Versicherungen - Welche sind wirklich sinnvoll und welche verzichtbar?

Versicherungen gibt es für so ziemlich alles – aber nicht alle sind sinnvoll oder für jede Lebenssituation geeignet. Hier bekommst du einen Überblick, welche Versicherungen du auf jeden Fall haben solltest und welche nicht.

Aurica Voss
Versicherungen

Es gibt Weniges, das sich nicht versichern lässt: Ob Waschmaschine, Paket, Reise oder Leben – alles ist mit irgendeinem Risiko behaftet und soll deshalb versichert werden. Zumindest, wenn es nach den Versicherungsunternehmen geht. Die meisten Versicherungen sind aber weder sinnvoll noch notwendig, dafür teuer. Auf andere wiederum solltest du auf keinen Fall verzichten. Welche Versicherungen du brauchst und welche nicht, erfährst du in diesem Artikel.

 Gesetzliche Versicherungen

Einige der wichtigsten Versicherungen sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben: die private oder gesetzliche Krankenversicherung, die Kfz-Haftpflicht für Fahrzeuginhaber und die Rentenversicherung für Arbeitnehmer sowie einige Selbstständige wie Lehrer, Hebammen und Handwerker. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich freiwillig beziehungsweise zusätzlich zu versichern. Wer beispielsweise als Selbstständiger nicht pflichtversichert ist, kann freiwillig Beiträge für die Altersvorsorge zahlen. Für Pflichtversicherte macht eine zusätzliche private oder betriebliche Altersvorsorge Sinn.

Optionale Versicherungen und Versicherungszusätze gibt es wie Sand am Meer. Manche sind mit hohen Kosten verbunden, aber überflüssig, andere sind gleichzeitig nützlich und günstig. Da ist es nicht immer einfach zu entscheiden, welche Versicherung in welchen Lebenssituationen zweckmäßig ist und welche du gar nicht brauchst oder abspecken solltest, um unnötige Ausgaben zu vermeiden. Damit du dich in diesem Gewirr besser orientieren kannst, haben wir eine Übersicht für dich erstellt.

 Private Versicherungen, die du haben solltest

Nicht jede Versicherung ist für jede Lebenssituation geeignet und der Bedarf oder die Notwendigkeit für bestimmte Versicherungen kann sich je nach Lebenssituation auch wieder ändern. Es gibt aber neben den Pflichtversicherungen auch solche, die du auf jeden Fall haben solltest. Versicherungen sollen dich vor finanziellen Risiken schützen, vor allem solchen, die deine Existenz bedrohen könnten. Grundsätzlich solltest du regelmäßig einen Blick auf deine Versicherungen werfen und hinterfragen, welche du wirklich brauchst. Unterstützend kannst du dich immer fragen, in welchen Versicherungsfällen du in der Lage wärst, die Kosten selbst zu tragen. Für solche Versicherungen kannst du dir Beiträge sparen.

 Private Haftpflicht

Eine der wichtigsten Versicherungen neben den gesetzlich vorgeschriebenen ist die private Haftpflichtversicherung. Sie schützt dich davor, in von dir verursachten Schadensfällen gegenüber Dritten mit deinem Privatvermögen zu haften. Dazu zählen Sachschäden und Personenschäden.

Wenn du mit Freunden unterwegs bist und durch dein Versehen zum Beispiel eine teure Kamera zu Bruch geht, hast du einen Sachschaden verursacht. Die Haftpflicht bietet dir hier Schutz vor den finanziellen Folgen. Bei Personen- oder Vermögensschäden sind diese schwerwiegender. Ein beliebtes Beispiel ist ein Fahrradunfall, der durch deine Schuld passiert und durch den sich eine Person verletzt (Personenschaden) und deshalb wochenlang beruflich ausfällt (Vermögensschaden). Die Kosten, die durch solch einen Unfall auf dich zukommen, können für dich existenzbedrohend sein. Absichern kannst du dich dagegen für wenige Euro im Monat. Auf diese Versicherung solltest du auf keinen Fall verzichten.

Die Kosten für eine Haftpflichtversicherung liegen bei durchschnittlich 50 Euro pro Jahr und unterscheiden sich je nach Anbieter. Daher solltest du vor dem Abschluss eines Vertrages einen Vergleich machen. Achte dabei auf jeden Fall auf die Höhe der Deckungssumme, da sie eines der wichtigstens Leistungsmerkmale ist. Sie sollte bei mindestens 10 Millionen Euro liegen, vorzugsweise aber höher. Sei lieber etwas zu hoch als zu niedrig versichert, denn für alle Kosten, die über der Deckungssumme liegen, musst du selbst aufkommen. Da kann es bei Schäden in Millionenhöhe – so unwahrscheinlich der Fall auch sein mag – schon mal auf eine Million Euro mehr oder weniger ankommen, die du selbst zahlen musst oder eben nicht.

