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Schuldenfalle Urlaub: Knapp 8 Millionen Deutsche überziehen ihr Konto

Für viele ist der Sommerurlaub das Highlight im Jahr, doch leider wird er für knapp acht Millionen Deutsche auch zur Schuldenfalle. Schuld daran sind die hohen Dispozinsen.
Julia Ptock

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Julia Ptock

28. August 2019

Sommerurlaub… Das heißt für viele Sonne, Strand und Meer. Für knapp acht Millionen Deutsche bedeutet der Sommerurlaub aber auch Schulden. Elf Prozent der Deutschen verschulden sich durch Ausgaben für ihren Urlaub, wie nun eine repräsentative Studie des Kreditportals smava zeigt. 

 Der Dispo kann zu einer langfristigen Verschuldung führen

Basierend auf den Daten einer Online-Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstitutes YouGov, kommt die Analyse zu dem Ergebnis, dass 4,2 Millionen Deutsche ihr Konto für ihren Sommerurlaub überzogen haben. Weitere 3,5 Millionen rechnen damit, ihr Konto durch Ausgaben für den Urlaub noch zu überziehen. 

Problematisch wird die Verschuldung vor allem deshalb, weil viele Deutsche auf ihren Dispokredit zurückgreifen. Da der Dispokredit Teil des Kontos ist, wirkt er oft harmlos. Den wenigsten Verbrauchern ist bewusst, dass der Dispokredit aber viel Geld kostete. Zinsen von rund zehn Prozent sind keine Seltenheit. Die Stiftung Warentest hat die Angebote von 1.285 Banken, Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken verglichen und kommt zu dem Ergebnis, dass der durchschnittliche Zinssatz bei einem Dispo bei 9,68 Prozent liegt. Es gibt aber auch Banken, die deutlich höhere Zinsen verlangen. 

Laut der Analyse von smava ist der teure Dispo für die Mehrheit der Nutzer der erste Schritt in die Schuldenfalle. 79 Prozent der Deutschen, die den Dispo nutzen, benötigen bis zu einem Jahr und länger, um das eigene Konto wieder auszugleichen. Nur 16 Prozent sind hingegen in der Lage, das Konto binnen einem Monat wieder aus dem roten Bereich zu holen. 

 Umschuldung kann bares Geld sparen

Der Dispokredit wird von vielen Menschen als Helfer in der Not verstanden, da man sehr flexibel auf ihn zugreifen kann. Diese Flexibilität kann aber vor allem bei der Rückzahlung zum Problem werden. Das hat zwei Gründe: Zum einen ist der Zinssatz mit durchschnittlich 9,68 Prozent extrem hoch und zum anderen gibt es keine geplante Rückzahlung, wie es beispielsweise beim Ratenkredit der Fall ist. Das führt häufig dazu, dass neue, ungeplante Ausgaben die Rückzahlung verzögern oder das Konto sogar noch tiefer in den roten Bereich rutschen lässt. 

Wenn dies der Fall ist, sollten Verbraucher dringend darüber nachdenken, den Dispokredit zu einem Ratenkredit umzuschulden. Bei dieser Kreditart benötigt man in puncto Rückzahlung weniger Selbstdisziplin, da monatlich ein festgelegter Teil der Schulden zurückgezahlt werden muss. Durch den deutlich niedrigeren Zinssatz lässt sich beim Ratenkredit im Vergleich zum Dispo sogar Geld sparen

Ratenkredite punkten zudem immer mehr im Bereich Flexibilität. Neben kostenlosen Sondertilgungen sind auch vorzeitige Ablösungen mittlerweile weit verbreitet. Das bedeutet, dass die zu Beginn vereinbarte reguläre Laufzeit je nach Bedarf verkürzt werden kann. Entsprechend kommen Ratenkredite auch für die Verbraucher infrage, die sich nur für wenige Monate Geld leihen möchten.

 Spartipps für den Urlaub

Wer seinen Urlaub richtig plant, kann jede Menge Geld sparen. Wir haben elf Spartipps zusammengestellt, mit denen Du schon bei der Urlaubsplanung richtig viel Geld sparen kannst. Aber auch im Urlaub lässt sich viel Geld sparen. Wie das geht, verraten wir Dir in unserem Artikel “10 Tipps, wie Du im Urlaub richtig Geld sparen kannst”. 

Julia Ptock

Julia Ptock

hat ihren Master of Arts in Germanistik & Kommunikation- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig gemacht. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Managerin bei bonify aus.