Welche unterschiedlichen Kreditarten gibt es?

In Deutschland wurden 2018 knapp acht Millionen Kredite abgeschlossen. Die durchschnittliche Kredithöhe lag dabei bei rund 11.100 Euro. Doch welche Kredite gibt es eigentlich? Und welcher Kredit eignet sich für wen? Wir geben einen Überblick.

Julia Ptock

text von

Julia Ptock

17. Januar 2020
Kreditarten: Fragezeichen und Geldsäcke

Wer Geld für eine große Anschaffung benötigt, nimmt in der Regel einen Kredit auf. Allein 2018 wurden knapp acht Millionen neue Kredite abgeschlossen. Dass das Interesse an Krediten hoch ist, zeigt auch die steigende Anzahl von getätigten Konditionsanfragen – wurden 2016 nur 2.290.200 Anfragen gestellt, lag der Wert 2018 bei 3.477.400.  Das sind über eine Millionen Anfragen mehr.

Doch was für Kredite gibt es eigentlich? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Kredite voneinander? Und welcher Kredit passt zu dir und deinen Wünschen? In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die verschiedenen Kreditarten und erklären die Unterschiede. 

 Was ist ein Kredit?

Grundlegend versteht man unter einem Kredit die Verleihung von Geld von einem Kreditgeber an einen Kreditnehmer zu bestimmten Konditionen. 

An einem Kredit sind in der Regel zwei Parteien beteiligt. Es gibt den Gläubiger und den Schuldner. Der Gläubiger ist derjenige, der das Geld verleiht. In den meisten Fällen ist das eine Bank, es kann aber auch eine Privatperson sein. Der Schuldner ist der, der sich das Geld leiht. Grundlegend kann es sich dabei um eine Privatperson, ein Unternehmen oder auch eine andere Bank handeln. Bei Konsumentenkrediten ist der Schuldner eine Privatperson. 

Der Schuldner beziehungsweise Kreditnehmer verpflichtet sich zu einer späteren Rückzahlung und in der Regel auch zu einer Gegenleistung in Form von Zinsen. Meist wird der Kredit über die gesamte Laufzeit in Form von Raten zurückgezahlt.

Der Kredit ist dabei keine Erfindung der Neuzeit. Die einfachsten Anfänge des Kreditwesens sind bereits 3.000 v. Chr. in Mesopotamien zu finden. Damals wurde Getreidesaat an Bauern verliehen, welches erst nach der Ernte zuzüglich Zinsen zurückgegeben werden musste.

 Was ist der Unterschied zwischen Kredit und Darlehen

Im normalen Sprachgebrauch werden die Begriffe Kredit und Darlehen gern synonym verwendet. Das ist auch nicht verwunderlich, denn beide Ausdrücke beschreiben denselben Sachverhalt: Es geht um einen Kredit beziehungsweise ein Darlehen, wenn sich jemand vorübergehend einen gewissen Betrag borgt – etwa von einer anderen Person oder von einer Bank. 

Stellt sich natürlich die Frage, warum es dann zwei Begriffe für ein und dieselbe Sache gibt. Hier hilft ein Blick in die Vergangenheit. Vor 2001 basierte ein Darlehen auf einem sogenannten Realkontrakt. Damit war ein Darlehen für den Gesetzgeber erst dann gültig, wenn die vereinbarte Summe auf das Konto des Schuldners einging. Ein Kredit galt hingegen bereits bei Vertragsunterzeichnung. Seit Januar 2002 ist diese Unterscheidung jedoch hinfällig, es zählt nur noch der Vertragsabschluss. 

Wer dennoch zwischen den beiden Termini unterscheiden will, kann das anhand der Laufzeit und der Höhe der Geldaufnahme machen. Bei dieser inoffiziellen Richtlinie wird bei einem Kredit eher kurz und mittelfristig (bis zu fünf Jahre) Geld geliehen. Die Höhe der Geldaufnahme ist eher gering. Bei einem Darlehen ist die Dauer langfristig (ab fünf Jahre) und der geliehene Betrag eher hoch. Gängige Beispiele, die diese Richtlinie bestätigen sind beispielsweise der Ratenkredit und das Immobiliendarlehen. 

Am Ende macht es aber keinen Unterschied, ob man Kredit oder Darlehen sagt. Beide Varianten sind zulässig. 

 Wer kann in Deutschland einen Kredit beantragen?

