Darlehenszinsen – was kostet das Leihen von Geld?

Darlehenszinsen zählen zu den wichtigsten Faktoren bei der Aufnahme von Krediten. Sie stellen den Preis dar, den der Darlehensnehmer für das geliehene Geld an den Darlehensgeber zu zahlen hat. Der Darlehenszins ist häufig einer der Hauptgründe für oder gegen den Abschluss eines Kreditvertrages.

Veröffentlicht am: 18.05.2021

Darlehenszinsen

 Was ist der Darlehenszins?

Die Darlehenszinsen stellen den Preis der Banken für die Gewährung eines Darlehens dar.

Bei einem Darlehen handelt es sich um die Gewährung eines Kredits einer Kreditinstitution, der etwa für eine Immobilien- bzw. Baufinanzierung oder den Erwerb von Gütern gewährt wird.

Für das Darlehen verlangt der Darlehensgeber, also das Kreditinstitut, monatliche Tilgungen und Zinszahlungen, die meistens in Form einer monatlichen Rate vom Darlehensnehmer bezahlt werden. Der Darlehenszins wird oft auch als Sollzins bezeichnet.

Übrigens: Bis zum Jahr 2010 wurde der Sollzins auch als Nominalzins bezeichnet. Mit der neuen Verbraucherkreditrichtlinie von Juni 2010 hat sich die Bezeichnung Sollzinsen durchgesetzt.

 Geschichte des Darlehenszinses

Im Prinzip existiert der Darlehenszins schon seit Jahrtausenden – bereits 3000 v. Chr. Gab es Zahlungs- und Kreditsysteme, mit denen Bauern bei der Ernte unterstützt wurden. Ein einheitliches Darlehensrecht und damit auch die Vereinheitlichung der Sollzinsen wurde jedoch erst 1900 eingeführt, als in Deutschland das BGB zur gesetzlichen Grundlage für so gut wie alle Lebensbereiche wurde.

 Entwicklung des Darlehenszinses in den letzten Jahren

Aktuell ist das Niveau des Darlehenszinses äußerst niedrig. Eine Entwicklung die von der Entwicklung des Leitzinses abhängig ist. Wer sich aktuell für einen Kredit interessiert, kann von dieser Situation profitieren. 

Seit dem Jahr 2016 liegt der von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegte Leitzins bei 0,00 Prozent. Dadurch konnten die Banken ihre Liquidität verbessern, da sie zu sehr günstigen Konditionen Geld von der Zentralbank erhielten.

Die Folge: Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen die anhaltende Niedrigzinsphase und nehmen Kredite auf, um Immobilien zu kaufen oder zu bauen. Besonders Darlehensnehmer, die Verträge mit langer Zinsbindung abschließen, profitieren.

Jedoch sind die Baufinanzierungszinsen in der letzten Zeit leicht gestiegen, angetrieben vor allem durch die gestiegenen Anleiherenditen am Kapitalmarkt.

 Negativzinsen mit KfW-Förderung

Mit einer Förderung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind Negativzinsen bereits seit Jahren möglich.

So funktioniert's: Zusätzlich zur hauptfinanzierenden Bank holen Darlehensnehmer die KfW ins Boot, teilen ihr Darlehen also auf. In bestimmten Fällen können Kreditnehmer dabei von der KfW einen Tilgungszuschuss erhalten. Durch diesen Tilgungszuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, sinkt der Effektivzins des KfW-Darlehens in den negativen Bereich. Konkret handelt es sich bei den angesprochenen Förderprogrammen um

KfW 151 / 152 – Förderkredit für eine Komplettsanierung oder für einzelne energetische Maßnahmen und

KfW 153 – Förderkredit für den Kauf oder den Bau eines KfW-Effizienzhauses.

 Wovon hängen Darlehenszinsen ab?

Wer einen günstigen Zinssatz haben möchte, sollte wissen, durch welche Faktoren Zinssätze im Kreditgeschäft beeinflusst werden.

