Was ist ein Ratenkredit und wie funktioniert er

Ein Ratenkredit kann ein Retter sein – nach Beantragung eines Ratendarlehens erhält man die gewünschte Summe und zahlt sie in Raten inkl. Zinsen ab. Was der Ratenkredit genau ist, wie er funktioniert und wo du einen bekommst, kannst du hier erfahren.

Elisa Thiem
Was ist Ratenkredit und Einfluss deiner Bonität

 Was ist ein Ratenkredit

Der Ratenkredit ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Kredit, der in zeitlich genau festgelegten und immer gleichbleibenden Teilzahlungen (Raten) zurückgezahlt wird. Er ist die gängigste aller Kreditarten für mittlere und langfristige Finanzierungswünsche.

Finanzwirtschaftlich betrachtet existiert der Begriff Ratenkredit nicht, es handelt sich lediglich um eine immer wieder verwendete Bezeichnung für Kredite die:

Zur freien Verwendung gedacht sind (kein Verwendungszweck).

Demnach keine Immobilienfinanzierungen sind.

Eine Kreditsumme im vier- bis fünfstelligen Bereich.

An private Verbraucher gerichtet sind.

Ein Ratenkredit bietet sich immer dann an, wenn man schnell eine gewisse Summe an Geld benötigt. Zum Beispiel der Kühlschrank den Geist aufgibt und du schnell einen neuen brauchst. 

Fast jeder kennt solche Schreckensmomente und meistens geschehen sie genau dann, wenn man nicht flüssig ist. Murphys Gesetz. Die spezielle Finanzierungsart "Ratenkredit" ist nützlich, wenn man kurzfristig Geld braucht und kein Erspartes hat oder nicht darauf zurückgreifen möchte. Jetzt ist es sinnvoll, Kreditangebote zu vergleichen.

Ein solches Ratendarlehen ist in der Regel dazu gedacht, bestimmte Dinge anzuschaffen. Er wird daher auch als Konsumentenkredit bezeichnet. Es ist die häufigste Darlehensart, wenn es um Konsumfinanzierung geht.

 Wie funktioniert ein Ratenkredit

Der Ratenkredit ist der Standardfall eines Kredites, das Darlehen wird in gleichbleibenden, monatlichen Raten inklusive Zinsen an den Kreditgeber zurückgezahlt. Der Ratenkredit ist im Bankwesen eine Bezeichnung für einen Kredit, der durch Annuitäten getilgt wird.

 Ein kleiner historischer Einblick

Ratenkredite werden schon seit Mitte der 1950er Jahre gegeben und haben ihren Ursprung in deutschen Versandhäusern. Diese gaben ihren Kunden die Chance, größere Anschaffungen in Raten abzuzahlen und kooperierten dazu mit Teilzahlungsbanken. 

Mit steigender Konsumlust verbreitete sich auch die Begeisterung für Ratenkredite, was sich Banken und Sparkassen schnell zu Nutzen machten.

 Voraussetzungen für einen Ratenkredit

Im Prinzip giltst du als kreditfähig und kannst einen Kredit aufnehmen wenn du:

voll geschäftsfähig bist,

volljährig bist (das 18. Lebensjahr vollendet hast)

einen festen Wohnsitz in Deutschland hast

über ein deutsches Bankkonto verfügst

ein unbefristetes Arbeitsverhältnis hast

nicht mehr in der Probezeit bist

die notwendige Bonität von der SCHUFA bestätigt bekommst

Dennoch gibt es Einschränkungen. So haben es beispielsweise Studenten, Rentner, Selbstständige, Freiberufler und Arbeitslose schwerer, einen Kredit zu bekommen. In diesen Fällen bieten einige Banken spezielle Kredite an. Diese unterliegen anderen Voraussetzungen und oft sind die Zinsen dann sehr hoch.

Die Konditionen für einen Ratenkredit sind vor allem von deiner Bonität und deinem Schufa-Score abhängig. Die drücken nämlich deine Zahlungswahrscheinlichkeit (Kreditwürdigkeit) aus. 

