Darlehen

Was ist ein Darlehen, welche unterschiedlichen Arten von Darlehen gibt es und was ist der Unterschied zum Kredit?

Veröffentlicht am: 25.03.2021

Darlehen

 Was ist ein Darlehen?

Ein Darlehen ist ein Vertrag im Sinne des Schuldrechtes (Darlehensvertrag), bei dem der Darlehensnehmer vom Darlehensgeber eine Sache oder Geld für einen befristeten Zeitraum übereignet oder zur Nutzung überlässt. Für die Überlassung der Sache oder des Geldes erhält der Darlehensgeber in der Regel eine angemessene Verzinsung, diese ist jedoch nicht vorgeschrieben und kann frei verhandelt werden. Diese Grundlagen für ein Darlehen sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt, genauso wie die Pflichten des Darlehensnehmers und Darlehensgebers.

 Vertragstypische Pflichten beim Darlehensvertrag

Pflichten des Darlehensgebers

Der Darlehensbetrag ist dem Darlehnsnehmer vom Darlehensgeber in voller Höhe zur Verfügung zu stellen. Wird eine Verzinsung ausgehandelt und vereinbart, so dürfen die Zinsen ein allgemein übliches Maß nicht übersteigen. 

Pflichten des Darlehensnehmers

Der Darlehensnehmer ist verpflichtet, einen geschuldeten Zins zu zahlen und bei Fälligkeit das zur Verfügung gestellte Darlehen zurückzuzahlen.

 Unterschied Darlehen und Kredit

Da sich die Bedeutung überschneidet werden die Begriffe Kredit und Darlehen oft synonym verwendet. Es bestehen genau genommen jedoch gewisse Unterschiede, die im BGB definiert sind.

So steht der Begriff Kredit für die Übereignung von Geld für eine kurz- bis mittelfristige Finanzierung (bis fünf Jahre).

Ein Darlehen steht für die Überlassung einer Sache (Sachdarlehen, §§ 607-609 BGB) und die Übereignung von Geld (Gelddarlehen, §§ 488-498 BGB) für einen mittel- bis langfristigen Zeitraum (ab fünf Jahre).

Der Unterschied zwischen Kredit und Darlehen ist also die überlassene Sache und die Dauer der Überlassung. Inoffiziell besteht ein Unterschied bei der Kreditsumme. Durch die kurze Dauer bei einem Kredit ist die Höhe der Geldaufnahme eher gering. Beim Darlehen ist der geliehene Betrag demnach auch höher. Am Ende macht es aber keinen Unterschied, ob man Kredit oder Darlehen sagt. Beide Varianten sind zulässig. 

Vor 2001 basierte ein Darlehen noch auf dem sogenannten Realkontrakt. Damit war ein Darlehen erst dann gültig, wenn die vereinbarte Summe auf dem Konto des Schuldners einging. Ein Kredit galt bereits bei Vertragsunterzeichnung als gültig. Seit Januar 2002 zählt jedoch nur noch der Vertragsabschluss. 

 Darlehensarten und Rückzahlungsmodalitäten 

Je nach Rückzahlungsvereinbarung die Darlehensgeber und Darlehensnehmer getroffen haben, handelt es sich entweder um ein

Tilgungsdarlehen,

Fälligkeitsdarlehen oder

Annuitätendarlehen.

Tilgungsdarlehen

Hier wird über eine feste Laufzeit eine Tilgungsleistung vereinbart. Der Darlehensnehmer zahlt einen Betrag (meist in monatlichen Darlehensraten) zurück. Das besondere, zur fest vereinbarten Tilgungsrate kommen noch die Zinszahlungen hinzu. Diese berechnen sich anhand des noch zu zahlenden Darlehensbetrags und werden damit zum Laufzeitende hin geringer. Dadurch sinkt die Gesamtrate, mit jeder Zahlung.

Fälligkeitsdarlehen (oder auch als endfälliges Darlehen)

Hierbei werden über die gesamte Laufzeit des Darlehens nur Zinsen auf den geliehenen Betrag bezahlt. Die letztendliche Tilgung des Darlehns folgt dann zum Ende der Laufzeit in einer großen Summe. 

Annuitätendarlehens 

Beim Annuitätendarlehen erfolgt die Rückzahlung mit Raten, die über die gesamte Laufzeit gleichbleibend. Die Raten setzen sich hier aus dem Tilgungs- und einem Zinsanteil zusammen. Der Zinsanteil ist zu Beginn der Rückzahlung hoch, der Tilgungsanteil niedrig. Das Verhältnis ändert sich mit den Zahlungen und der Tilgungsanteil ist am Ende der Laufzeit höher als der Zinsanteil.

 Weitere Darlehensarten

Abrufdarlehen: Ein Abrufdarlehen funktioniert wie ein Dispokredit. Die Bank stellt dir einen fest definierten Betrag zur Verfügung, den du abrufen kannst, wenn du ihn benötigst. Dabei kannst du den gesamten Betrag oder nur einen Teil abrufen. Die Zinsen werden nur für den abgerufenen Teil fällig und die Rückzahlung erfolgt in vereinbarten Raten.

Forward-Darlehen: Um einen Finanzierungsbedarf abzudecken, der auf dich zukommen wird, kannst du ein Forward-Darlehen verwenden. Das empfielt sich immer dann, wenn die Zinsen steigen werden. Die Vereinbarung über das Darlehen erfolgt im Voraus (in der Regel bis zu 36 Monate vorher). Die Auszahlung und Zinsbindung sind festgelegt. So kannst du dir die aktuellen Zinsen für später sichern.

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Veröffentlicht am: 20.04.2021