Auch eine Forderungsausfalldeckung sollte deine Haftpflichtversicherung beinhalten: So gehst du sicher, dass deine Schadensersatzansprüche auch dann gelten, wenn die Person, durch die dir ein Schaden entstanden ist, nicht versichert ist.

 Kfz-Haftpflicht

In Deutschland muss jedes Fahrzeug haftpflichtversichert sein. Die Kfz-Haftpflicht springt bei Schäden anderer Verkehrsteilnehmer ein. Ist dein Auto nicht versichert, darfst du es nicht fahren. Wenn du es trotzdem fährst und dabei erwischt wirst, musst du Bußgeld zahlen.

Bei einem Unfall ist dein Wagen nicht durch die Kfz-Haftpflichtversicherung abgesichert, stattdessen springen dann Vollkasko- und Teilkaskoversicherungen ein. Ob du dein Auto voll- oder teilkaskoversicherst, ist dir überlassen. Bei Neuwagen bietet sich die Vollkasko an. Für gebrauchte oder ältere Autos, die noch gut in Schuss sind, genügt es, wenn du sie teilkaskoversicherst.

Eine Kfz-Versicherung kann teuer sein: Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen darf der Versicherer Anträge auf Versicherungsschutz zwar nicht grundlos ablehnen. Er darf aber für höhere Risikogruppen höhere Versicherungsprämien verlangen – bei gleichzeitig minimalem Versicherungsschutz. Die Konditionen, die dir im Rahmen der Kfz-Haftpflicht angeboten werden, hängen unter anderem von deiner Bonität ab. Mit einer schlechten Bonität zahlst Du viel und bekommst wenig als Gegenleistung. Wissenswertes über den Zusammenhang von Kfz-Versicherung und Bonität erfährst du hier.

Die grundsätzliche Verpflichtung zur Akzeptanz eines Versicherungsantrages regelt lediglich das Mindestmaß des Versicherungsschutzes – und das ist nur der Haftpflichtschutz. Die Deckungssumme hier beträgt oft nur das gesetzlich festgeschriebene Minimum: für Personenschäden 7,5 Millionen Euro, bei Sachschäden 1,12 Millionen Euro und für Vermögensschäden 500.000 Euro. Eine Kaskoversicherung, egal ob voll oder teil, muss der Versicherer bei schlechter Bonität des Kfz-Halters gar nicht anbieten.

 Auslandsreisekrankenversicherung

Wenn du ins Ausland reist, auch innerhalb der Europäischen Union, macht eine Auslandsreisekrankenversicherung Sinn, denn die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt medizinisch notwendige Kosten im Ausland nur teilweise oder gar nicht. Die Auslandsreisekrankenversicherung hingegen zahlt Behandlungs- und Krankenhauskosten und übernimmt die Kosten für einen Rücktransport nach Deutschland. 

Jeder fünfte Deutsche ist laut einer Umfrage der TNS Infratest im Ausland schon einmal krank geworden. Dabei muss es sich gar nicht um eine schlimme Krankheit handeln. In den meisten Fällen sorgen ein ausgeprägter Sonnenbrand, eine Allergie, Hautverletzungen, Durchfall oder eine Erkältung dafür, dass ein Arzt oder die Notaufnahme aufgesucht werden müssen. Bei der Rechnung für einen Krankenhausaufenthalt im Ausland können schnell mehrere tausend Euro zusammenkommen. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt aber höchstens den Betrag, den sie in Deutschland zahlen würde – und der entspricht oft nur dem Bruchteil. Die gute Nachricht: Für eine Auslandsreisekrankenversicherung musst du gar nicht viel Geld ausgeben. Ab schon 10 Euro im Jahr kannst du dich versichern. Und sorgenfrei verreisen.

 Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine private Absicherung, die die gesetzliche Erwerbsminderungsrente sinnvoll ergänzen kann, da diese in der Regel nicht ausreicht, den eigenen Lebensstandard im Falle der Berufsunfähigkeit zu halten. Unabhängig davon, ob du im Baugewerbe arbeitest oder im Büro, solltest du in Erwägung ziehen, diese Versicherung in Anspruch zu nehmen. Berufsunfähig bedeutet, dass du krankheits-, unfall- oder invaliditätsbedingt deinen Beruf voraussichtlich mindestens sechs Monate lang nicht mehr ausüben kannst. Das kann durch einen komplizierten Knochenbruch ebenso passieren wie durch eine psychisch bedingte Erkrankung.

