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Negativmerkmale: Was ist das und was bedeuten sie für Dich?

Verschiedene Negativmerkmale beeinflussen Deine Bonität negativ. Hier erfährst Du, was man unter Negativmerkmalen versteht, welche Arten von Negativmerkmalen es gibt und was sie für Dich und Deine Bonität bedeuten.
Elisa Thiem

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Elisa Thiem

5. Dezember 2018
Negativmerkmale (hart, mittel, weich) SCHUFA Bonität

Beschäftigt man sich mit dem Thema Bonität, stößt man immer wieder auf die Information, dass Negativmerkmale die Kreditwürdigkeit senken. Aber was genau ist eigentlich ein Negativmerkmal? Und wie beeinflussen Negativeinträge Deine Bonität?

Negativmerkmale sind Einmeldungen über nicht vertragsgerechtes Verhalten. Wer Rechnungen oder Kreditraten auch nach mehreren Mahnungen nicht zahlt, läuft Gefahr einen Negativeintrag in seiner Bonität zu erhalten.

Weiche, mittlere und harte Negativeinträge beeinflussen die Bonität unterschiedlich stark.

Wenn Du schon einen Negativeintrag in Deiner Bonität vermerkt hast, solltest Du die Löschfristen von Negativmerkmalen beachten und sie fristgerecht löschen lassen.

Personen mit Negativmerkmalen in Deutschland: Personen mit harten Negativmerkkmalen 4,22 Millionen

Personen mit weichen Negativmerkmalen 2,69 Millionen

Personen nur mit Positivmerkmalen 61,92 Millionen
Personen mit Negativmerkmalen in Deutschland

 Was bedeuten Negativmerkmale für mich?

Auskunfteien sammeln und speichern Daten über Deine Bonität. Dazu gehören Informationen über Dein Zahlungsverhalten. Während vertragsgemäße Zahlungserfahrungen als Positivmerkmale bezeichnet werden, sind mit einem Negativmerkmal negative Angaben, wie Informationen über Zahlungsrückstände oder Kreditausfälle in der Zahlungshistorie gemeint. Diese verschlechtern Deine Bonität. Man unterscheidet zwischen weichen, mittleren und harten Negativmerkmalen, die die Bonität je nach Gewichtung unterschiedlich stark beeinflussen.

 Negativmerkmale und Löschfristen im Überblick

 Weiche Negativmerkmale

Negativmerkmale

Löschfristen

Fällige, angemahnte und unbeglichene Forderungen

Missbrauch eines Kontos nach Nutzungsverbot

Laufende Inkassoverfahren

Außergerichtliche Inkassoverfahren (– nach geleisteter Teilzahlung – Einstellung des Verfahrens)

Nach Eintragung spätestens taggenau nach drei Jahren

Weiche Negativmerkmale

 Mittlere Negativmerkmale

Negativmerkmale

Löschfristen

Mahnbescheid

Vollstreckungsbescheid

Zwangsvollstreckung

Nach Eintragung spätestens taggenau nach drei Jahren

Mittlere Negativmerkmale

 Harte Negativmerkmale

Negativmerkmale

Löschfristen

Öffentliche Bekanntmachungen

Haftanordnung zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung

Eidesstattliche Versicherung

Nach drei Jahren taggenau

Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

Nach sechs vollen Kalenderjahren

Insolvenzverfahren: Ankündigung einer Restschuldbefreiung

Nach spätestens zehn Jahren taggenau

Harte Negativmerkmale

 Was sind weiche Negativmerkmale

Zu den weichen Negativmerkmalen gehören fällige, angemahnte und nicht beglichene Forderungen. Außerdem kann ein weiches Negativmerkmal die Nutzung eines Giro- oder Kreditkartenkontos nach Nutzungsverbot sein.

Ein laufendes Inkassoverfahren, ein außergerichtliches Inkassoverfahren nach einer geleisteten Teilzahlung sowie das Einstellen eines außergerichtlichen Inkassoverfahrens fallen ebenfalls unter die Rubrik weiches Negativmerkmal.

 Die Löschfristen von weichen Negativmerkmalen

Bei den Löschfristen kommt es immer ein wenig auf die individuelle Rückleistung der Forderung an. Allgemein lässt sich sagen, dass weiche Negativmerkmale nach Eintragung maximal bis zum Ende des dritten Kalenderjahres in der Bonitätsauskunft gespeichert werden.