Wer in Deutschland einen Kredit aufnehmen will, muss einige Voraussetzungen erfüllen. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Kriterien kurz zusammengefasst. 

Der Kreditnehmer muss volljährig sein. Erst ab 18 Jahren gilt man in Deutschland als voll geschäftsfähig

Deutscher Hauptwohnsitz sowie deutsches Bankkonto. Wer einen Kredit in Deutschland beantragt, muss seinen Hauptwohnsitz in Deutschland sowie eine deutsche Kontoverbindung haben.

Keine Probezeit und ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Damit das Risiko für die Bank gering bleibt, wird oft ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, welches schon länger als sechs Monate besteht, für einen Kredit vorausgesetzt.

Ausreichendes Einkommen. Handelt es sich um einen Verbraucherkredit, der beispielsweise zur Konsumfinanzierung vergeben wird, fordern Kreditinstitute in der Regel Einkommensnachweise ein. Mit diesen wird belegt, dass man über ein ausreichendes Einkommen verfügen, um den Kredit fristgerecht zurückzuzahlen. 

Positive Bonität. In Deutschland sind die Banken vor Kreditvergabe dazu verpflichtet, die Bonität – also Kreditwürdigkeit – der Kreditnehmer zu prüfen. Fällt die Prüfung negativ aus, da beispielsweise negative Schufa-Einträge vorhanden sind, wird es sehr schwer, in Deutschland einen Kredit zu bekommen. 

 Nach welchen Kriterien werden Kredite unterschieden?

In Deutschland bieten Banken ihren Kunden eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Krediten an. Die zahlreichen Kreditarten unterscheiden sich insbesondere nach Verwendungszweck, Kreditgeber, Bereitstellungsart und Besicherung.

Allerdings stellt keines der Unterscheidungskriterien ein Alleinstellungsmerkmal für eine bestimmte Darlehensart dar. Das liegt daran, dass jeder Kredit viele verschiedene Facetten hat. 

 Die Kreditlaufzeit

Ein Kredit kann unterschiedliche Laufzeiten haben. Die Laufzeit wird meist in Monaten angegeben und richten sich nach der Höhe des Kredites. Es wird von einer kurzfristigen Laufzeit gesprochen, wenn diese unter 12 Monaten liegt. Eine Laufzeit von 13 bis 48 Monaten wird als mittelfristig beschrieben. Langfristige Kredite bzw. Darlehen haben eine Laufzeit von mehr als 48 Monaten. 

 Die Kreditgeber

In Deutschland werden Kredite die meisten Kredite von Banken vergeben. Auch sogenannte Kreditvermittler holen für ihre Kunden Kreditangebote bei verschiedenen, kooperierenden Banken ein. Privatpersonen können Kredite auch von anderen Privatpersonen bekommen. Solche sogenannten P2P-Kredite (Peer-to-Peer-Kredit) werden häufig über Online-Plattformen abgewickelt. 

Es gibt auch Kredite, die von der öffentlichen Hand (v.a. über die KfW sowie die Förderbanken der Bundesländer) vergeben werden. Diese Kredite richten sich an bestimmte Adressatenkreise.

 Art der Bereitstellung

Bei der Art der Bereitstellung wird zwischen der Geldleihe und der Kreditleihe unterschieden. 

Bei der Geldleihe stellt die Bank dem Kreditnehmer das Geld zur Verfügung. Das Geld wird dann entweder in einer Summe ausgezahlt (Ratenkredit) oder in Form einer Kreditlinie zum Abruf bereitgestellt, wie beim Dispokredit oder Rahmenkredit

Bei der Kreditleihe wird dem Kunden kein Geld ausgezahlt. Vielmehr kann der Kunde Zahlungs- oder Leistungsansprüche, die Dritte ihm gegenüber haben, absichern. Bekannte Beispiele für Kreditleihe-Produkte sind Formen der Bürgschaft oder das Mietaval.

 Besicherung

Es wird zwischen besicherten und unbesicherten Krediten unterschieden. 

Man spricht von einem besicherten Kredit, wenn der Kreditnehmer einen Kredit mit einer entsprechenden Sicherheit absichert. Es gibt verschiedene Arten von Sicherheit. Es gibt die dingliche Besicherung (auch Real- oder Sachsicherung), die personelle Besicherung (oder auch Personensicherheit) sowie die rechtliche Besicherung (Sicherungsabtretung). 

