7 Tipps, die dir helfen, trotz Coronavirus um die Runden zu kommen

Angesichts der Coronavirus-Pandemie, bei der viele Arbeitnehmer und Selbstständige plötzlich vor neuen Herausforderungen stehen, ist es umso wichtiger zu wissen, welche finanziellen Möglichkeiten es gibt.

Julia Ptock
Sparschwein mit Atemschutzmaske

Die Coronavirus-Pandemie hat Deutschland fest im Griff. Stündlich gibt es Meldungen zu neuen und umfassenden Maßnahmen, selbst über eine mögliche Ausgangssperre wird bereits diskutiert. 

Viele Deutsche bereiten sich bereits mit Hamsterkäufen auf ein längeres Anhalten der Situation vor und versuchen sich so gut es geht, auf die kommenden Tage und Wochen vorzubereiten. An den Aktienmärkten herrscht noch größere Unsicherheit. Der Dax, der Deutsche Leitindex, befindet sich auf einer für Viele beunruhigenden Talfahrt. Aber auch wenn Finanzberater jetzt vor panischen Ausverkäufen warnen und eine Besserung in Aussicht stellen, dürfte das kaum die Hauptsorgen der meisten Verbraucher sein. 

In Deutschland besitzen nur rund zehn Prozent der Bevölkerung Aktien. Auf der anderen Seite ist es für fast ein Drittel der Deutschen nicht möglich, Geld bei Seite zu legen und sich finanziell auf eine eventuelle Durststrecke einzurichten. In einer aktuelle ING Studie gab die Mehrheit der Befragten ohne Ersparnisse (63 Prozent) an, dass sie zu wenig verdienen, um finanzielle Rücklagen bilden zu können. Mit Blick auf die für viele wahrscheinlich bald anstehende Kurzarbeit, bei der das Einkommen erheblich zusammenschrumpfen kann, sind das keine rosigen Aussichten. 

Aus diesem Grund wollen wir euch 7 Tipps an die Hand geben, die euch dabei helfen sollen, in diesen unsicheren Zeiten über die Runden zu kommen.

 Tipp #1 - Sprich mit deinen Gläubigern

Wer Kredite zurückzahlen muss oder andere finanzielle Verpflichtungen bedienen muss, sollte sich so bald wie möglich an seine Gläubiger wenden - vor allem dann, wenn abzusehen ist, dass das Einkommen sinken wird. 

Die Coronavirus-Pandemie ist eine Extremsituation. Wir sitzen alle zusammen in einem Boot. Aus diesem Grund kann es gut möglich sein, dass Banken sich flexibler zeigen und Härtekonzessionen ermöglichen. Solche Zugeständnisse könnten beispielsweise eine Aussetzung der Raten- oder Zinszahlung sein. Wenn du Sorge hast, dass du Probleme damit bekommst, deine Tarif-Abschläge bei Strom und Gas zu bezahlen, empfehlen wir auch an dieser Stelle, das Gespräch mit dem Versorger zu suchen.

Die Zahlungen einfach auszusetzen, ist hingegen keine gute Idee. Banken und andere Vertragspartner reagieren auf unkommentierte oder nicht angekündigte Zahlungsausfälle häufig mit dem Standardverfahren. Und das meint Mahnung, Inkasso und negative Einträge in die Bonitätsakte

 Tipp #2 -  Erstelle ein Notfallbudget

Wer bereits ein Haushaltsbuch führt, kann sich schnell einen Überblick über seine Ausgaben verschaffen. Das ist wichtig, um ein “schlankeres” Budget zu erarbeiten und Sparpotenziale zu entdecken. 

Um ein schlankeres Budget zu erarbeiten, solltest du prüfen, auf was du aktuell verzichten kannst. Das könnte beispielsweise deine Mitgliedschaft bei Fitnessstudios oder anderen Vereinen sein. Der Urban Sports Club bietet beispielsweise für Mitglieder, die das Angebot aufgrund der Covid-19-Einschränkungen nicht nutzen können, ein sofortiges Pausieren der Mitgliedschaft an.

