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SCHUFA-Eintrag – Keine Panik, das muss nichts Schlimmes sein

Der SCHUFA-Eintrag meint gar nichts Böses, sondern bezeichnet zunächst nur gespeicherte Informationen. Nicht jeder SCHUFA-Eintrag ist auch gleich ein negativer Eintrag, was es zu SCHUFA-Einträgen zu wissen gibt, verrät Dir bonify
Elisa Thiem

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Elisa Thiem

22. Januar 2019
negativer SCHUFA-Eintrag

Bei dem Wort SCHUFA-Eintrag bekommen die meisten wahrscheinlich erst einmal ein komisches Gefühl im Bauch. Das muss aber gar nicht so sein, schließlich ist mit einem SCHUFA-Eintrag zunächst nur jegliche Eintragung gemeint, die in der SCHUFA-Auskunft über Dich gespeichert ist. Das können laufende Kredite sein, Girokonten oder Mobilfunkverträge und so weiter.

Wie genau Deine SCHUFA-Auskunft aussieht, erfährst Du, indem Du eine Selbstauskunft anforderst. Nur so weißt Du darüber Bescheid, was Banken, Versicherungen und andere Dienstleister eigentlich über Dich erfahren, wenn sie einen Bonitätscheck über Dich vornehmen.

Besonders wichtig wird das Einsehen Deiner eigenen Auskunft, wenn Du zum Beispiel einen Kredit für einen Hauskauf beantragen möchtest. Wer über seine SCHUFA-Auskunft Bescheid weiß, alle Daten geprüft und gegebenenfalls korrigieren lassen hat, kann sicherer und besser vorbereitet mit Banken und Kreditgebern verhandeln.

Mehr zu SCHUFA-Einträgen verrät Dir auch unser Blogartikel: Was ist ein SCHUFA-Eintrag und wie bekommt man ihn?

 SCHUFA-Eintrag: positiv oder negativ

Zuallererst: Keine Panik, die meisten SCHUFA-Einträge sind positiv!

 Unter einem positiven SCHUFA-Eintrag versteht man zum Beispiel:

Laufende Kredit-, Mobilfunk- oder Leasingverträge, die stets pünktlich bezahlt werden.

Keine versäumten Rechnungen und generell ein zuverlässiges Vertragsverhalten.

 Ein negativer SHUFA-Eintrag wäre zum Beispiel:

ein gekündigter Kredit, Zahlungsausfälle, Einträge in öffentlichen Schuldnerverzeichnissen

Einen von der Bank gekündigten Kredit:

Wer seine Raten nach Mahnung nicht zahlt, könnte eine Kreditkündigung von der Bank bekommen. Die Bank hat dann das Recht den offenen Betrag innerhalb von 6 Wochen einzufordern. Zu lösen ist dieses Problem in der Regel mit einer Ratenzahlungsvereinbarung.

Zahlungsausfälle:

Wer einer Forderung nach mehreren Mahnbescheiden nicht nachkommt, bekommt in seiner Bonitätsakte einen negativen Eintrag.

Einträge aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen:

Wer in einem öffentlichen Schuldnerverzeichnis gelistet ist, hat entweder die Pflicht zur Vermögensoffenbarung nicht gewahrt oder wird auch durch eine Zwangsvollstreckung oder durch einen Gerichtsvollzieher die Befriedigung des Gläubigers nicht herstellen können.

 Generell darf ein negativer SCHUFA-Eintrag nur erfolgen, wenn

Nach einer fälligen Forderung mindestens zwei schriftliche Mahnungen eingegangen sind.

Beide Mahnungen mit einem Abstand von vier Wochen eingegangen sind.

In einem der beiden Mahnbescheide ein negativer Eintrag bei einer Auskunftei wie z.B. der SCHUFA angedroht wird.

Die Forderung bis dato nicht bestritten wird.

Alle vier Voraussetzungen müssen bestehen, bevor ein negativer SCHUFA-Vermerk erlaubt ist. Sollte ein Unternehmen die oberen vier Punkte nicht einhalten, kannst Du einen Anwalt konsultieren und eine Löschung des Eintrages fordern.