 Der Verwendungszweck

Es gibt Kredite, die an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden sind. Wenn das der Fall ist, wird das im Kreditvertrag festgehalten. Eine andere Verwendung ist dann nicht erlaubt und stellt sogar einen Vertragsbruch dar. Typische zweckgebundene Darlehen sind beispielsweise Immobilien- und Autokredite. Ein zweckgebundener Kredit ist immer mit einem günstigen Zinssatz verbunden. Das kommt daher, dass die verschiedenen Verwendungszwecke als Sicherheit dienen und auf diese Weise das Ausfallrisiko der Kreditinstitute senken.

Natürlich gibt es auch Kredite, die nicht an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden sind. Das geliehene Geld kann dann für alles Mögliche ausgegeben werden. 

 Was sind die wichtigsten Kreditarten?

Banken bieten Verbrauchern eine Vielzahl an unterschiedlichen Kreditarten an. Die zwei gängigsten Kreditarten ohne festgelegten Verwendungszweck sind der Dispokredit (Dispositionskredit) und der klassische Ratenkredit (auch Privatkredit oder Konsumentenkredit genannt). Zwei weitere, häufig genutzte Formen des besicherten Kredites sind der Baukredit und der Autokredit. 

 Welche Kreditarten gibt es? 

Nachfolgend haben wir eine Liste mit den unterschiedlichen Kreditarten erstellt. Die Einteilung der Kredite haben wir nach Empfänger (Privatkunden, Geschäftskunden sowie Privat- und Geschäftskunden) sortiert. 

Anmerkung: Die Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 Kredite für Privatpersonen

Kreditarten für Privatpersonen werden als Verbraucher- oder Konsumentenkredit bezeichnet und müssen den Bestimmungen des Verbraucherschutzes entsprechen. Hierzu zählt, dass der effektive Jahreszins bei Kreditangeboten sichtbar und eindeutig identifizierbar sein muss. Durch diesen Effektivzins werden Kreditangebote vergleichbar, da er alle jährlichen Kosten widergespiegelt. Für die Kreditvergabe an Privatpersonen gelten außerdem besondere Vorschriften für Verbraucherdarlehensverträge, welche in den §§ 491 bis 505 BGB geregelt sind.

Abrufkredit (Rahmenkredit)

Abrufkredite sind Kreditrahmen, auf die jederzeit zugegriffen werden kann. Sie ermöglichen dem Verbraucher spontane Konsumanschaffungen genauso wie das Überbrücken finanzieller Engpässe oder den Ausgleich des Girokontos.

Abrufkredite haben in der Regel günstigere Konditionen als Kontoüberziehungen (Dispokredit) und bieten sehr viel Flexibilität, weil Tilgungen genauso wie Auszahlungen jederzeit möglich sind. Zinsen werden nur auf den Betrag gezahlt, der in Anspruch genommen wurde.

Arbeitgeberdarlehen

Bei einem Arbeitgeberdarlehen handelt es sich um einen Kredit, den der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gewähren kann. Grundlegend handelt es sich dabei um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Weiterhin steht das Darlehen in keinem Zusammenhang mit der Arbeit und dem Arbeitsvertrag des Arbeitnehmers.

Autokredit

Der Autokredit ist einer der gängigsten Kredite und dient dazu, einen neuen oder gebrauchten PKW zu finanzieren. Es können aber auch Motorräder oder Wohnmobile damit gekauft werden. Beim Autokredit gibt es unterschiedliche Finanzierungsarten. 

Abhängig von der Höhe der Summe hat der Autokredit eine mittelfristige bis langfristige Laufzeit. Kreditgeber ist oft die Bank. Es handelt sich um einen Geldleihe, die oft besichert und zweckgebunden ist.

Avalkredit

Mit einem Avalkredit verbürgt sich eine Bank selbstschuldnerisch für das Einhalten von Verpflichtungen ihres Kunden gegenüber seinem Gläubiger. Neben Kreditinstituten ist es lediglich Versicherungen gestattet, Avalkredite zu gewähren. Ein Avalkredit ist ein Kreditleihe.

Baukredit / Baudarlehen

Bei einem Baukredit bzw. Baudarlehen wird der Betrag nicht auf einen Schlag komplett ausgezahlt, sondern in Teilbeträgen. Und zwar immer dann, wenn ein Bauabschnitt fertiggestellt wurde, etwa das Dach oder der Trockenbau. Die Höhe dieser Teilbeträge richtet sich danach, wie viel die Fertigstellung dieses Bauabschnitts kostet.