Bezüglich der Versicherungssumme gilt als Faustregel, dass du etwa 75 Prozent deines Nettoeinkommens absichern solltest, mindestens jedoch 50 Prozent. Die Beitragshöhe für eine Berufsunfähigkeitsversicherung schwankt stark und hängt unter anderem davon ab, wie alt du bist, welchem Beruf du nachgehst, wie dein Gesundheitszustand ist und welche Höhe du für deine Berufs­unfähig­keits­rente wünschst. Diese wiederum sollte hoch genug sein, um damit alle deine monatlichen Ausgaben zu decken. Um nicht unnötig draufzuzahlen, lohnt sich in jedem Fall ein Vergleich der verschiedenen Versicherungsanbieter.

 Wohngebäudeversicherung

Falls du Wohnungs- oder Hauseigentümer bist, lohnt es sich für dich, eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen. Denn Reparaturen am Eigenheim oder gegebenenfalls sogar ein Wiederaufbau können schnell zu einer enormen finanziellen Belastung werden. Mit einer Wohngebäudeversicherung versicherst du das Gebäude sowie alle fest damit verbundenen Teile wie Fenster und Türen vor finanziellen Schäden durch Feuer, Blitzschläge, Leitungswasser, Sturm oder Hagel. 

Die Kosten für diese Versicherung hängen zum Beispiel vom Standort deiner Immobilie ab sowie davon, ob es sich um einen Neubau oder eine Bestandsimmobilie handelt. Die Beitragshöhe variiert zwischen ca. 150 und 800 Euro. Wie bei den meisten Versicherungen lohnt auch hier ein direkter Vergleich.

 Fazit

Es gibt unzählige weitere Versicherungen, die du optional zu den wichtigen und den gesetzlich vorgeschriebenen in Anspruch nehmen kannst und die je nach deiner individuellen Lebenssituation mehr oder weniger sinnvoll sein können. Wir empfehlen dir an dieser Stelle noch einmal, dir vor dem Abschluss einer Versicherung Klarheit darüber zu verschaffen, ob du die Kosten für einen eventuellen Schadensfall aus der eigenen Tasche zahlen könntest und in diesem Fall auf eine teure Versicherung lieber zu verzichten. Entsprechend solltest du aber an den wirklich wichtigen Versicherungen nicht sparen, um keine bösen Überraschungen zu erleben – die im Zweifel deinen finanziellen Ruin bedeuten können.

 Zusätzlicher Versicherungsschutz - welcher ist sinnvoll?

Neben den gesetzlichen und optionalen privaten Versicherungen gibt es auch einige Zusätze, die deinen Versicherungsschutz sinnvoll ergänzen. Ob du diese in Anspruch nehmen möchtest oder nicht, hängt letztendlich auch von deiner finanziellen Situation ab. Hast du die wesentlichen privaten Versicherungen abgeschlossen und trotzdem noch genug Geld in der Haushaltskasse, kann sich ein zusätzlicher Schutz in einigen Fällen lohnen.

 Hausratversicherung

Der Name sagt es schon: Die Hausratversicherung schützt deinen Hausrat, und zwar im Falle eines Einbruchdiebstahls, Feuers oder Wasserschadens. Auch Schäden am Hausrat durch Vandalismus, Hagel oder Sturm sind abgesichert. In diesen Fällen zahlt die Versicherung den Wiederbeschaffungswert beziehungsweise die Reparaturkosten. 

Als Hausrat gelten Gegenstände in deinem Haushalt: Kleidung, Möbel, elektrische Geräte, Teppiche, Geschirr, Lebensmittel, Werkzeug und Wertsachen. Wertsachen wie Bargeld und Schmuck werden meist nur bis zu einer bestimmten Summe mitversichert, die aber gegen einen Beitragszuschlag erhöht werden kann. Der will also gut überlegt sein.

Eine Hausratversicherung solltest du dann in Betracht ziehen, wenn du die wichtigsten Gegenstände, die im Schadensfall ersetzt werden müssen, nicht aus der eigenen Tasche bezahlen kannst. Sie lohnt sich natürlich auch, wenn du sehr teure Einrichtungsgegenstände hast. Bevor du dich für eine konkrete Hausratversicherung entscheidest, solltest du – wie auch bei den anderen Versicherungen – die Leistungen und Beiträge in Preis und Leistung miteinander vergleichen.