Gute Chancen haben also Arbeitnehmer mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag und einer positiven Bonität. Je besser deine Bonität, umso günstigere Konditionen und günstigere Zinsen bekommst du angeboten.

Nur wenn keine negativen Einträge wie Mahn- oder Vollstreckungsbescheide oder auch Zahlungsverzüge in der Bonitätsauskunft vorliegen, kann die Bank sichergehen, dass der Ratenkredit auch pünktlich und zuverlässig abbezahlt wird. 

Falls du in einem befristeten Arbeitsverhältnis steckst, sollte die gewählte Kreditlaufzeit die Dauer der Job-Befristung nicht übersteigen, um einen Ratenkredit bewilligt zu bekommen.

Ebenfalls wichtig ist ein ausreichender Haushaltsüberschuss, schließlich soll von diesem Geld die Rate gezahlt werden. Um diesen Überschuss zu ermitteln, fragt die Bank neben der Bonität auch das Gehalt, monatliche Ausgaben und laufende Kredite ab. 

Als Nachweis der Angaben dienen Kontoauszüge und Gehaltsnachweise. Wichtig ist: Die monatliche Rate sollte in keinem Fall den Überschuss übersteigen. So ist gewährleistet, dass der Kredit zu deiner finanziellen Situation passt.

Ratenkredite werden außerdem in der Regel ohne Besicherung vergeben. Besicherungen sind vorher vereinbarte Absicherungen des Kreditnehmers gegenüber der Bank, sodass im Falle eines Zahlungsausfalls der Kredit weiter zurückgezahlt wird. Das können zum Beispiel Gehaltsabtretungen oder Bürgschaften sein.

 Zinsen beim Ratenkredit

Der Sollzins, oder auch nominale Zins, ist die Entschädigung des Kreditnehmers an die Bank. Auf diese Weise verdienen Banken an Krediten. 

Der effektive Jahreszins beschreibt die Gesamtkosten eines Kredites – also nicht nur die Zinssätze, sondern auch mögliche anfallende Gebühren.

Tipp: Schau dir bei der Wahl eines passenden Kredites immer den effektiven Jahreszins an und achte weniger auf den Sollzins.

Das Gute an einem Ratendarlehen ist, dass man sich mit der Bank auf einen möglichst günstigen Zinssatz einigt und dieser dann über die Laufzeit des Kredites fest besteht. Du kannst also deine Finanzen gut planen.

Tipp: Am wichtigsten ist das intensive Vergleichen von Angeboten und Konditionen. Nur so erhält man die günstigsten Ratenkredite.

 Verwendungszweck bei Ratenkrediten

Transparenz im Verwendungszweck ist eine gute Sache. Der Verwendungszweck kann zu besseren Konditionen verhelfen oder sogar dem Bonitätsscore nutzen. 

Wer zum Beispiel einen Autokredit aufnimmt, erhält bessere Zinssätze, da die Bank im Falle eines Verzugs das Recht hat, das Auto zu verkaufen. 

Bei einer Umschuldung sollte kommuniziert werden, dass es sich um keine neue Verschuldung handelt, was wiederum der Bonität sowie den monatlichen Raten zugutekommt.

 Laufzeit eines Ratenkredites

Die Laufzeiten für einen Ratenkredit variieren von Bank zu Bank und von Kreditnehmer zu Kreditnehmer. Eine längere Laufzeit kann sich negativ auf die monatlichen Raten und auf die Zinsen auswirken.

Tipp: Entscheide dich immer für die, für dich realisierbare, kürzeste Laufzeit. Das sichert die niedrigsten Zinsen.

 Ratenkredite ohne festes Einkommen

Menschen ohne festen Arbeitsvertrag haben es sehr schwer, an einen Kredit zu kommen. Dazu gehören sowohl Studenten, Rentner und Arbeitslose als auch Freiberufler und Unternehmer. 

Eine mögliche Lösung in diesem Fall ist es, einen zweiten Kreditnehmer in den Vertrag einzubeziehen. Diese zweite Partei erhöht die Wahrscheinlichkeit der Annahme, da nun das Einkommen beider Kreditnehmer zusammengerechnet wird und beide gesamtschuldnerisch haften.