Bauspardarlehen

Ein Bauspardarlehen ist das Darlehen einer Bausparkasse, auf das der Bausparer einen Anspruch hat, wenn er bestimmte Voraussetzungen erfüllt hat. Zum einen muss er die vereinbarte Mindestansparung erfüllt haben und zum anderen muss er die Bewertungszahl erreicht haben, die für die Zuteilung der Bausparsumme erforderlich ist. Ein Bauspardarlehen ist ein besonders zinsgünstiges, unkündbares Tilgungsdarlehen.

Beamtenkredit

Bei einem Beamtenkredit handelt es sich um einen Ratenkredit mit Vorteilskonditionen für Beamte sowie Angestellte im Öffentlichen Dienst und ähnlichen Unternehmen.

Dispositionskredit

Bei dem Dispositionskredit oder einfach nur Dispokredit handelt es sich um eine von der Bank gegenüber dem Kunden eingeräumte, auf einen festen Betrag begrenzte Kreditlinie, welche es ermöglicht, Verfügungen über das Guthaben des Girokontos hinaus vorzunehmen. Der Dispokredit bietet sehr viel Flexibilität, ist aber mit hohen Zinsen verbunden.

Immobilienkredit / Immobiliendarlehen

Ein Immobilienkredit ist ein Ratenkredit, bei dem die Summe komplett zur Verfügung gestellt und auf einen Schlag komplett ausgezahlt wird, da der Kreditnehmer der Betrag zum sofortigen Kauf der Immobilie benötigt. Einen solchen Kredit kann man auch aufnehmen, wenn Geld für die Renovierung einer Immobilie benötigt wird.

Kleinkredit

Der Kleinkredit ist ein typischer Ratenkredit mit einer kleinen Kreditsumme. Ein 20.000 Euro Kredit fällt auch unter Ratenkredite, allerdings nicht mehr unter Kleinkredit, denn die Kreditsumme bei Kleinkrediten beträgt meist maximal 10.000 Euro.

Kredit trotz Schufa

Ein Kredit trotz Schufa bedeutet, dass du einen Kredit trotz eines schlechten Schufa-Scores (bzw. Bonitätsscores) oder trotz eines Schufa-Eintrags (Negativeintrag in der Bonitätsauskunft) bekommen kannst.

Kredit ohne Schufa

Bei einem Kredit ohne Schufa wird ein Kredit ohne Schufa-Anfrage durchgeführt. Das bedeutet entweder, dass die Bonitätsprüfung bei einer anderen Auskunftei als der SCHUFA oder auf eine andere Art, wie beim Schweizer Kredit, stattfindet.

Lombardkredit

Ein Lombardkredit ist die Bezeichnung für einen kurz- bis mittelfristigen Kredit gegen die Stellung von Kreditsicherheiten in Form der Verpfändung von Wertpapieren, Bankguthaben oder beweglichen Sachen. Auch die Pfandleihe der Pfandleihhäuser gehört zu den Lombardkrediten.

Minikredit / Kurzzeitkredit

Der Minikredit zeichnet sich durch die vergleichsweise geringe Kreditsumme aus, die anbieterabhängig oft zwischen 100 und 1.000 Euro liegt. Entsprechend kurz ist auch die Laufzeit. Im Normalfall beträgt sie 14 beziehungsweise 30 Tagen. Die Rückzahlung erfolgt in der Regel in einem Betrag und nicht in monatlichen Raten.

Onlinekredit

Bei einem Onlinekredit (auch Online-Kredit) handelt es sich um einen normalen Ratenkredit, der aber bequem und einfach online, also über das Internet, beantragt und abgeschlossen werden kann. Onlinekredite werden in der Regel meist mit deutlich niedrigeren Zinsen vergeben als in der Filiale.

P2P-Kredit / Kredit von Privat

Bei einem P2P-Kredit (Peer-to-Peer-Kredit) wird von einem oder mehreren privaten Geldgebern an eine Privatperson ein Kredit vergeben. P2P-Kredite sind vor allem auch für Personen mit mäßiger Bonität geeignet. Zwar wird auch hier die Bonität überprüft, allerdings sind die Kriterien weniger streng als bei einem gewöhnlichen Ratenkredit einer Bank.

