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Geld leihen für kurze Zeit? Was Du bei Minikrediten beachten solltest

Kleinkredit, Minikredit, Mikrokredit und Kurzzeitkredit – im Internet finden sich viele Angebote für Menschen, die einen kleinen Kredit mit kurzer Laufzeit aufnehmen wollen.

text von

Julia Ptock

15. Mai 2019

Dabei werden die Begriffe häufig synonym verwendet, was nicht unbedingt richtig ist. Wir erklären Euch, was sich hinter den einzelnen Begriffen verbirgt und welche Vor- und Nachteile ein Minikredit hat.

Kleinkredit, Minikredit, Mikrokredit und Kurzzeitkredit sind nicht dasselbe.

Bei Minikrediten bzw. Kurzzeitkrediten beträgt die Laufzeit in der Regel meist nur einen Monat und die Darlehenshöhe für Neukunden kann bis zu 1000 Euro betragen, liegt in der Regel aber bei 600 Euro.

Zusatzgebühren für weitere Services können die Kosten für solche Kredite in die Höhe schnellen lassen.

Ob Neuanschaffung eines Haushaltsgerätes, ein neues Möbelstück, technisches Equipment oder ein neues Fahrrad – kleine Kredite eignen sich perfekt, um den eigenen, begrenzten finanziellen Spielraum kurzfristig zu erweitern. Wer im Internet nach einem kurzfristigen Kredit mit schneller Auszahlung sucht, findet mittlerweile viele unterschiedliche Anbieter – und viele unterschiedliche Namen.

 Klein-, Mini-, Mikro- oder Kurzzeitkredit – ist doch alles dasselbe, oder?

Kleinkredit, Minikredit, Mikrokredit oder Kurzzeitkredit – was diese Kreditarten gemein haben, sind zum einen die (relativ) niedrige Höhe des Darlehens und die (relativ) kurze Laufzeit. Aufgrund der Gemeinsamkeiten werden die Begriffe oft synonym verwendet, was aber nicht immer richtig ist. Deshalb nachfolgend eine Begriffserklärung.

 Der Kleinkredit

Der Kleinkredit ist, wie der Name schon sagt, ein – zumindest aus der Sicht der Bank – Kredit mit niedrigem Betrag. Die Kreditsumme kann zwischen 1.000 Euro und 10.000 Euro betragen und wird in der Regel über 6 Monate bis mehrere Jahre in monatlichen Raten inkl. Zinsen/Gebühren zurückgezahlt. Damit ist der Kleinkredit eine Variante des typischen Ratenkredites. Auch bei Kleinkrediten müssen sich die Anbieter bei ihren Kreditangeboten an die gesetzliche Preisangabenverordnung halten. Das bedeutet, dass unter anderem die Angabe des effektiven Jahreszins Pflicht ist.

 Der Minikredit aka Kurzzeitkredit

Minikredite bzw. Kurzzeitkredite sind in Deutschland seit den 2010ern erhältlich, wobei es sich um einen ganz normalen Kredit für Privatpersonen handelt, der dazu dient, finanzielle Engpässe für einen kurzen Zeitraum zu überbrücken.

Der Minikredit zeichnet sich durch die vergleichsweise geringe Kreditsumme aus, die anbieterabhängig oft zwischen 100 und 1.000 Euro liegt. Auch die Laufzeit ist sehr viel kürzer als beispielsweise bei einem Raten- oder Rahmenkredit. Denn während bei diesen Krediten die Laufzeiten über mehrere Monate oder Jahre gehen können, liegt diese beim Minikredit im Normalfall bei 14 beziehungsweise 30 Tagen. Die Rückzahlung erfolgt in der Regel in einem Betrag und nicht in monatlichen Raten.

