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Bonität

Deine Bonität ist entscheidend für das Zustandekommen und die Konditionen von vielen Verträgen - vom Kredit, über die Traumwohnung bis zum Online Shopping. Werde zum Experten rund um das Thema Bonität.
Elisa Thiem

text von

Elisa Thiem

29. November 2018
bonitaet

 Bonität: Das Synonym für Deine Kreditwürdigkeit

Die Bedeutung von Bonität wird oftmals unterschätzt. Darum machen wir Dich mit diesem Text zum Experten rund um das Thema Bonität.

Bonität ist ein Synonym für Kreditwürdigkeit und beschreibt damit Deine Vertrauenswürdigkeit im Geschäftsverkehr.

In vielen Bereichen Deines Lebens spielt Bonität eine große Rolle. Sie bestimmt in vielen Fällen, ob und zu welchen Konditionen Verträge zustande kommen. Das reicht vom Online-Shop bis hin zu Krediten von einer Bank.

Mit einfachen Tricks kannst Du Deine Bonität verbessern. Darüber hinaus stellt Dir bonify verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, die Dir dabei helfen den nötigen Überblick zu behalten.

 Was ist Bonität?

Der Begriff Bonität ist ein Synonym für Kreditwürdigkeit und stammt aus dem Lateinischen. Das lateinische Wort bona bezeichnet “Vermögen”. Hieraus leitet sich wiederum bonitas ab, was mit “Vortrefflichkeit” übersetzt werden kann. Deine Bonität gibt also Auskunft über Deine Vertrauenswürdigkeit im Geschäftsverkehr.

Du wirst es in Deinem finanziellen Alltag stets leichter haben, wenn Du als wirtschaftlich vertrauenswürdig eingeschätzt wirst – also voraussichtlich in der Lage sein wirst, Deine zukünftigen finanziellen Verpflichtungen vollständig und fristgerecht zu erfüllen. Genau diese Wahrscheinlichkeit eines zuverlässigen Vertragsabschlusses drückt die Kreditwürdigkeit aus.

 Deine Bonität selbst lässt sich in zwei Blöcke aufteilen:

 Deine persönliche Bonität:

Deine persönliche Bonität beschreibt Deine Zuverlässigkeit und Deinen Zahlungswillen. Diese Form der Bonität spielt bei Online- und Versandhändlern eine große Rolle, die je nach Erfahrungshistorie mit Dir als Kunden unterschiedliche Zahlungsarten zur Verfügung stellen oder sperren können.

 Deine materielle oder wirtschaftliche Bonität:

Deine materielle Bonität ist eine Einschätzung darüber, ob Du wirtschaftlich überhaupt in der Lage bist, eine bestimmte finanzielle Verpflichtung zu erfüllen. Das ist besonders wichtig für Banken. Geldinstitute wollen nicht nur wissen, ob Du zuverlässig in der Tilgung eines Kredites bist oder sein wirst, sondern auch, ob Deine Finanzlage eine Tilgung des Kredits überhaupt erlaubt. Besitzt Du eine gute Bonität, bekommst du einen Kredit und gute Konditionen.

 Wie wird meine Bonität berechnet?

Deine Bonität wird mithilfe des sogenannten Bonitätsscore gemessen. Der Score, häufig auch als SCHUFA Score bezeichnet, ist eine Kennziffer für die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls. Berechnet wird er anhand verschiedener positiver und negativer Faktoren in einem statistisch-mathematischen Verfahren. Zu den Berechnungsfaktoren gehören:

Personendaten

Zahlungserfahrungen

Inkassodaten

Gerichtsdaten

Insolvenzverfahren

bereits existierende Kreditverpflichtungen

Andere Daten, wie etwa Dein Einkommen, Dein Arbeitgeber, Dein Familienstand oder Deine Konfession, werden nicht für die Berechnung Deines Bonitätsscores herangezogen. Du solltest aber bedenken, dass beispielsweise Banken bei der Bewerbung auf einen Kredit diese Faktoren häufig separat heranziehen.

Es ist übrigens nicht möglich, einen perfekten Bonitätsscore zu erreichen. Ein statistisches Restrisiko, dass es zu einem Zahlungsausfall kommt, beispielsweise durch Arbeitslosigkeit oder einen Todesfall, ist immer vorhanden.

 Wer ermittelt meine Bonität?

Deine Bonität wird von sogenannten Auskunfteien, auch Wirtschaftsauskunfteien genannt, ermittelt. Diese sammeln personenbezogene Daten, die relevant für die Zahlungswahrscheinlichkeit einer Person sind.

Die SCHUFA ist die bekannteste Auskunftei, daneben gibt es aber noch einige andere. Creditreform Boniversum und CRIF Bürgel haben in Deutschland ebenfalls große Marktanteile.

