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Kreditscoring: Der Indikator Deiner Bonität

Kreditscoring ist ein Rechenverfahren, das einem Kreditinstitut Auskunft über Deine Kreditwürdigkeit gibt (Quantifizierung Deiner Bonität).

14. Dezember 2018

Kreditscoring ermöglicht es Kreditinstituten einen Wert zu berechnen, der die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls durch einen Geschäftspartner ausdrückt. Zur Berechnung wird eine Vielzahl an Daten herangezogen.

Kreditscoring ist ein statistisch-mathematisches Verfahren, auf dessen Grundlage die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern berechnet wird.

Für die Berechnung des Kreditscores ziehen Unternehmen sowohl interne als auch externe Daten über Dich heran.

Du kannst mit einer Selbstauskunft bei Unternehmen alle Daten abfragen, die für Dein Kreditscoring verwendet werden.

 Was ist Kreditscoring?

Kreditscoring ist ein wissenschaftlich anerkanntes, mathematisch-statistisches Verfahren, mit dessen Hilfe ein Wahrscheinlichkeitswert, der sogenannte Score, berechnet wird. Dieser gibt Auskunft über das zukünftige Zahlungsverhalten eines Verbrauchers.

Der Score stellt also die Kreditwürdigkeit eines Verbrauchers in Zahlen dar. Oder mit anderen Worten: Das Kreditscoringverfahren berechnet die Wahrscheinlichkeit, mit der Du als Verbraucher Deinen Kredit zurückzahlen oder Deine offenen Rechnungen begleichen wirst.

Der Kreditscore von Kreditinstituten ist dem Bonitätsscore von Auskunfteien sehr ähnlich. Mithilfe von Kreditscoring sollen objektive Vertragsentscheidungen erleichtert werden. Das ist möglich, da der berechnete Score der Erstellung von Risikoprofilen dient. Banken können auf dieser Grundlage besser einschätzen, wie groß das finanzielle Risiko bei Vertragsabschluss mit einem Verbraucher ist. Je nach Scorewert können sie Verträge verweigern oder die Konditionen anpassen.

Die rechtliche Grundlage für Scoringverfahren ist Paragraf 31 des neuen Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG-neu). Er ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen Vertragsentscheidungen, die mittels einer automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgen.

 Wie funktioniert Kreditscoring?

Für das Kreditscoring wird eine Vielzahl an Daten herangezogen. Diese können zum einen interne Daten eines Unternehmens, oder aber externe Daten sein.

 Interne Daten

Interne Daten sind die Informationen, die ein Unternehmen selbst über Dich gespeichert hat.

Zum Beispiel: Du hast einen Kredit bei einer Bank aufgenommen. Die Bank speichert alle Informationen über Dein Zahlungsverhalten und erstellt, basierend auf diesen Daten, eine Zahlungshistorie. Diese fließt als Entscheidungsgrundlage in zukünftige Vertragsabschlüsse mit ein.

Hast Du in der Vergangenheit immer zuverlässig Deine offenen Raten beglichen, kann das Unternehmen daraus schließen, dass Du auch in Zukunft zuverlässig zahlen wirst.

Musstest Du als Verbraucher jedoch mehrmals an einen Zahlungsrückstand erinnert werden, speichert das Unternehmen auch diese Erfahrungen ab. Es kann dann passieren, dass Du auf Basis des Kreditscorings keinen weiteren Kredit gewährt bekommst oder nur zu teuren Konditionen.

 Externe Daten

Externe Daten sind Daten, die zum Beispiel vom Verbraucher selbst oder von Auskunfteien stammen können. Auskunfteien sind privatwirtschaftliche Unternehmen, die wirtschaftsrelevante Daten von Verbrauchern sammeln und damit Risikoprofile erstellen.

Viele Unternehmen arbeiten mit Auskunfteien zusammen und haben einen Datenaustausch vereinbart. Das heißt, dass die von den Unternehmen gesammelte Zahlungshistorie auch an eine Auskunftei weitergeleitet wird. Zwar können Unternehmen Deine Daten nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergeben, doch in der Regel stimmst Du dem bei Vertragsabschluss zu.