 Was sind mittlere Negativmerkmale

Ein mittleres Negativmerkmal ist zum Beispiel ein Mahnbescheid, ein Vollstreckungsbescheid oder eine Zwangsvollstreckung.

 Die Löschfristen von mittleren Negativmerkmalen

Die Löschfristen von mittleren Negativmerkmalen sind in der Regel dieselben wie bei denen von schwachen Negativmerkmalen und erfolgen nach Einmeldung bei der Auskunftei nach Ablauf des dritten Kalenderjahres.

 Was sind harte Negativmerkmale

Unter einem harten Negativmerkmal versteht man zum Beispiel Bekanntmachungen wie einen Haftbefehl zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung, die Eidesstattliche Versicherung selbst (auch Gerichtsdaten genannt), Gläubigerbefriedigung nicht nachgewiesen oder ausgeschlossen (wenn der Schuldner keine pfändbaren Gegenstände besitzt oder der Wert nicht ausreicht) ist oder auch ein Verbraucherinsolvenzverfahren.

 Die Löschfristen von harten Negativmerkmalen

Die Löschfristen von harten Negativmerkmalen variieren von Fall zu Fall. Ein gerichtlicher Negativeintrag wird taggenau nach drei Jahren aus der Auskunft gelöscht, wenn die Forderung bezahlt wurde.

Bei Insolvenzverfahren ist die Prozedur langwieriger, teilt sich in drei Verfahrensschritte auf und ist erst nach zehn Jahren nach der Ankündigung einer Restschuldbefreiung aus der Bonitätsauskunft völlig verschwunden.

Mehr zum Thema Löschfristen und zu speziellen Fällen erfährst Du in dem bonify-Artikel: Ein Überblick der Löschfristen.

 Das bonify Glossar zum Thema Negativmerkmale

Eidesstattliche Versicherung (Offenbarungseid)

Wer eine Eidesstattliche Versicherung ablegt, hat einen Eintrag im Schuldnerverzeichnis und muss aufgrund von nichtgeleisteten Forderungen sein komplettes Vermögen vor einem Gerichtsvollzieher offenbaren.

Haftanordnung

Wer seiner Aufforderung nach einer Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung nicht nachkommt, erhält einen schriftlichen Bescheid von einem Gerichtsvollzieher. Kommt der Schuldner auch dieser Forderung nicht nach, erfolgt ein Haftbefehl oder auch eine Haftanordnung.

Gläubigerbefriedigung ausgeschlossen

Der Schuldner hat seine Vermögensauskunft abgegeben, besitzt aber kein zur Schuldensbegleichung ausreichendes Vermögen.

Gläubigerbefriedigung nicht nachgewiesen

Der Schuldner hat die Vermögensauskunft ebenfalls offengelegt und es kann nicht sofort festgestellt werden, dass er den Gläubiger zufriedenstellen kann. In diesem Falle gilt eine Frist von einem Monat nach Abgabe der Vermögensauskunft, in der der Schuldner die Möglichkeit hat, seine Forderungen zu begleichen.

Nichtabgabe der Vermögensauskunft

In diesem Fall hat der Schuldner seine Vermögensauskunft nicht offengelegt, obwohl er dazu aufgefordert wurde.

 Überwache Deine Bonität mit bonify und versuche Negativmerkmale zu vermeiden

Den Stand Deiner Bonität zu kennen, kann Dich vor einem schlechten Bonitätsscore bewahren. Wer seine Bonitätsauskunft regelmäßig checkt, hat so nämlich die Möglichkeit, die über sich gespeicherten Daten im Blick zu haben und im Falle einer nicht korrekten Speicherung der Auskunftei korrigieren zu lassen. Es geschieht erschreckend häufig, dass ein Negativmerkmal falsch gespeichert oder veraltet ist und sich negativ auf die Bonität auswirkt. Dem kannst Du mit einem eigenen bonify-Account entgegenwirken. bonify gibt Dir die Möglichkeit, jederzeit online und kostenfrei Deine Bonitätsauskunft zu prüfen. Werde also gleich ein Teil von bonify.

Elisa Thiem

Elisa Thiem

machte den Bachelor of Arts in Literaturwissenschaften in Bonn und den Master in Germanistik in Potsdam. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Manager bei bonify aus.