Dispokredit umschulden: der Weg aus der Schuldenfalle

Wer über einen längeren Zeitraum seinen Dispokredit nutzt, muss hohe Zinsen dafür bezahlen. Um nicht in die Schuldenfalle zu rutschen, kann der Dispokredit umgeschuldet werden. Was du über die Dispo-Umschuldung wissen musst, erklären wir dir hier.

Julia Ptock
Dispokredit umschulden

Bei einem Dispokredit handelt es sich um eine von der Bank gegenüber dem Kunden eingeräumte, auf einen festen Betrag begrenzte Kreditlinie. Oder einfacher gesagt: Rutscht das Konto zum Ende des Monats ins Minus, bist du im Dispo und hast dein Konto überzogen. 

Die Nutzung des Dispos ist soweit erst einmal kein Problem. Das kann sich aber ändern, wenn der Dispokredit über einen längeren Zeitraum genutzt wird und du ihn nicht mehr ausgleichen kannst. Dazu kommt, dass die Banken für den Dispokredit hohe Zinsen berechnen. Die Stiftung Warentest fand bei Vergleichen heraus, dass der durchschnittliche Zinssatz bei 9,68 Prozent liegt. Es gibt aber auch Banken, die bis zu 13,75 Prozent Zinsen verlangen. 

Durch die hohen Zinsen wird es mit der Zeit immer schwieriger, den Dispo zurückzuzahlen. Eine Umschuldung kann dabei helfen, da der Dispo so ausgeglichen werden kann und die für den Umschuldungskredit niedrigere Zinsen dich weniger Geld kosten. 

Nachfolgend erklären wir, welche Möglichkeiten es zur Dispo-Umschuldung gibt. Was sich generell  hinter einer Kreditumschuldung verbirgt, welche Vorteile eine Umschuldung im Allgemein und was es ist mit der Vorfälligkeitsentschädigung im Speziellen auf sich hat, erklären wir im Artikel “Der Umschuldungskredit: Geld sparen und Finanzen ordnen”.

 Wann ergibt eine Dispo-Umschuldung Sinn? 

Bevor du dich auf die Suche nach einem Umschuldungskredit machst, solltest du prüfen, ob sich eine Umschuldung lohnt. Dir sollte bewusst sein, dass du bei einer Umschuldung einen neuen Kredit beantragst, der über eine gewisse Laufzeit abgeschlossen wird. Wie lang die Laufzeit ist, bestimmst du selbst - auch die Höhe der zu zahlenden Raten (bspw. beim Ratenkredit). Mit dem Abschluss eines Kredites gehst du eine neue Verpflichtung ein. Stelle im Vorfeld sicher, dass du dieser nachkommen kannst. 

Eine klare Regel, wann es Sinn hat, einen Dispokredit durch einen anderen Kredit umzuschulden bzw. abzulösen, gibt es nicht. Aufgrund der Flexibilität eignet sich ein Dispo für kurzfristige Überziehungen. Das heißt, dass du den Dispo an sich bedenkenlos nutzen kannst, wenn nur ein paar Tage zwischen der Abbuchung und dem Eingang des Geldes, das dich wieder aus dem Dispo holt, liegen. Die Überziehung kann dann auch einige Hundert Euro betragen, da sich die Zinsen bei einer zeitlich kurzen Überziehung in Rahmen halten. 

Wenn du deinen Dispokredit allerdings über mehrere Wochen oder gar Monate überziehst und die Summe zumindest im niedrigen vierstelligen Bereich liegt, solltest du eine Umschuldung ernsthaft in Betracht ziehen. 

Grundsätzlich empfehlen wir dir eine Dispo-Umschuldung, wenn eine konstante Überziehung des Girokontos für 

mindestens sechs Monate bei mehr als 1.000 Euro,

mindestens drei Monate bei mehr als 2.000 Euro oder

mindestens zwei Monate bei mehr als 5.000 Euro vorliegt.

Wenn du deinen Dispo überziehst und damit eine “geduldete Überziehung” vorliegt, solltest du unbedingt umschulden. 

Welche Möglichkeiten dir zur Umschuldung des Dispokredites zur Verfügung stehen, erklären wir dir in den nächsten beiden Abschnitten. 

 Dispo-Umschuldung mit einem Ratenkredit

Der größte Vorteil bei einer Umschuldung mittels eines Ratenkredites sind die vergleichsweise niedrigen Zinsen. Während Banken bei einem Dispokredit Zinsen von rund 10 Prozent ansetzten, fallen bei einem Ratenkredit, abhängig von der gewünschten Laufzeit, Darlehenshöhe und der eigenen Bonität, Zinsen häufig im unteren einstelligen Bereich an.