Die Auskunfteien müssen ihre Rating- oder Berechnungsformeln zur Feststellung des Bonitätsscores nicht offen legen, daher ist das Scoring vielfach intransparent. Ein Umstand, der häufig kritisiert wird. Die Initiative OpenSCHUFA hat es sich zum Ziel gesetzt, das zu ändern. Mit Hilfe von SCHUFA Daten wollen sie den Scoring-Algorithmus der größten Auskunftei knacken.

Du solltest auch beachten, dass die Auskunfteien teilweise unvollständige, falsche und/oder veraltete Daten gespeichert haben. Daraus kann unter Umständen eine fehlerhafte Bonitätseinstufung resultieren. Ein Grund mehr, Deine Bonität regelmäßig zu prüfen.

 Wie kommen Auskunfteien an meine Daten?

Du fragst Dich, wie Auskunfteien die Informationen über Dich eigentlich erhalten? Die Frage lässt sich mit zwei imaginären und vereinfachten Beispiel beantworten.

Erstes Beispiel: In vielen Fällen bewilligen die Verbraucher über die AGBs von Unternehmen, dass ihre Daten an die Auskunfteien übermittelt werden dürfen. Du bestellst also bei einem Online-Händler eine neue Jacke und bezahlst die Rechnung vollständig und fristgerecht. Der Online-Händler wird diese Information nun sowohl intern speichern als auch an die Auskunfteien übermitteln. Auf diese Weise wird Deiner Bonitätsakte ein positives Merkmal hinzugefügt.

Nun das Gegenbeispiel: Du bestellst dieses Mal Schuhe bei demselben Online-Händler, kannst aber die Rechnung nicht vollständig und fristgerecht begleichen. Der Händler wird diese Information wieder intern speichern und Dir wahrscheinlich für Deine nächste Bestellung nur noch eine Bezahlung per Vorkasse gestatten. Weiterhin wird er eine Mahnung mit einer Frist zur Tilgung der Schulden schreiben. In dieser wird er Dich weiterhin darauf aufmerksam machen, dass ein negativer SCHUFA-Eintrag droht. Zu diesem Hinweis ist der Händler verpflichtet.

Kommst Du in diesem fiktiven Negativszenario der Mahnung fristgerecht nach, bleibt Dir ein negativer Eintrag bei den Auskunfteien erspart. Solltest Du die Mahnung ignorieren oder die Forderung nicht erfüllen können, wird das Zahlungsversäumnis an die Auskunfteien gemeldet und Dein Bonitätsscore sinkt. Ein derartiger Negativvermerk bei der SCHUFA oder einer anderen Auskunftei bleibt für lange Zeit erhalten. In manchen Fällen sogar mehrere Jahre.

Das Negativbeispiel soll Dir verdeutlichen, dass Du im Falle eines drohenden Negativmerkmals nicht tatenlos bleiben solltest. Die möglichen Folgen können Deinen Score langfristig negativ beeinflussen.

 Wie prüfe ich meine Bonität?

Der beste und einfachste Weg, wie Du Deine Bonität prüfen kannst, ist die Selbstauskunft. Gemäß Artikel 15 der neuen europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die seit dem 25. Mai 2018 EU-weit in Kraft getreten ist, hast Du das Recht jegliche personenbezogenen Daten, die Unternehmen über Dich speichern, kostenlos abzufragen. Die DSGVO gilt nämlich auch für Auskunfteien.

Die Anfrage zum Abrufen Deiner Daten kann auf postalischem oder elektronischem Weg erfolgen. Verschiedene Auskunfteien, wie etwa die SCHUFA oder Creditreform Boniversum, bieten die Möglichkeit online einen Antrag zu stellen. Sobald Du die Anfrage gestellt hast, müssen Dir Deine Daten innerhalb von ein bis vier Wochen zugestellt werden.

Vor dem Stichtag am 25. Mai 2018 hattest Du die Möglichkeit einmal pro Jahr kostenlos Deine Daten anzufordern. Nun darfst Du das mit gewissen Einschränkungen mehrmals pro Jahr erledigen. Dir steht nun das Recht zu, kostenlos und “in angemessenen Abständen” Deine Daten abzufragen.

 Wer prüft meine Bonität?

Zuallererst kannst Du Deine eigene Bonität prüfen. Dazu musst Du bei der SCHUFA oder einem anderen Anbieter eine Bonitätsauskunft anfordern.

Aber auch von Unternehmen und Banken kann Deine Kreditwürdigkeit eingeholt werden. Sobald ein Unternehmen mit Dir eine Geschäftsverbindung eingehen möchte und dabei ein kreditorisches Risiko trägt, ist es dazu berechtigt, Deine Bonität bei Auskunfteien zu prüfen.

Es ist dementsprechend nur sehr schwer möglich, einen Handyvertrag trotz negativer SCHUFA und Kreditwürdigkeit zu bekommen. Darüber hinaus bestimmt Deine Kreditwürdigkeit auch die Konditionen Deiner Geschäftsbeziehung. Am Beispiel eines Kredits von der Bank heißt das, je schlechter Deine Bonität ist, desto höhere Zinsen musst Du entrichten und desto teurer wird der Kredit für Dich im Endeffekt.