Übrigens zählen Feuer und Einbruchdiebstahl in Deutschland zu den häufigsten Gründen, aus denen die Hausratversicherung bemüht wird.

Achtung Fahrraddiebstahl: Als beweglicher Besitz ist dein Fahrrad in der Hausratversicherung mitversichert – solange es im abgeschlossenen Fahrradraum oder angeschlossen im Keller abgestellt ist oder in der Wohnung beziehungsweise der Garage. Wenn du dein Fahrrad auch gegen Diebstahl auf der Straße versichern willst, solltest du darauf achten, dass die Hausratversicherung über eine spezielle Fahrradklausel verfügt. Diese sollte beinhalten, dass dein Rad rund um die Uhr versichert ist sowie eine Versicherungssumme, die hoch genug ist, dein Fahrrad zu ersetzen. Wenn du dein Fahrrad von deinen Ersparnissen ersetzen könntest, brauchst du diese Klausel in deiner Hausratversicherung nicht. Wenn es sich bei deinem Fahrrad um ein sehr teures Modell handelt, kannst du dafür eine eigene Fahrradversicherung in Anspruch nehmen. Die greift nicht nur beim Diebstahl des Drahtesels, sondern auch, wenn Diebe einzelne Teile entwenden sowie bei Schäden am Rad durch Sturz, Unfall oder Vandalismus.

 Zahnzusatzversicherung

Ob du eine Zahnzusatzversicherung brauchst, hängt vor allem davon ab, wie sehr du mit Blick auf die Zukunft damit rechnest, häufige und kostspielige Behandlungen in Anspruch nehmen zu müssen. Für Zahnersatz trägt die gesetzliche Krankenversicherung nicht die gesamten Kosten. Bei der sogenannten Regelversorgung beteiligt sie sich seit dem 1. Oktober 2020 mit einem Festzuschuss von 60 Prozent. Wenn du dein Bonusheft seit mindestens fünf Jahren lückenlos abstempeln lassen hast, bezuschusst die Kasse etwa 65 bis 70 Prozent. Was an Behandlungskosten darüber hinaus geht – immerhin noch 30 bis 40 Prozent –, musst du selbst tragen.

Dein Eigenanteil kann je nach Qualität des Zahnersatzes zwischen 100 und mehreren 1000 Euro betragen. Eine Zahnzusatzversicherung kostet je nach Anbieter etwa 300 bis 400 Euro im Jahr. Wenn du also schon weißt, dass du häufig Zahnbehandlungen in Anspruch nehmen musst und diese eher kostspielig sind, rechnet sich für dich eine Zahnzusatzversicherung. 

Alternativ kannst du aber auch monatlich etwas Geld dafür beiseite legen, sodass du im Notfall auf diese Reserve zurückgreifen kannst.

 Rechtsschutzversicherung

Die Rechtsschutzversicherung bietet dir Schutz gegen Kosten im Falle eines Rechtsstreits, beispielsweise für gesetzliche Anwaltskosten oder Gerichtskosten, die bei Strafrechtssachen, Bußgeldverfahren oder steuerrechtlichen Streitigkeiten auf dich zukommen können. Ob eine solche Versicherung wirklich sinnvoll ist, hängt von deiner individuellen Situation ab, also davon, wie wahrscheinlich ein Rechtsstreit in deinem Leben ist.  Übrigens: Willst du dich gegen Mietstreit absichern, ist die Mitgliedschaft im Mieterverein eine günstige Alternative.

 Günstiger versichert durch Partner- und Familientarife

Versicherungen entsprechend der eigenen Lebenssituation auszuwählen beziehungsweise anzupassen ist auch deshalb empfehlenswert, weil diese sich ändern kann und somit auch dein Bedarf für die jeweilige Absicherung. Wenn du mit deiner Partnerin oder deinem Partner zusammenziehst oder heiratest, wirkt sich das günstig auf einzelne Versicherungen aus: Du kannst durch Partner- oder Familientarife bei vielen Versicherungen Geld sparen, indem ihr eure Policen zusammenlegt und die Deckungssumme anpasst oder sie im Partnertarif weiterführt. Das gilt sowohl für verheiratete Paare als auch für unverheiratete Paare, die in einen gemeinsamen Haushalt ziehen. In der Regel könnt ihr jeweils einen der Verträge, wenn ihr beide versichert seid, außerordentlich oder mit einer kürzeren Frist kündigen.