Interessant: Tipps um einen günstigen Kredit zu finden!

 Ratenkredit ohne SCHUFA oder trotz schlechter Bonität

Einen Kredit ohne SCHUFA Auskunft (oft "Schweizer Kredit" genannt) gibt es, so wie man ihn verstehen könnte, nicht. 

Wer einen Kredit bei einer in Deutschland ansässigen Bank beantragt, kommt an der Prüfung der persönlichen Daten bei der SCHUFA nicht vorbei. 

Es gibt allerdings die Möglichkeit einen Ratenkredit trotz negativer SCHUFA zu bekommen. Wenn für dich kein Weg daran vorbeiführt, einen solchen Kredit aufnehmen zu müssen, ist es wichtig, dass du nicht auf irgendeinen unseriösen Anbieter hereinfällst. Außerdem wirst du beim Ratenkredit trotz Schufa auf jeden Fall mit deutlich höheren Zinsen rechnen müssen.

 Ist ein Ratenkredit besser als ein Dispokredit

Zwar kommt es auf verschiedene Faktoren bei der Vergabe und den Konditionen des Ratenkredits an, dennoch sind die Zinsen beim Ratenkredit wesentlich geringer als bei einem Dispokredit. Die Verwendung eines Ratendarlehens anstelle eines Dispos, kann dir mehrere Euro im Monat sparen helfen.

Eine Dispo-Umschuldung ergibt immer dann Sinn, wenn du merkst, dass du mit der Rückzahlung deines Dispokredites immer weiter in Verzug gerätst. 

Ein Kredit mit festen Rückzahlungsbedingungen und einer geregelten Laufzeit spart Geld und schenkt Sicherheit.

 Ratenkredite vergleichen

Hier kannst du verschiedene Ratenkredite vergleichen. Achte beim Vergleich auf den effektiven Jahreszins und spiele verschiedene Laufzeiten und Raten durch, um das beste Angebot zu finden. Auch die Höhe der Kreditsumme kannst du im Ratenkredit Vergleich variieren.

Du kannst das auch uns überlassen: Mit bonify Kreditcheck kannst du uns die Wunschkonditionen für deinen Ratenkredit mitteilen und bonify sucht den passenden Kredit für dich! Hast du ein Angebot, dann lass uns dein Angebot vergleichen und ein besseres finden. Zum bonify Kreditcheck!

 Häufige Fragen zu Ratenkrediten im Überblick

Was genau ist ein Ratenkredit?

Eine Finanzierungsmöglichkeit, bei der eine verhandelte Summe direkt und schnell nach Antragsstellung ausgezahlt wird.

Diese Summe wird in vorher vereinbarten festen Raten monatlich zurückgezahlt.

Der Zinssatz ist für die gesamte Laufzeit festgelegt.

Welche Nachweise brauche ich für den Ratenkredit?

Volljährigkeit (Personalausweis oder Reisepass)

Wohnsitz in Deutschland

Konto in Deutschland

Einkommensnachweise

Ausreichende Bonität

Kontoauszüge

Kopie des Arbeitsvertrages

(Variiert von Bank zu Bank)

Nützliche Tipps

Halte die Laufzeit so kurz wie möglich

Hol dir verschiedene Angebote ein und vergleiche sorgfältig

Löse den Kredit so schnell wie möglich ab (wenn du einen Bonus oder eine Gehaltserhöhung bekommen hast, kannst du das Geld nutzen, um den Kredit direkt abzuzahlen – Ratenkredite sind nämlich jederzeit kündbar)

Achte auf die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung, die bei Ratenkrediten seit 11. Juni 2010 auf höchstens 1 Prozent der Restschuld des Kredits beschränkt ist. Deine Bank darf dann eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr verlangen. Achte auf mögliche zusätzliche Kosten.

Sinnvoll sind auch kostenlose Sondertilgungen

Weniger sinnvoll ist in den meisten Fällen die Restschuldversicherung

Beim Vergleichen verwende Schufa-neutrale Konditionsanfragen

Elisa Thiem