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5 weitverbreitete Mythen über den Bonitätsscore

Es gibt viele Mythen über den Bonitätsscore und viele sind Humbug. Eine Selbstauskunft verschlechtert Deinen Bonitätsscore beispielsweise nicht!
Elisa Thiem

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Elisa Thiem

11. Dezember 2018
Mythen über den Bonitätsscore

Setzt man sich zum ersten Mal mit der eigenen Bonität auseinander, wird man mit seinem Bonitätsscore konfrontiert. Hierbei können viele Fragen aufkommen. Zum Beispiel: Wie wird der Bonitätsscore (“Wahrscheinlichkeitswert”) berechnet? Woher kommen die Daten? Wer fragt meinen Bonitätsscore ab? Wie kann ich meinen Bonitätsscore verbessern?

Hin und wieder hast Du sicher schon etwas zum Thema Bonitätsscoring bzw. Kreditscoring gehört oder gelesen. Aber was stimmt? Was ist Unsinn?

Eine grundlegende Sache vorab: Der Bonitätsscore einer Auskunftei gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der Du Deinen Zahlungen nachkommst. In diesem Artikel räumen wir mit einigen Mythen über Deinen Bonitätsscore auf:

 Mythos 1: Jede Selbstauskunft verschlechtert meinen Score

Das stimmt nicht. Der zum 25. Mai 2018 in Kraft getretene Erwägungsgrund 63 des DSGVO schreibt vor, dass jeder Bürger dazu berechtigt ist, mehrmals im Jahr eine kostenlose Selbstauskunftin angemessenen Abständen, zu beantragen. Für andere Arten von Auskünften, zum Beispiel für die Bonitätsauskunft für Mieter, verlangen Auskunfteien in der Regel zwar Geld, diese haben aber weder einen negativen noch einen positiven Einfluss auf Deine Bonität.

Deine Bonität immer im Auge zu behalten ist wichtig: Mit einer regelmäßigen Überprüfung Deiner Daten, kannst Du feststellen, ob fehlerhafte oder unvollständige Daten über Dich gespeichert sind, die Deine Bonität fälschlicherweise verschlechtern. Solltest Du fehlerhafte Einträge über Dich feststellen, kannst Du diese der jeweiligen Auskunftei melden.

Einfacher geht es mit bonify, in Deinem bonify Account findest Du neben den Daten, die zur Berechnung relevant sind, auch den Kontakt unserer Partnerauskunftei Creditreform Boniversum. Fehlerhafte Einträge kannst Du einfach per E-Mail melden. Diese werden dann geprüft und, falls falsch oder unvollständig, korrigiert.

 Mythos 2: Es gibt nur einen Bonitätsscore

Jede Auskunftei arbeitet mit ihrem eigenen sog. “statistisch-mathematischen Analyseverfahren”, nutzt unterschiedliche Daten und gewichtet Bonitätsmerkmale unterschiedlich, um Deinen Bonitätsscore zu berechnen. Am Ende ergibt sich entweder ein Prozentwert oder ein Punktewert, dieser kann sich teilweise nach Branchen unterscheiden. So kann es beispielsweise sein, dass eine Auskunftei es als wahrscheinlicher ansieht, dass Du Deine Mobilfunkrechnung als Deine Raten eines möglichen Kredits zahlst.

Auch kommen Auskunfteien auf Basis unterschiedlicher Berechnungsverfahren und zugrundeliegender Daten zu unterschiedlichen Scores über Dich – Dein tatsächlicher Bonitätsscore wäre also vielleicht ein Durchschnittswert aller über Dich berechneten Scores. Allerdings wird sich ein Unternehmen, das sich über Dich erkundigt, in der Regel nicht alle Auskunfteien anfragen. Welche Unternehmen mit welchen Auskunfteien zusammenarbeiten, kannst du den jeweiligen AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) entnehmen.