Grundsätzlich gilt dabei: Der Darlehenszins stellt in gewisser Weise einen Barometer für das Risiko des Kreditgebers dar. Das heißt, Banken sind nur dann bereit, günstige Zinssätze zu vergeben, wenn das Risiko für sie – also das Risiko eines Zahlungsausfalls – sehr gering ist. Allerdings gibt es noch weitere Faktoren, die den Darlehenszins beeinflussen. Die Höhe des Darlehenszinses hängt ab von:

Die Kreditsumme Bei höheren Kreditsummen wird der Zinssatz in der Regel niedriger angesetzt. Da die Darlehenszinsen immer als Prozentsatz von der Kreditsumme berechnet werden, ergibt sich jedoch bei einer höheren Kreditsumme oft auch eine höhere totale Zinssumme.

Die Laufzeit Je länger die Laufzeit eines Kredits ist, desto höher ist das Risiko für den Kreditgeber, dass es zu einem Zahlungsausfall kommt. Aus diesem Grund steigt mit längerer Laufzeit auch der Darlehenszins.

Der Berufsstand Für eine Bank ist wichtig, dass der Kreditnehmer ein stabiles, sicheres Einkommen hat. Selbstständige, Freiberufler oder Angestellte, deren Einkommen stark von Bonuszahlungen abhängig ist, haben es daher oft schwer, Kredite zu bekommen

Die Bonität Bei so gut wie allen Kreditanfragen wird von der Bank eine SCHUFA-Auskunft eingeholt, um den potenziellen Kreditnehmer zu überprüfen. Je besser der Bonitätsscore des Antragsstellers, desto niedriger der Darlehenszins.

Das frei verfügbare Einkommen Banken überprüfen häufig die Höhe der Ausgaben mit der Höhe des Einkommens des Antragsstellers. Je besser das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben – je mehr Einkommen also frei zur Verfügung steht, desto niedriger der Darlehenszins.

Die Sicherheiten Je mehr Sicherheiten Kreditnehmer der Bank für eventuelle Zahlungsausfälle anbieten können – z. Bsp. Sparguthaben oder Aktien zurückzugreifen – desto geringer der Darlehenszins.

Das Eigenkapital Je mehr Eigenkapital Kreditnehmer einbringen, desto geringer sind in der Regel die Zinssätze, die von Banken berechnet werden.

Der Verwendungszweck Häufig können Darlehenszinsen dadurch reduziert werden, dass ein Verwendungszweck für den Kredit angegeben wird. Wenn die Bank weiß, dass das Darlehen für den Bau einer Immobilie oder den Kauf eines Fahrzeugs genutzt werden soll, hat sie damit entsprechende Sicherheiten. Wenn der Kreditnehmer den Kredit nicht mehr zahlen kann, dient z. Bsp. das gekaufte Fahrzeug als Absicherung für die Bank.

 Wie können Darlehenszinsen richtig berechnet werden?

Wenn von Darlehenszinsen gesprochen wird, so sind damit im Regelfall die Sollzinsen gemeint. Bei der Vergabe von Darlehen fallen jedoch zusätzliche Bearbeitungsgebühren und weitere Kosten an. Aus diesem Grund ist der reine Sollzins für Kunden nicht aussagekräftig genug – er gibt nicht die tatsächlichen Kosten eines Kredits an, sondern ausschließlich das Entgelt für die Überlassung des Kapitals. Deswegen ist bei der Vergabe von Darlehen die Angabe des Effektivzinses gesetzlich vorgeschrieben.

Wer berechnen möchte, wie hoch die Darlehenszinsen/Sollzinsen und Effektivzinsen sind, kann dies mit folgenden Formeln tun:

 Berechnung der Sollzinsen/der Darlehenszinsen:

Kreditbetrag x Sollzinssatz / 100 x Laufzeit = Sollzinsen

Beispiel: Kreditbetrag 20.000 €; Sollzinssatz 2,50 %; Laufzeit 5 Jahre

20.000 x 2,50 / 100 x 5 = 2.500 €

 Berechnung des effektiven Jahreszinses (einfach):

Sollzinsen + Gebühren + sonstige Kosten = Zinskosten

Beispiel: Sollzinsen 2.500 €; Gebühren 200 €; Sonstige Kosten 150 €

2.500 + 200 + 150 = 2.850 Euro

 Berechnung des effektiven Jahreszinses in Prozent:

[Zinskosten x 100] / [Kreditbetrag x Laufzeit in Jahren] = Effektiver Jahreszinssatz in Prozent

Beispiel: [2.850 x 100] / [20.000 x 5] = 2,85 % p.a.