Policendarlehen

Ein Policendarlehen ist eine Form des Verbraucherkredits, bei der der Rückkaufswert einer Lebensversicherung als Sicherheit für die Gewährung eines Darlehens verwendet wird.

Ratenkredit / Konsumentenkredit / Privatkredit

Der Ratenkredit, auch Konsum- oder Privatkredit genannt, ist der gängigste Kredit für Verbraucher. Das Kreditvolumen sowie Laufzeit und die Höhe der Rate ist absolut flexibel. Üblich sind bei einem Ratenkredit Laufzeiten zwischen zwölf und 120 Monaten – bei einzelnen Anbietern sind auch längere Laufzeiten möglich. Die Kreditbeträge bewegen sich in der Regel zwischen wenigen 100 Euro und einem Volumen von bis zu 100.000 Euro.

Sofortkredit

Auch beim Sofortkredit handelt es sich um einen normalen Ratenkredit. Er wird meist online beantragt. Eine Sofortzusage bedeutet aber nicht, dass das Geld noch am selben Tag ausgezahlt wird, allerdings liegen zwischen Beantragung und Auszahlung nur wenige Tage.

Studienkredit (Ausbildungs/ Bildungskredit)

Bei einem Studienkredit handelt es sich um einen Ratenkredit, der für die Finanzierung einer Ausbildung oder eines Studiums eingesetzt wird. Er wird in gleichbleibenden Raten über die gesamte Laufzeit zurückgezahlt. Andere Begriffe für einen Studienkredit sind Ausbildungskredit oder Bildungskredit.

Umschuldungskredit

Ein Umschuldungskredit ist dafür da, einen bestehenden Kredit, der zu teureren Zinsen aufgenommen wurde, abzubezahlen. Bei einer Umschuldung können auch mehrere Kredite zu einem einzigen zusammengefasst werden.

 

 Kredite für Geschäftskunden

Während Kredite für Privatpersonen dem Verbraucherschutz unterliegen, ist das bei Geschäftskunden-Krediten nicht der Fall. Allerdings ist das Geschäft mit Geschäftskunden rechtlichen Regeln unterworfen. Demnach ist es beispielsweise nicht erlaubt, Zinsen in unbegrenzter Höhe anzusetzen. Die veranschlagten Zinsen müssen sich am Marktzins orientieren. 

Übersteigt der Zinssatz den Marktzins um mehr als das doppelte, kann er als Wucherzins eingestuft werden. Das Verlangen solcher Wucherzinsen kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Auch wenn der Zinssatz mehr als 12 Prozent über dem Marktzins liegt, kann Wucher und damit eine strafbare Sittenwidrigkeit vorliegen.

Unter Geschäftskunden-Krediten sind vor allem Investitions- oder Lieferantenkredite. 

Betriebsmittelkredit

Bei einem Betriebsmittelkredit handelt es sich um einen Kontokorrentkredit und ähnelt einem Abrufkredit. Das heißt, dass das Unternehmen einen Kreditrahmen hat, den es flexibel in Anspruch nehmen kann. Es müssen nur Zinsen auf das beanspruchte, also entnommene Geld gezahlt werden. Der Kredit ist zweckgebunden und dient zum Kauf von Betriebsmitteln. Die Rückzahlung erfolgt später aus dem Verkaufserlös.

Forderungszessionskredit

Dieser Kredit erinnert an einen Aval. Beim Forderungszessionskredit tritt ein Unternehmen eine offene Forderung an eine Bank ab und erhält den Betrag abzüglich Bearbeitungsgebühren und Zinsen. Die Bank regelt dann die Begleichung der Forderung mit dem Gläubiger.

Geschäftskredit

Der Begriff Geschäftskredit fungiert als Oberbegriff und bezeichnet alle Kreditangebote für gewerbliche Zwecke.

Großkredit

Bei einem Großkredit handelt es sich um eine umfangreiche Finanzierung. Der Kreditgeber verleiht bei einem solchen Darlehen mehr als zehn Prozent seines Eigenkapitals. Laut Kreditwesengesetz (KWG) muss eine solche Kreditvergabe besonders geregelt und der Evidenzzentrale der Bundesbank gemeldet werden.