In den letzten Jahren haben sich beim Minikredit aber auch Variationen bei den Konditionen ergeben, die dem Kreditnehmer mehr Spielraum lassen. So kann die maximale Kreditsumme auch 5.000 Euro betragen und die Laufzeit auf bis zu 12 Monate steigen. Das ist auch der Grund dafür, weshalb sich die Grenzen zwischen Minikredit, Kleinkredit und Ratenkredit verwischen und die Begriffe synonym verwendet werden.

 Der Mikrokredit

Die Begriffe Mikrokredit und Minikredit werden oft synonym verwendet. Das ist nicht richtig. Bei einem Mikrokredit handelt es sich um einen Kleinkredit für Existenzgründer oder kleine Gewerbetreibende, die keinen klassischen Kredit erhalten.

Der Term Mikrokredit dürfte Dir in erster Linie im Zusammenhang mit Entwicklungsländern begegnet sein, da sie ein Instrument der Entwicklungspolitik sind. Die ersten Mikrokredite wurden bereits 1971 von Elmar Pieroth in Togo vergeben. 1976 gab es in Bangladesch ebenfalls ein derartiges Programm, das von Muhammad Yunus initiiert wurde und aus dem 1983 die Grameen Bank hervorging. Im Jahr 2006 erhielten Yunus und die Grameen Bank für diese Bemühungen um die “wirtschaftliche und soziale Entwicklung von unten“ den Friedensnobelpreis.

In Deutschland baute ab 2009 die GLS Gemeinschaftsbank eG im Auftrag der Bundesregierung ein landesweites Angebot an Mikrodarlehen auf. Dabei kümmern sich Mikrofinanzinstitute um die Kreditnehmer, die diese vom ersten Kontakt bis zur Rückzahlung des Darlehens betreuen. Weitere Informationen zu dem staatlichen Mikrokredit findest Du auf der Webseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Wird im privatwirtschaftlichen Bereich von einem Mikrokredit gesprochen, ist so gut wie immer der Minikredit bzw. Kurzzeitkredit gemeint. Allerdings gibt es auch Anbieter, die einen Kleinkredit als Mikrokredit bewerben.

 Vor- und Nachteile eines Minikredits

Minikredite haben viele Vorteile, die sie für Verbraucher sehr attraktiv machen. Die Voraussetzungen, um einen Minikredit zu erhalten, sind beispielsweise nicht so umfangreich wie bei einem Kleinkredit. Folgende grundsätzliche Anforderungen solltest Du erfüllen:

Mindestalter von 18 Jahren

monatliches Mindesteinkommen (beginnt oft bei 600 Euro, kann aber abweichen)

Wohnsitz und Girokonto in Deutschland

Zweitens lässt sich der Kredit online schnell und unbürokratisch beantragen, selten müssen Unterlagen per Post versendet werden. Auch eine Expressauszahlung am selben Tag ist möglich, meist jedoch nur gegen eine Zusatzgebühr.

Weitere Vorteile sind zudem:

übersichtliche Kreditkonditionen

kalkulierbare Kreditkosten

Minikredite ermöglichen eine Kreditaufnahme mit Kleinbeträgen ab 100 Euro

Übrigens: Ein Minikredit kann eine gute Alternative für Menschen mit einem mäßigen oder schlechten Bonitäts-Score sein. Wie bei jeder Kreditvergabe in Deutschland wird zwar auch im Rahmen eines Minikredit-Antrags eine SCHUFA-Abfrage vonseiten des Kreditgebers durchgeführt, doch da die Kreditsummen vergleichsweise niedrig sind, sind die Vergabevorschriften der Kreditanbieter weniger streng.

Keine Chancen auf einen Minikredit haben hingegen Verbraucher mit einem “hart” negativen SCHUFA-Eintrag wie:

Zwangsvollstreckungsmaßnahmen

Haftbefehl

Eidesstattliche Versicherungen oder

Insolvenzverfahren

 Kostenfalle Zusatzgebühren

Während Minikredite durch die schnelle Verfügbarkeit und die überschaubaren Grundanforderungen punkten können, sollten sich Antragsteller immer über mögliche weitere Kosten informieren. Neben den Zinssätzen, die sich häufig zwischen 9 Prozent und 13 Prozent bewegen können und damit vergleichbar mit den Zinsen des Dispokredites sind, können auch noch Gebühren anfallen, wenn zusätzliche Serviceoptionen beantragt werden.