 Wie lange wird ein SCHUFA-Eintrag gespeichert

Information

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Zeitpunkt der Löschung

Kredite

Nach Rückzahlung des Kredites: 3 Jahre*

Giro- und Kreditkartenkonten

Nach Konto-Auflösung: sofort

Kreditanfragen

Nach Anfrage: 12 Monate

Anfragen über Kreditkonditionen (nur in der Selbstauskunft sichtbar)

Nach Anfrage: 12 Monate

Anfragen von Unternehmen über Dich

Nach Anfrage: spätestens nach 12 Monaten

Falsch gespeicherte Daten

Immer und so schnell wie möglich

Restschuldbefreiung

Nach 3 Jahren*

Haftbefehl und Abgabe der Vermögensauskunft

Nach 3 Jahren*, vorzeitig möglich, wenn das Amtsgericht den Haftbefehl löscht.

* Jeweils zum Jahresende des 3. Jahres

Wie lange wird ein SCHUFA-Eintrag gespeichert

Tipp: Überwache Deine SCHUFA-Einträge immer selbstständig, indem Du Deine Selbstauskunft mindestens einmal jährlich anforderst. Nicht selten werden Daten falsch gespeichert oder nicht rechtzeitig aktualisiert.

 Wie vermeide ich einen negativen SCHUFA-Eintrag?

Werde selbst aktiv und habe Deine Finanzen immer im Blick. Dazu solltest Du einerseits regelmäßig Deine Selbstauskunft anfordern und Dich andererseits bei bonify registrieren. Hier kannst Du Deine Bonität und Daten nämlich immer jederzeit und kostenlos einsehen und bei Bedarf Falscheinträge melden und korrigieren lassen.

Warte bei Rechnungen oder Mahnungen nicht zu lange und lass diese nicht einfach liegen. Das heißt: Bezahle offene Rechnungen. Falls Du die Forderung nicht auf einmal bedienen kannst, suche aktiv das Gespräch mit Deinem Gläubiger, biete eine Ratenzahlung an und halte Dich an den Zahlungsplan. Das hat meist Erfolg, denn auch für den Gläubiger ist ein Mahnverfahren sehr aufwendig.

 Fehler bei SCHUFA-Einträgen

Der häufigste Fehler bei einem negativen SCHUFA-Eintrag ist, dass er nach der Tilgung nicht rechtzeitig gelöscht wurde. Dies stellt Dich bei Banken als nicht kreditwürdig dar, hat also negative Konsequenzen.

Es kann außerdem vorkommen, dass die Höhe von Forderungen zu hoch angesetzt ist, Zahlungen zu Unrecht als zu spät vermerkt werden oder persönliche Daten veraltet oder falsch sind.

Solche Fälle können stets mittels eigener Überprüfung gelöst werden. Fordere Deine Selbstauskunft dabei nicht nur von der SCHUFA, sondern auch von den anderen Auskunfteien ein, wie Creditreform Boniversum, CRIF BÜRGEL und Co.

 Ein negativer SCHUFA-Eintrag durch einen Fehler – Wie geht man vor?

Hast Du einen SCHUFA-Eintrag nach Erledigung, wendest Du Dich zunächst an das Unternehmen selbst, bittest um einen Erledigungsvermerk und um die Weiterleitung an die Auskunfteien. Nach einer Bestätigung des Kreditgebers oder Unternehmens schickst Du diese am besten noch einmal direkt an die Auskunftei und bittest selbst um Berichtigung.

 Einen negativen SCHUFA-Eintrag löschen

Eine vorzeitige Löschung ist bei der SCHUFA aufgrund einer Kulanzregelung dann möglich, wenn der geforderte Betrag maximal 2000 Euro beträgt und innerhalb von sechs Wochen bezahlt wird. Dies gilt nur, wenn es kein Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid dazu gab.

Mehr zum Löschen von SCHUFA-Einträgen.

Elisa Thiem

Elisa Thiem

machte den Bachelor of Arts in Literaturwissenschaften in Bonn und den Master in Germanistik in Potsdam. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Manager bei bonify aus.