Gründerkredit / Startkredit

Wie der Name schon sagt, wird dieser Kredit zur Gründung eines Unternehmens gewährt. Als Sicherheit wird eine ausgearbeiteter Businessplan benötigt. Wird dieser vom Kreditgeber als erfolgversprechend bewertet, wird der Kredit ausgezahlt.

Investitionskredit

Der Kredit ist weitestgehend zweckgebunden und dient dazu, Investitionen zu finanzieren.

Kontokorrentkredit

Ein Kontokorrentkredit ist vergleichbar mit einem Dispokredit für Privatpersonen. Er wird im Rahmen eines Kontokorrentkontos gewährt.

Lieferantenkredit

Ein Lieferantenkredit lässt sich im weitesten Sinne mit einem P2P-Kredit vergleichen. Denn der Lieferantenkredit wird nicht von einer Bank, sondern von einem Lieferanten an seinen Kunden vergeben. Dabei wird Ware ausgeliefert, aber die Rechnung muss erst zu einem vorab vereinbarten Zahlungsziel beglichen werden. Häufig wird diese Kreditart auch als Handelskredit bezeichnet.

Unternehmerkredit

Wie der Name schon verrät, richtet sich der Unternehmenskredit an Unternehmer, Gewerbetreibende und Selbstständige.

 

 Kredite für Privat- und Geschäftskunden

Annuitätendarlehen

Die Besonderheit eines Annuitätendarlehen liegt in der Tilgung. Die monatliche Rate bleibt gleich und setzt sich aus einem Tilgungs- und einem Zinsanteil zusammen. Dabei sinkt der Zinsanteil kontinuierlich, weil zunehmend mehr der Kreditsumme zurückgezahlt wird. Entsprechend nimmt der Tilgungsanteil zu, sodass die Ratenhöhe insgesamt unverändert bleibt.

Auslandskredit / Schweizer Kredit

Bei einem solchen Kredit wird das Darlehen von einem Kreditgeber außerhalb Deutschlands vergeben. Diese Kredite, die auch unter dem Namen Schweizer Kredit bekannt sind, werden häufig als Kredite ohne Schufa beworben. Wenn ein Auslandskredit in einer Fremdwährung aufgenommen wird, besteht das Risiko, dass Kursschwankungen die Finanzierung deutlich verteuern können.

KfW-Kredit

Die Bezeichnung des Kredites leitet sich vom Kreditgeber ab. KfW steht für Kreditanstalt für Wiederaufbau und ist staatlich. Im Rahmen von Förderprogrammen vergibt die KfW Kredite an Privatpersonen und Unternehmen. Die Kredite sind meist besonders günstig.

Tilgungsdarlehen

Das Tilgungsdarlehen ist quasi das Gegenstück zum Annuitätendarlehen. Für die Rückzahlung wird ein gleichbleibender Tilgungsanteil vereinbart. Aufgrund der im verlauf der Rückzahlung sinkenden Zinskosten reduziert sich der Zinsanteil der Rate. Dadurch werden die Raten allmählich kleiner.

 Wie finde ich den passenden Kredit?

Wenn du auf der Suche nach einem passenden Kredit bist, solltest du die unterschiedlichen Angebote vergleichen. Dafür eignen sich Vergleichsrechner und Vergleichsportale. Solche Vergleichsportale sind im weitesten Sinne Kreditvermittler, die die unterschiedlichsten Banken im Programm haben. Manchmal haben sie mit einigen Banken auch Sonderkonditionen vereinbart, die dann die Kreditnehmer weitergegeben werden. 

Wenn du solche Kreditvergleiche nutzt, sollte du aber daran denken, dass nicht alle Banken bzw. nicht alle Angebote auf den Portalen zu finden sind. Das kann technische Gründe haben oder auf Wunsch der Bank geschehen.

Lass dich beim Vergleichen der Angebote nicht von dem Zweidrittelzins täuschen. Diese Angabe dient zur Vergleichbarkeit von Krediten mit bonitätsabhängiger Verzinsung. Der Zweidrittelzins sagt aus, dass die Bank mindestens zwei von drei Kunden den Kredit zu diesem Zweidrittelzinssatz oder zu einem günstigeren Zinssatz gewährt. Wie hoch der Zinssatz für dich ausfällt, kann erst nach Prüfung deiner Unterlagen und persönlichen Daten erfolgen. 

Julia Ptock

Julia Ptock

hat ihren Master of Arts in Germanistik & Kommunikation- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig gemacht. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Managerin bei bonify aus.