 Mythos 3: Dein Bonitätsscore stellt Deine aktuelle finanzielle Situation dar

Das stimmt nicht ganz. Der Bonitätsscore stellt die berechnete Wahrscheinlichkeit dar, mit der Du Zahlungen nachkommst. Die Daten, die dem Score zur Berechnung Deiner Bonität zugrundeliegen ergeben sich aus vergangenen positiven und negativen Zahlungserfahrungen. Negative Merkmale bleiben drei Jahre über Dich gespeichert, entsprechend kann es etwas Zeit in Anspruch nehmen, bis sich Dein Bonitätsscore verbessert.

Eine gute Bonität baut sich so über Jahre hinweg auf. Erfahre mehr darüber, wie Du Deinen Bonitätscore aktiv verbessern kannst und weitere Fakten über gute Bonität.

Deine finanzielle Situation kommt dann ins Spiel, wenn Du einen Kredit beantragen möchtest.. In dem Fall ermitteln Banken noch einmal eigene Scores, die aus Daten berechnet werden, die eine Auskunftei nicht hat – wie Dein Gehalt, Deine Ersparnisse oder Deine regelmäßigen monatlichen Ausgaben.

Wusstest Du, dass bonify Deine finanzielle Gesundheit messen kann? Die bonify FinFitness ist ein indikativer Wert, der Deine finanzielle Gesundheit berechnet – ähnlich wie Banken es vor Kreditvergaben tun. Melde Dich gleich bei bonify an und lerne Deine persönliche FinFitness kennen!

 Mythos 4: Dein Bonitässcore ist abhängig von Deinem Beruf und Deinem Einkommen

Deine Bonität ist nicht von Deinem Einkommen oder Deinem Beruf abhängig. Dein Bonitätsscore wird in erster Linie anhand Deines in der Vergangenheit gezeigten Zahlungsverhaltens berechnet.

Trotzdem ist das Einkommen und der monatliche Überschuss bei der Bestimmung Deines Kreditlimits (z.B. bei einem Dispokredit) oder einer Kreditanfrage (z.B. Hauskredit) von Bedeutung. Auskunfteien dürfen diese Informationen über Dich nicht speichern. Aus diesem Grund werden diese Angaben im Rahmen eines Kreditantrags normalerweise von den Banken abgefragt.

 Mythos 5: Soziale Netzwerke dienen als Informationsquelle für Auskunfteien

Es werden keine Daten aus sozialen Netzwerken zur Berechnung Deines Bonitätsscores herangezogen. Es gab zwar Firmen, die Kreditwürdigkeit von Personen auch anhand von Social-Media-Daten beurteilten, allerdings wurde dieses Analyseverfahren in Deutschland verboten. Dein Profil zu verändern oder zu löschen, wirkt sich in Deutschland somit nicht auf Deine Bonität aus.

Anders als zum Beispiel in China, wo die Regierung das “Social-Credit” System benutzt. Dort fließen Daten von unter anderem Social Media Profilen in die Berechnung der Bonität ein. Durch dieses System überwacht die chinesische Regierung nicht nur das Zahlungsverhalten ihrer Bürger, sonder auch ihr Reise- und Arbeitsverhalten. So wird zum Beispiel die Möglichkeit auf eine Weiterbildung oder eine Beförderung nicht gewährt, wenn der Wehrdienst verweigert wurde. Haben Bürger einen negativen Vermerk in ihrem Passagierverhalten, kann dies dazu führen, dass sie keine Tickets für bestimmte Flüge kaufen können oder kein Ticket für die erste Klasse einer Zugfahrt. Mehr zu dem Thema kannst Du in diesem Artikel nachlesen.

Wie Du siehst, gibt es viele Mythen, die sich um das Thema Bonität und Bonitätsscore ranken – umso wichtiger ist es, dass Du Dich mit Deiner Bonität aktiv beschäftigst und diese immer im Blick hast. Genau hierbei kann Dir bonify helfen. Melde Dich jetzt kostenlos und unverbindlich unter bonify.de an und lerne Deinen Bonitätsscore kennen und verbessere ihn aktiv.

Elisa Thiem

Elisa Thiem

machte den Bachelor of Arts in Literaturwissenschaften in Bonn und den Master in Germanistik in Potsdam. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Manager bei bonify aus.