Kreditzinsen – Geld leihen kostet Geld.

Wenn du dir Geld leihst, wird der Kreditgeber von dir verlangen, dass du die Kreditsumme im Laufe der Zeit zurückzahlst. Aber das ist noch nicht alles.  Banken erwarten, dass sie für ihre Dienste und das Risiko, das sie eingehen, wenn sie Geld verleihen, bezahlt werden.

Veröffentlicht am: 18.05.2021

Kreditzinsen

Das bedeutet, dass du nicht nur das geliehene Geld zurückzahlen wirst. Du schuldest der Bank den Kreditbetrag plus eine zusätzliche Summe, die Zinsen. Aber was genau sind Zinsen? Nun, im Wesentlichen sind Zinsen eine Gebühr, die du dafür bezahlst, dass du das Geld eines anderen (normalerweise der Bank) verwendest. Auf diese Weise machen die Kreditgeber Profit mit der Vergabe von Krediten - schließlich sind diese nicht aus Herzensgüte im Kreditgeschäft tätig.

 Was sind Kreditzinsen?

Zinsen sind der Preis, den Kreditnehmer zahlen, um sich Geld von jemand anderem zu leihen. Wenn jemand einen Privatkredit in Höhe von 20.000 € aufnimmt, muss er in den nächsten Jahren nicht 20.000 €, sondern eher 23.000 € an den Kreditgeber zahlen. Diese zusätzlichen 3.000 € in unserem Beispiel sind die Zinsen.

Bei den Zinsen handelt es sich um Geld, das zusätzlich zum ursprünglichen Kreditsaldo oder zur Einlage zurückgezahlt werden muss. Um es anders auszudrücken, beantworten wir die folgende Frage: Was kostet es, sich Geld zu leihen? Na klar: Mehr Geld.

Wenn Kreditnehmer den Kredit im Laufe der Zeit zurückzahlen, geht in der Regel ein Teil jeder Zahlung in die Tilgung und ein anderer Teil in die Zinskosten.

 Wovon hängen Kreditzinsen ab?

Die Höhe der Kreditzinsen hängt von Faktoren wie der persönlichen Vorgeschichte mit der Bank, dem Einkommen bzw. dem Arbeitsverhältnis, der Kredithöhe, den Kreditbedingungen und der aktuellen Höhe der Schulden sowie der persönlichen Bonität ab. Aber noch weitere Faktoren spielen eine wichtige Rolle für die Festlegung des Zinssatzes im Zusammenhang mit Krediten:

Der Leitzins: Die Europäische Zentralbank (EZB) legt den sogenannten Leitzins fest, welcher als Orientierung für den Kreditzins gilt Je niedriger der Leitzins, desto niedriger sind in der Regel auch die Zinsen für ein Darlehen von einer Bank.

Die Laufzeit: Je länger ein Kredit läuft, desto höher ist das Risiko für den Kreditgeber, da sich während einer langen Laufzeit beispielsweise die finanzielle Situation des Darlehensnehmers verschlechtern könnte. Dieses wird von der Bank eingepreist: Deswegen steigen mit einer längeren Laufzeit auch die Zinsen. Eine kurze Laufzeit kann umgekehrt zu einem niedrigeren Zinssatz führen.

Der Verwendungszweck: Es gibt sowohl frei verwendbare als auch zweckgebundene Kredite. Zweckgebundene Darlehen werden häufig mit einem niedrigeren Zinssatz belohnt, da sich Banken durch den Verwendungszweck mehr Sicherheiten und ein geringeres Ausfallrisiko versprechen. Bei einem Autokredit kann beispielsweise das finanzierte Fahrzeug als Sicherheit dienen.

Die Kreditart: Auch die Kreditart ist ein wichtiger Faktor. Ein langfristiges Darlehen, wie eine Baufinanzierung unterscheidet sich beim Zinssatz beispielsweise stark vom Dispositionskredit eines Girokontos.