 Darlehenszinsen von der Steuer absetzen – so geht's

Wer ein Darlehen aufnimmt, kann dies teilweise in der Steuererklärung geltend machen, wenn das Darlehen in Zusammenhang mit erzielten Einkünften steht. Die Kredittilgung können Steuerpflichtige zwar nicht von der Steuer absetzen, sehr wohl aber ihre Zinszahlungen. Die zusätzlichen Belastungen durch Zinsen im Rahmen der Geldbeschaffung fallen steuerlich nämlich unter die sogenannten Betriebs- oder Werbungskosten. In einem solchen Fall können gezahlte Darlehenszinsen in der Steuererklärung geltend gemacht werden und die Steuerlast des Kreditnehmers senken.

Einige Fälle, bei denen Darlehenszinsen die Steuer senken können, sind folgende:

Werbungskosten beim Erwerb einer Immobilie: Wird ein Immobilienkredit für eine vermietete Immobilie aufgenommen bzw. für den Bau einer Immobilie, die vermietet werden soll, kann der Kreditnehmer die Zinssumme in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen.  Bewohnt der Kreditnehmer einen Teil der Immobilie selbst, reduziert sich der von der Steuer absetzbare Teil entsprechend auf den Anteil der an Dritte vermieteten Wohnfläche.

Investitionen für berufliche Zwecke: Investieren Selbstständige oder Freiberufler aber zum Teil auch Auszubildende in beruflich notwendige Arbeitsmittel oder in Bildung und nutzen dafür ein Darlehen, können auch diese Darlehenszinsen steuerlich abgesetzt werden.

 Mit einer Umschuldung von Topzinsen profitieren

Vor allem in Niedrigzinsphasen, wie wir sie aktuell erleben, kann es sich lohnen, ältere Kredite durch neue günstigere mit niedrigeren Zinsen abzulösen. Die Chancen stehen gut, durch eine Umschuldung von besseren Konditionen zu profitieren. Dafür müssen Kreditnehmer einfach für die noch offene Kreditsumme aktuelle Angebote einholen. Vergleichsrechner wie der  bonify Finanzvergleich sind nützliche Hilfsmittel, um die möglichen Ersparnisse auszurechnen und verschiedene Angebote gegenüberzustellen. Einfach als Verwendungszweck “Umschuldung” angeben und der Rechner erledigt den Rest.

 Darlehenszinsen sparen durch Kreditvergleich

Um ein Darlehen mit den besten Konditionen und zu möglichst günstigen Zinsen zu finden, eignen sich spezielle Kredit- und Finanzvergleiche. Dank dieser Angebote können Interessenten jederzeit bequem von zu Hause aus auch außerhalb der Öffnungszeiten von Bankfilialen aus unzähligen Kreditangeboten schnell das passende Darlehen für die individuellen Bedürfnisse, Gegebenheiten und Wünsche suchen.

Mit wenigen Klicks und ein paar Angaben zur Person, zur Kredithöhe, der Laufzeit und dem Verwendungszweck können Angebote gezielt herausgefiltert werden. Schon erhalten Interessenten eine nach der Höhe der Zinsen sortierte Liste der infrage kommenden Angebote. Mit dem kostenlosen Kreditvergleich von bonify sind für die Suche nach dem idealen Kreditangebot nur wenige Schritte nötig:

Die Gewünschte Kreditsumme eingeben,

gewünschte Laufzeit auswählen,

den Verwendungszweck auswählen,

Angebotsliste prüfen,

Angebot auswählen und

Innerhalb weniger Minuten den Kreditantrag beim Anbieter stellen!

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Veröffentlicht am: 20.05.2021