Du solltest vorsichtig sein, wenn ein Kredit ohne SCHUFA angeboten wird. Diese gehen häufig mit sehr hohen Zinsen und versteckten Kosten einher. Auf diese Weise werden nicht selten Menschen in finanzieller Not noch weiter ins wirtschaftliche Abseits getrieben.

 Warum wird meine Bonität geprüft?

Das Abschließen von Verträgen zwischen zwei oder mehreren Vertragsparteien setzt ein Mindestmaß an Vertrauen voraus. Keine Seite möchte riskieren, dass die andere Partei ihren Teil des Vertrages nicht einhält.

Hier kommt nun die Bonität ins Spiel: Eine gute Bonität bedeutet, dass die ordnungsgemäße Vertragserfüllung positiv eingeschätzt werden kann. Die Überprüfung Deiner Kreditwürdigkeit schafft somit das notwendige Vertrauen, das zum Abschluss von Verträgen jeglicher Art notwendig ist.

Möchtest Du etwas bestellen, will der Händler darauf vertrauen können, dass Du Deine Rechnung begleichst. Denn wenn nicht macht er einen Verlust. Das gleiche Prinzip gilt auch für Banken. Wenn Du einen Kredit aufnehmen willst, möchte die Bank einschätzen können, ob Du ihn tilgen kannst. Kreditwürdigkeit ist für den Händler und die Bank ein starkes Indiz dafür, dass Du Deinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen wirst. Oder anders ausgedrückt: Du hast Vertrauen in Dich geschaffen.

Nicht nur Du als Privatperson wirst auf Deine Kreditwürdigkeit geprüft, sondern auch Unternehmen und Länder. Im Falle von Staaten legen große Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit fest und bestimmen so maßgeblich die Konditionen zur Kreditaufnahme mit. Auch wenn der Maßstab ein größerer ist, das Prinzip von Vertrauen in Geschäftsbeziehungen gilt auch hier.

 Wann wird meine Bonität geprüft?

Deine Bonität wird vermutlich öfter geprüft, als Dir bewusst ist. Sobald ein Unternehmen bei einem Geschäftsabschluss ein kreditorisches Risiko eingeht, hat es ein berechtigtes Interesse daran, Deine Bonität zu prüfen. Das passiert beispielsweise, wenn Du

einen Handyvertrag abschließt,

einen DSL-Anschluss bestellst,

Mitglied bei einem Car-Sharing-Anbieter wirst,

oder einen Kredit bei einer Bank aufnimmst.

Hast Du Dich schon einmal gefragt, wieso Du beim bargeldlosen Bezahlen an der Kasse im Supermarkt manchmal Unterschreiben und manchmal Deine Pin eingeben musst? Auch hier wird im Hintergrund Deine Kreditwürdigkeit geprüft.

Auch bei der Wohnungssuche ist eine gute Bonität sehr wichtig. Nahezu jeder Vermieter möchte eine Mieterauskunft von Dir haben. Auf diese Weise versucht sich der Vermieter vor Mietausfällen zu schützen. Hast Du keine Mieterauskunft oder eine Mieterauskunft mit mangelhafter Bonität, stehen Deine Chancen äußerst schlecht. Gerade in Großstädten, mit ihrem knappen Wohnraum und den explodierenden Preisen, wird die Wohnungssuche so zur Sisyphus Aufgabe.

Die genannten Beispiele illustrieren deutlich, was für einen maßgeblichen Einfluss Deine Bonität auf Dein Leben haben kann. Ein niedriger Bonitätsscore kann Dich in Deinem wirtschaftlichen und alltäglichen Handeln stark einschränken.

 Wie kann ich meine Bonität verbessern?

Du kannst Deine Bonität verbessern, indem Du Dich an einen simplen Leitsatz hältst: Vermeide negative und pflege positive Faktoren, dann steht Deiner Kreditwürdigkeit kaum etwas im Wege.

An dieser Stelle möchten wir Dir noch fünf praktische Tipps mit auf den Weg geben:

Prüfe Deine Bonitätsdaten regelmäßig und lasse falsche Einträge sofort korrigieren

Bestehe bei einer Kreditaufnahme auf eine Konditionsanfrage

Lasse erst eventuell vorhandene Negativmerkmale löschen, bevor Du einen Kreditantrag stellst

Vermeide unnötige Girokonten und Kreditkarten

Bezahl Rechnungen und Kreditraten pünktlich

Weitere Tipps rund um das Thema Bonität findest Du bei bonify. Neben einer kostenlosen Bonitäts- und Mieterauskunft bieten wir Dir außerdem hilfreiche Tools, die Dir dabei helfen Deine Finanzen zu optimieren und Geld zu sparen. Klingt interessant für Dich? Dann melde Dich doch in nur drei Schritten an.

Infografik zur Bonität

Elisa Thiem

Elisa Thiem

machte den Bachelor of Arts in Literaturwissenschaften in Bonn und den Master in Germanistik in Potsdam. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Manager bei bonify aus.