Umgekehrt fordern Unternehmen auch externe Daten von den Auskunfteien an. Diese sammeln, speichern und analysieren verschiedenste Daten und Informationen über Verbraucher. Daraus wird der Bonitätsscore berechnet. Dieser wird häufig in das Kreditscoring miteinbezogen.

Die Nutzung externer Daten hat für Unternehmen klare Vorteile. Du kannst es Dir so vorstellen:

Die Bank A hat mit einem bestimmten Verbraucher bereits schlechte Erfahrungen gemacht und diese mit einer Auskunftei geteilt. Der Verbraucher will nun zum ersten Mal bei Bank B einen Kredit aufnehmen. Dieses hat noch keine eigenen Informationen über den Verbraucher. Indem Bank B nun die Daten bei einer Auskunftei anfordert, erfährt sie, dass der Verbraucher in der Vergangenheit ein unzuverlässiger Kunde war. Als Konsequenz wird dem Kunden die Aufnahme des Kredits verweigert.

 Welche Daten werden für das Kreditscoring verwendet?

Für das Kreditscoring sammeln Unternehmen und Auskunfteien Daten über Verbraucher. Hierunter fallen unter anderem Personendaten, wie zum Beispiel Dein Name, Geschlecht, Alter und Deine Anschrift. Wie oben beschrieben werden auch Informationen zu Deinem Zahlungsverhalten gespeichert.

Hast Du nach mehreren Zahlungsaufforderungen Deine Zahlungsverpflichtungen nicht beglichen, kann es zu einem Inkasso- oder Gerichtsverfahren kommen. Das sind sogenannte harte Negativmerkmale, die Deinen Kreditscore nachhaltig beeinflussen.

Zusätzlich können Verbraucher selbst Daten angeben, die für das Kreditscoring relevant sind. Zu diesen Daten gehören häufig das Nettoeinkommen, der Familienstand und der Haushaltsüberschuss. Der Verbraucher muss für gewöhnlich Nachweise erbringen, dass die von ihm angegebenen Daten korrekt sind. Für das Nettoeinkommen können das zum Beispiel Gehaltsabrechnungen oder Kontoauszüge sein.

Der Bundesgerichtshof hat 2014 in einem Urteil entschieden, dass die Scoringformeln von Auskunfteien dem Geschäftsgeheimnis unterliegen und nicht öffentlich bekannt gemacht werden müssen. Die openSCHUFA Initiative wurde Anfang 2018 ins Leben gerufen und versucht nun die Formel zu entschlüsseln, indem sie Selbstauskünfte sammeln und diese auswerten.

Nur für Kreditinstitute gibt es eine offizielle Kontrollinstanz. Die Kreditscoring-Verfahren von Banken müssen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überprüft und abgenommen werden.

 Wie kann ich meinen Kreditscore abfragen?

Du kannst mehrmals im Jahr alle personenbezogenen Daten, die Unternehmen über Dich gespeichert haben, mithilfe einer Selbstauskunft einholen. Die Grundlage hierfür ist die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Das gleiche Recht hast Du bei Auskunfteien. Auf diese Weise erhältst Du kostenlos alle Daten, die im Scoringverfahren der jeweiligen Auskunftei verwendet werden – inklusive Deines Scores.

Du hast mehrere Möglichkeiten, Deine Selbstauskunft einzufordern. Entweder per Post, per Email oder per Selbstauskunft-Formular. In den meisten Fällen wird von Dir eine Identifikation angefordert, damit Deine Daten nicht in die falschen Hände geraten. Für gewöhnlich reicht eine Kopie Deines Personalausweises.

Bei bonify kannst Du Deinen Kreditscore kostenlos abfragen

Auch bei bonify kannst Du Deinen Kreditscore kostenlos abfragen. Du musst Dich lediglich in drei kurzen Schritten anmelden und hast dann direkt Zugriff auf Deinen Score. Die Daten erhalten wir von der Creditreform Boniversum, der zweitgrößten Auskunftei in Deutschland. Einen schnelleren Weg zu Deiner Bonität wirst Du kaum finden. Melde Dich doch direkt bei bonify an und erfahre Deinen Kreditscore!