Folgende Versicherungen lassen sich nach einer Eheschließung oder dem Gründen eines gemeinsamen Haushalts zusammenlegen oder im Partnertarif weiterführen:

Haftpflichtversicherung

Kfz-Versicherung

Hausratversicherung

Auslandskrankenversicherung

Rechtsschutzversicherung

Bezüglich der Haftpflichtversicherung ist es wichtig zu wissen, dass bei unverheirateten Partnern eine zusammengelegte Versicherung gegenseitige Schadensersatzansprüche ausschließt. Das heißt, wenn dein Partner beispielsweise versehentlich einen Sachschaden an einem deiner Gegenstände verursacht, kommt eure Haftpflicht nicht dafür auf. Das mag bei Sachschäden harmlos sein, doch es betrifft auch Personenschäden und ist daher ein Risiko für euch beide. Informiert euch deshalb eingehend über mögliche Alternativen, denn auch hier kommt es auf eure konkrete Lebenssituation an.

 Versicherungen, die du nicht brauchst

Jetzt hast du einen Überblick bekommen über gesetzlich verankerte sowie optionale Versicherungen, die du auf jeden Fall haben solltest und solche, die je nach Lebenssituation mehr oder weniger Sinn machen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Versicherungen und Versicherungszusätze sowie Luxus-Policen mit Begriffen wie „Komplettschutz“ oder „Premium“, die teuer sind und nichts bringen.

Jede Versicherung kostet Geld und in den wenigsten Fällen bringt dich der zugrundeliegende Schadensfall an den Rand des Ruins. Ein verlorenes Gepäckstück ist ärgerlich, aber der Verlust beziehungsweise das Ersetzen deines Kofferinhalts bringt dich nicht in Existenznöte. Auf die Gepäckversicherung kannst du ohne Not verzichten. Wenn eine andere Person durch deine Unachtsamkeit Schaden nimmt oder deine Wohnung durch einen Wasserschaden verwüstet wird, sieht die Lage anders aus.

Frage dich vor Abschluss jeder Versicherung, ob du sie wirklich brauchst. Versicherungen und Zusatzversicherungen, von denen wir dir abraten, sind in aller Kürze zum Beispiel:

Handyversicherung: Ein neues Handy zu bezahlen rechnet sich eher als Reparaturen oder die teure Versicherung, zumal diese viele Schäden ausschließt.

Reisegepäckversicherung: Am Reiseziel selbst ist der Verlust oder Diebstahl des Reisegepäcks in der Regel durch die Hausratversicherung (Außenversicherung) abgedeckt. Geht das Gepäck beim Flug verloren oder wird beschädigt, haftet die Fluggesellschaft. Daher ist eine Reisegepäckversicherung nicht unbedingt notwendig.

Glasbruchversicherung: Prüfe, ob Glasschäden nicht bereits Bestandteil deiner Haftpflicht-, Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung sind.

Brillenversicherung: Spare die Versicherungsbeiträge lieber für eine neue Brille.

Kreditausfallversicherung oder Restschuldversicherung: Ist teuer, unflexibel und zahlt in vielen Fällen nicht. In unserem Faktencheck erklären wir die Details.

Internetversicherung: Eine sogenannte Internetversicherung sichert dich gegen Phishing und den Missbrauch deiner Zahlungsdaten ab. Wenn du einen Kreditkartenmissbrauch oder verdächtige Abbuchungen auf deinem Konto entdeckst, kannst du diese reklamieren und bekommst das Geld von der Bank zurückerstattet. Dafür brauchst du keine Versicherung. Was in vielen Fällen wesentlich ärgerlicher ist, ist der Zeitaufwand, der mit einem Identitätsdiebstahl und Datenmissbrauch einhergeht – und dagegen gibt es keine Versicherung. Da fährst du mit einer Vorsorge besser. Eine Möglichkeit, Kreditkartenbetrug und Datendiebstahl rechtzeitig zu entdecken, ist bonify IdentProtect. Mit dem Feature kannst du deine Kreditkartendaten und alle anderen wichtigen persönlichen Daten überwachen lassen. bonify IdentProtect überwacht Tausende Webseiten und Millionen von Datenpunkten im Internet, Deep Web und Darknet. Sobald deine persönlichen Daten kompromittiert werden, wirst du alarmiert und kannst sofort gegensteuern.

Aurica Voss