Generell gilt in puncto Mitgliedschaften folgendes: Wenn eine Leistung nicht erbracht werden kann, muss es auch keine Gegenleistung geben. Es liegt eine sogenannte Vertragsstörung vor. Das Problem dabei ist jedoch, dass wenn viele Menschen von ihrem Recht Gebrauch machen, kann das die Anbieter schnell in Bedrängnis bringen. Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Sachsen rät deswegen, Mitgliedsbeiträge unter Vorbehalt, so weit finanziell verkraftbar, weiterzuzahlen oder Kontakt zum Anbieter aufzunehmen und eine einvernehmliche Lösung zu finden.

bonify hilft dir übrigens dabei, den Überblick über die eigenen Finanzen zu helfen. Unser Finanzmanager informiert dich Dank Kontoradar über von dir gesetzte Limits (die überschritten wurden) oder Einnahmen und Ausgaben.

 Tipp #3 - Staatliche Unterstützung prüfen

Aktuell werden sehr viele unterschiedliche Hilfsmaßnahmen diskutiert. Inwiefern diese auf Privatpersonen betreffen werden, ist bisher nicht bekannt bzw. nicht absehbar. 

Es gibt aber schon seit Längerem das sogenannte Wohngeld, das zum Jahreswechsel 2019/2020 angepasst wurde.  Grundlage für die Berechnung des Wohngelds sind die reine Kaltmiete und die “kalten Nebenkosten“ (keine Heizkosten) der Wohnung. Auch Eigentümer einer Immobilie haben Anspruch auf Wohngeld und bekommen das als sogenannten Lastenzuschuss für eine selbst genutzte Immobilie. Zwar ist das Wohngeld keine Akut-Hilfe, lohnt es sich, einen Antrag zu stellen. 

 Tipp #4 - Gutscheine und Event-Karten nicht verfallen lassen

Die Bundesregierung hat in Deutschland Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern verboten. Aber auch kleiner Events werden aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr gestrichen. 

Wenn der Veranstalter das Event absagt, besteht in solchen Fällen ein Erstattungsanspruch auf den Ticketpreis. Falls du von einer solchen Absage betroffen bist, solltest du dich an den Veranstalter oder die Vorverkaufsstelle wenden und dich informieren, wie eine Rückabwicklung erfolgen kann. Auch eine Verschiebung des Events musst du nicht grundsätzlich hinnehmen. Das gilt vor allem dann, wenn du an dem neuen Termin keine Zeit hast. Umfassende Informationen zur Absage von Großveranstaltungen und deinen damit einhergehenden Rechten hat die Verbraucherzentrale zusammengestellt. 

 Tipp #5 - Tickets bei Reisen erstatten lassen

Wer eine Reise gebucht hat, hat dafür Geld in die Hand genommen. Wer die Reise jetzt aufgrund der Situation nicht antreten kann, sollte prüfen, welche Möglichkeiten es zur Erstattung gibt. 

Die Deutsche Bahn hat für Reisende mit Fahrscheinen in die vom Coronavirus betroffenen Gebiete zum aktuellen Zeitpunkt eine Kulanzregelung eingeführt: Kunden, die ihre Reise nicht mehr antreten möchten, können ihren Fahrschein kostenfrei erstatten lassen. Das gilt auch für Reisende mit einer Fahrkarte der Deutschen Bahn, bei denen der konkrete Reiseanlass aufgrund des Coronavirus entfällt. Informationen zur Stornierung oder zur Umwandlung des Tickets in einen Gutschein findest du auf der Seite der Deutschen Bahn. 

