr Gewicht.
Kriterien mit geringem Einfluss bekommen weniger Gewicht.
Deshalb hat das Thema Zahlungsstörungen mit 264 Punkten den größten Einfluss – weil hier das Ausfallrisiko besonders stark ist.
Beispiel: So wirken sich neue Ratenkredite auf deinen Score aus
Hier mal ein Beispiel zum Kriterium: „Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen 12 Monaten“. Es gibt vier Abstufungen:
Kein Ratenkredit → 66 Punkte
1 Ratenkredit → 48 Punkte
2 Ratenkredite → 32 Punkte
3 oder mehr → 0 Punkte
Warum? Weil die statistische Ausfallrate steigt:
Ohne neuen Kredit liegt sie knapp unter dem Durchschnitt (ca. 1,65 %)
Mit einem Kredit steigt sie auf ca. 2,87 %
Mit zwei auf ca. 4,5 %
Mit drei oder mehr auf fast 12 %
Je höher das Ausfallrisiko, desto weniger Punkte werden erreicht.
Wie wird aus Risiko eine Punktzahl?
Die SCHUFA übersetzt die statistische Risikoprognose in eine verständliche Punkteskala.
Grundregel: Je höher das Ausfallrisiko, desto weniger Punkte erhältst du.
Die Punkteanzahl orientiert sich daran, wie stark das Risiko steigt. Wenn das Risiko deutlich zunimmt (z. B. bei drei oder mehr neuen Ratenkrediten in den vergangenen 12 Monaten), verringert sich die Punktzahl. So wird aus komplexer Statistik eine nachvollziehbare Zahl - dein SCHUFA-Score.

Der SCHUFA-Score drückt aus, wie wahrscheinlich es ist, dass Menschen ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen werden. Um die Bedeutung des eigenen Scorewerts direkt und einfach auf einen Blick verstehen zu können, wird der exakte Punktwert gemeinsam mit einer Scoreklasse ausgespielt – zum Beispiel im bonify-Account.
Hier im Beispiel die Scoreklasse "Hervorragend" mit einem Scorewert von 833 von 999 Punkten. Insgesamt gibt es fünf Scoreklassen: Hervorragend, Gut, Akzeptabel, Ausreichend und Ungenügend.
Sollte ich mich auf die Kriterien mit den meisten Punkten konzentrieren?
Du willst deinen SCHUFA-Score verbessern und denkst direkt an die hohen Punktzahlen? Ein wichtiger Einflussfaktor für den SCHUFA-Score ist das bisherige Zahlungsverhalten, also der Umgang mit Zahlungsverpflichtungen wie z. B. Rechnungen oder Krediten. Aber: Nur für sehr wenige Menschen ist eine solche Zahlungsstörung bei der SCHUFA überhaupt gespeichert.
Anders beim Kreditstatus:
Rund 30 % der Verbraucher haben einen offenen Kredit.
Wenn du einen Kredit vollständig zurückzahlst, kannst du hier sofort bis zu 19 Punkte erreichen.
Entscheidend ist also nicht nur die maximale Punktzahl eines Kriteriums, sondern deine ganz individuelle Situation – und was du realistisch beeinflussen kannst.
Hier findest du noch mehr Tipps, wie du deinen SCHUFA-Score verbessern kannst.
Wurde das neue Modell unabhängig geprüft?
Ja. Das Fraunhofer-Institut IAIS hat das neue Score-Modell geprüft und bestätigt, dass die Entwicklung wissenschaftlich korrekt erfolgt ist und die verwendeten Daten relevant und signifikant sind.
Damit erfüllt der neue SCHUFA-Score die Anforderungen des § 31 Bundesdatenschutzgesetz.
Was bedeutet das für dich?
Ab März wird dein Score:
auf einem klaren Punktesystem basieren
aus zwölf transparenten Kriterien bestehen
und nachvollziehbar erklärt
Du erhältst einen transparenten, nachvollziehbaren SCHUFA-Score. Und genau diesen neuen SCHUFA-Score kannst du dann auch in deiner bonify-App einsehen. Im Web oder als App in deinem Playstore.
Wie komme ich an meine Daten?
Zuerst entscheidest du, ob du bonify im Browser (Web-App) oder über die Smartphone-App nutzen möchtest. Fürs Web klickst du einfach auf "Registrieren"oder oben auf "Neu bei bonify". Wenn du eine Smartphone-App bevorzugst, lade dir die bonify-App im Apple App Store oder bei Google Play herunter.
Anschließend registrierst du dich bei bonify mit E-Mail-Adresse und Passwort. Im nächsten Schritt bestätigst du deine Identität. Folgende Möglichkeiten stehen dir zur Verfügung:
Ausweis
Bankkonto
eID (Online-Ausweisfunktion)
Sobald du dich identifiziert hast, kannst du deinen SCHUFA-Score direkt einsehen. Egal, wie du dich identifiziert hast.
Wie sehe ich, wer meine Daten angefragt hat?
Wenn du dich mit der eID identifiziert hast, bekommst du zusätzlich Zugriff auf den gesamten Dateneinblick. Dort siehst du auch, wer deinen Score angefragt hat und alle SCHUFA-Einträge (positiv und negativ).
Hast du dich zunächst nur mit Ausweis oder Bankkonto identifiziert, kannst du einfach eine zweite Identifikationsmethode hinzufügen. Damit wird der Dateneinblick ebenfalls freigeschaltet – auch ohne eID.
Alternativ kannst du dir einen Brief mit einem Bestätigungscode zuschicken lassen. Nach ein paar Tagen erhältst du den Code per Post und kannst damit ebenfalls alle kostenlosen Features nutzen.