Solche Zusatzleistungen können sein:

Expressbearbeitung

Wenn Du eine Expressbearbeitung buchst, wird Dein Antrag mit höherer Priorität bearbeitet. Die Bearbeitung erfolgt dann direkt nach dem Antragseingang und der positiven Entscheidung. Die Zusatzkosten für den Service liegen, je nach Anbieter, zwischen 10 Euro und 30 Euro.

Expressüberweisung / Sofortüberweisung / Blitzüberweisung / 24 Stunden Überweisung

Wenn Du das Geld innerhalb weniger Stunden benötigst, kannst Du die Zusatzleistung Expressüberweisung dazu wählen. Allerdings lassen sich die Minikredit-Anbieter das auch extra vergüten. Der Service schlägt mit 25 Euro bis 50 Euro zu Buche.

Ratenzahlung

Auch wenn ein Minikredit eigentlich binnen 30 Tagen zurückgezahlt werden sollte, bieten manche Anbieter eine Verlängerung auf 60 Tage oder mehr an. Solche 2-Raten-Optionen können schnell teuer werden, die Zusatzkosten liegen bei den Anbietern meist bei 50 Euro.

 Wer vergibt Minikredite?

Minikredite bzw. Kurzzeitkredite werden selten von traditionellen Banken vergeben. Der Grund ist einfach: Mit dem Dispokredit bieten die Banken bereits ein für sie äußerst rentables Produkt zur schnellen Geldbeschaffung durch die Überziehung des Girokontos an. Kleine Kreditsummen von bis zu 1.000 Euro bei Laufzeiten von wenigen Wochen sind daher kaum interessant.

Auf dem Markt haben sich deshalb mittlerweile einige namhafte Anbieter für Minikredite etabliert. Die bekanntesten sind Vexcash, Cashper, ferratum money, die fidor Bank (nur für Bestandskunden) und die Novum Bank.

Wenn Du einen Kurzzeitkredit beantragen willst, kannst Du das bei den oben genannten Anbietern in der Regel online erledigen. Besonders wichtig ist, dass der Kreditgeber bei der Auskunftei eine bonitätsneutrale Konditionsanfrage stellt.

 Verantwortungsbewusste Kreditaufnahme

Auch wenn Minikredite sich für viele Situationen anbieten, sind sie immer mit Vorsicht zu genießen. Durch die Gebühren für die Zusatzleistungen kann der Minikredit schnell sehr teuer werden. Achte auch auf eine transparente Kommunikation der Gebühren und lies Dir unbedingt die Allgemeinen Geschäftsbedingungen durch.

Wenn Du unter chronischer Geldnot leidest, raten wir Dir von einem Minikredit ab. Beantrage einen Minikredit nur, wenn Du ihn auch wirklich pünktlich zurückzahlen kannst. Denk bitte genau darüber nach, ob ein Kredit wirklich Sinn hat und Dir in der aktuellen Lage weiterhilft.

Du solltest keinen Minikredit beantragen, wenn

Du einen anderen Kredit ablösen möchtest,

Du damit Urlaubsreisen finanzieren möchtest,

Du dauerhaft in Geldnot bist oder

Du Schulden bei Freunden oder sonst wo bezahlen willst.

In solchen Situationen hilft oft nur ein genauer Blick auf die eigenen Finanzen. Eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung hilft Dir dabei, Deine finanzielle Lage einzuschätzen und zu verbessern.

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Julia Ptock

hat ihren Master of Arts in Germanistik & Kommunikation- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig gemacht. Jetzt lebt sie ihre Leidenschaft zum Schreiben als Content und PR Managerin bei bonify aus.