Übrigens haben Flixbus und Blablabus seit dem 17. März 2020 bis auf Weiteres den Betrieb eingestellt. Flixbus hat angekündigt, die betroffenen Fahrgäste zu informieren. Betroffene sollen einen Gutschein über den gesamten Ticketpreis ohne Stornierungsgebühr an die bei der Buchung angegebene E-Mail-Adresse erhalten. Auch Blablabus bietet bei Stornierung eine Rückerstattung des Fahrtpreises in Form eines Gutscheins an. Wenn du lieber das Geld zurückhaben willst, muss dies bis Ende des Monats via Kontaktformular beantragt werden. Die Fahrkosten werden dann, so heißt es auf der Unternehmensseite, ausnahmsweise, d.h. entgegen der gültigen Reservierungsbedingungen, zurücküberwiesen.

 Tipp #6 - Dispo meiden und lieber Rahmen- oder Ratenkredit beantragen

Wenn du akute Geldprobleme hast, raten wir dir davon ab, deinen Dispo auszureizen. Dispokredite gehen nach wie vor häufig mit durchschnittlich 10 Prozent Zinsen einher. Gerade, wenn du den Dispo für einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen musst, kann das sehr schnell sehr teuer werden. 

Willst du aber nicht auf diese Art von Reserve verzichten, empfehlen wir dir, zinsgünstige Angebote zu nutzen. Das wäre zum einen der Rahmenkredit und zum anderen der Ratenkredit. Ein Rahmenkredit ermöglicht dir beispielsweise jederzeit kurzfristig Geld für einen kurzen Zeitraum zu leihen. Die Darlehenssumme kann zwischen 2.500 Euro und 25.000 Euro variieren. Von der vereinbarten Summe kann der Kreditnehmer jederzeit so viel nehmen, wie er benötigt, wobei nie die gesamte Summe genutzt werden muss. 

Von sogenannten Payday Loans (auch Kurzzeitkredite oder Expresskredite) raten wir hingegen ab. Häufig bewegen sich die Zinssätze für solche Kredite zwischen 9 und 13 Prozent. Damit sind sie vergleichbar mit den Zinsen des Dispokredites. Zudem können auch noch Gebühren anfallen, wenn zusätzliche Serviceoptionen beantragt werden.

bonify unterstützt dich dabei, denn passenden Kredit zu finden. Mit unserem Kreditvergleich hast du die Möglichkeit, die günstigsten Kreditangebote zu finden.

 Tipp #7 - Planung statt Panik

Die Coronavirus-Pandemie ist eine absolute Ausnahmesituation. Viele Deutsche sind unsicher und bekommen Angst. Ein Resultat daraus: Hamsterkäufe. 

Wie wir aber alle wissen, sind Angst und Panik keine guten Ratgeber. Deshalb empfehlen wir dir, dir einen Ausgaben-Plan für die kommenden Wochen anzufertigen. So ein Plan kann beispielsweise ein Wochen-Budget beinhalten, das die wichtigsten Ausgaben beinhaltet. Hier sind vor allem die Punkte Lebensmittel und Mittel des täglichen Bedarfs zu nennen. 

Ein unüberlegter Hamster-Einkauf kann zu unnötigen Kosten führen, da im Regal vielleicht nur noch die Marken-Produkte vorhanden sind. Warte hier wenn möglich einen Tag ab. Viele Lebensmittelhändler kommen aktuell einfach nicht hinterher, die Regal wieder aufzufüllen. Erstelle dir zudem im Vorfeld einen Koch-Plan. Heißt: Lege vor dem Einkauf fest, was du die Woche essen möchtest und kaufe entsprechend dafür ein. Das vermeidet ungeplante Ausgaben.

Falls du in den kommenden Wochen größere Anschaffungen geplant hast, solltest du prüfen, ob du diese verschieben kannst. Wenn das Geld zum Ende des Monats knapp wird, sollte Erspartes nicht für den Kauf von Konsumgütern verwendet werden, wenn damit die alltäglichen Ausgaben gedeckt werden können. 

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