Aber: Bei einem Ratenkredit gehst du eine feste Verpflichtung ein. Der Kredit wird durch regelmäßige, monatliche Zahlungen über einen bestimmten Zeitraum getilgt. Deshalb ist es wichtig, dass du vor Abschluss des Ratenkredites herausfindest, welche Kreditraten du dir überhaupt leisten kannst. Wichtig ist hierbei vor allem, einen detaillierten Haushaltsplan zu erstellen, der Einnahmen und Ausgaben auflistet. So können realistische Raten vereinbart werden, die dich finanziell nicht zu stark belasten.

Wenn du dich dazu entschieden hast, den Dispo mit einem Ratenkredit abzulösen, solltest du im Vorfeld die Angebote vergleichen - dabei hilft die auch der bonify Kreditvergleich. Es empfiehlt sich, beim Vergleich den Verwendungszweck “Umschuldung” mit anzugeben. Der Kredit zur Umschuldung muss nicht bei der Hausbank aufgenommen werden. Falls du die Bank nicht wechseln willst, kannst du die Vergleichsangebote auch nutzen, um mit deiner Bank über einen preiswerten Kredit zu verhandeln. 

Achte beim Abschluss des Umschuldungskredits auch auf die richtige Darlehnshöhe. Es gibt durchaus Banken, die dir einen viel größeren Kredit anbieten, als überhaupt notwendig. So werden die Schulden aber nur größer statt kleiner. Manchmal tappen Kunden aber auch von selbst in die Falle und beantragen von sich aus einen größeren Kredit als sie benötigen.

Wenn die Kreditsumme jedoch nur etwas höher ist als die Disposchuld, hast du ein Polster für die erste Ratenzahlung. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie direkt wieder in den Dispo geraten.

 Dispo-Umschuldung mit einem Rahmenkredit 

Neben dem Ratenkredit eignet sich auch ein Rahmenkredit zur Umschuldung. Der ist in puncto Zinsen zwar nicht so günstig wie ein Ratenkredit, aber dennoch günstiger als ein Dispokredit. 

Bei einem Rahmenkredit handelt es sich um einen sogenannten Abrufkredit. Bei dieser Kreditart vereinbaren Kunde und Bank einen festen Kreditrahmen, aus dem der Kreditnehmer flexibel Geld abrufen kann. Wie die Auszahlung des Rahmenkredites vonstattengeht und was es in puncto Zinsen zu beachten gibt, erklären wir im Artikel “Der Rahmenkredit: Die günstige Alternative zum Dispo”.

Der Rahmenkredit punktet für viele Verbraucher zum einen wegen seiner zum Dispo vergleichsweise niedrigen Zinsen und zum anderen durch seine hohe Flexibilität. Aber: Bei einem Rahmenkredit gibt es keine festen Zinsen. Die Zinshöhe kann sich täglich ändern. Außerdem erfordert ein Rahmenkredit äußerste Disziplin. Da die Bank wenig Druck ausübt, sollte man sich stets bewusst sein, dass man seine Schulden dennoch abbezahlen muss und nicht noch weiter in den Teufelskreis gerät. 

 Vorsicht vor Überschuldung durch Umschuldung

Eine Umschuldung bringt zwar einiges an Vorteilen mit sich, allerdings kann die regelmäßige, monatliche Kredittilgung gerade bei einer knappen Liquidität auch von Nachteil sein. Prüfe deshalb sehr genau, ob du die mit der Kreditaufnahme entstehende Monatsbelastung dauerhaft verkraften kannst.

Ein weiterer Kniff, der dich vor der Überschuldung schützen kann, ist die Absenkung es Disporahmens. Dabei musst du den Dispo nicht ganz streichen. Schließlich können sich immer finanzielle Notfälle ereignen, für die schnell auf Geld zurückgegriffen werden muss. Ohne Dispo kommt es dann zum Beispiel zu Rücklastschriften oder Mahngebühren. Vermeiden aber, den Dispo dauerhaft zu nutzen. Falls deine aktuelle Bank den Dispozins besonders hoch ansetzt, kannst du auch versuchen, zu einem Anbieter mit einem niedriger verzinsten Dispokredit zu wechseln.

Wenn du erfolgreich umgeschuldet hast, solltest du den Dispokredit nicht mehr oder nur im absoluten Notfall nutzen. Dafür ist eine Übersicht über die eigenen Finanzen und Selbstdisziplin nötig. Ein Haushaltsbuch kann dir dabei helfen.

 bonify hilft

Wusstest du, dass dir bonify nicht nur kostenlos deine Bonität zur Verfügung stellt, sondern dir auch bei der Überwachung deiner Finanzen hilft? 

Der bonify Dispo-Alarm benachrichtigt dich beispielsweise, wenn dein Konto droht, ins Minus zu rutschen. Des Weiteren kannst du mithilfe des Kontoradars individuelle Benachrichtigungen einstellen, die dich aktiv darüber informieren, wenn zum Beispiel dein selbst gesetztes Ausgaben-Limit erreicht wurde oder dein Kontostand einen bestimmten Wert erreicht.

Julia Ptock