Bonität: Die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers ist ein wichtiger Faktor hinsichtlich des Zinssatzes. Banken führen in diesem Zusammenhang oftmals eine SCHUFA-Abfrage durch. Grundsätzlich gilt: Je besser die Bonität eines potenziellen Kreditnehmers, desto niedriger der Zinssatz.

 Wie kann man mit einem Kreditvergleich am besten Kreditzinsen sparen?

Um den passenden Kredit mit den besten Zinsen unter den unzähligen Kreditangeboten zu finden, eignen sich insbesondere spezielle Kreditvergleiche. Qualitative Kreditvergleiche filtern aus einer großen Anzahl von Kreditangeboten schnell passende Produkte für den einzelnen Kreditnehmer heraus. Mit dem kostenfreien Kreditvergleich von bonify finden Interessenten den passenden Kredit schon mit ein paar Klicks.

 Mit bonify in 3 Schritten zum passenden Kredit

1. Daten eingeben und vergleichen

Kreditnehmer müssen nur 3 Dinge kennen, um passende Kredite vergleichen zu können. Den gewünschten Kreditbetrag, die gewünschte Laufzeit und die Verwendung für den Kredit. Schon erstellt der Vergleichsrechner eine Liste mit passenden Angeboten!

2. Angebot auswählen

Aus der Liste mit passenden Angeboten können Kreditnehmer nun den Kredit auswählen, der am besten zu den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen passt.

3. Geld erhalten

Sobald das passende Angebot ausgewählt wurde, kann innerhalb weniger Minuten bei dem Kreditgeber die Auszahlung beantragt werden. Dafür wird die Bank nach einer Bestätigung der persönlichen Daten und einigen Dokumenten fragen. All diese Zwischenschritte können mittlerweile auch bequem online ausgeführt werden. Sobald der Kreditgeber die Daten bestätigt hat, wird er die Kreditsumme schnellstmöglich überweisen.

 Welcher Zins bedeutet was?

Im Zusammenhang mit dem Kreditzins tauchen immer wieder verschiedene Arten und Begriffe von Zinsen auf:

Leitzins

Der Leitzins wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegt: Dieser Zinssatz kommt bei Geschäften zwischen Zentralbank und den dazugehörigen Geschäftsbanken zum Einsatz und dient als Orientierung für andere Zinssätze.

Sollzins

Diesen Zinssatz zahlen Kreditnehmer für Darlehen an den Kreditgeber – er wurde früher auch als Nominalzins bezeichnet.

Habenzins

Diesen Zinssatz zahlen die Banken an die Sparer – der Habenzinssatz liegt meist unter dem Sollzins.

Realzins

Beim Realzins wird vom reinen Zinssatz zusätzlich die Inflationsrate abgezogen.

Effektivzins

Im Gegensatz zum Nominalzinssatz wird beim Effektivzins nicht nur der Sollzins bedacht, sondern auch weitere Faktoren wie beispielsweise Bearbeitungsgebühren. Er enthält also die tatsächlichen gesamten Kreditkosten. Kreditinstitute sind durch die Verbraucherkreditrichtlinie der Europäischen Union (EU) dazu verpflichtet, den Effektivzins im jeweiligen Kreditangebot explizit zu nennen. Dies soll Verbrauchern einen besseren Vergleich der tatsächlichen Kosten ermöglichen.

Strafzins

Beim Strafzins erhält der Sparer im Gegensatz zum Habenzins keine Zinsen, sondern muss für seine Anlagen diesen Zinssatz an die Bank bezahlen. Gerade in Niedrigzinsphasen wird dieser Zins häufig fällig.

Überziehungszins

Wird ein Konto oder ein festgelegter Kreditrahmen überzogen, werden dafür Überziehungszinsen fällig. Wer beispielsweise sein Girokonto überzieht und in den Dispositionskredit rutscht, zahlt dafür Dispozinsen, die in der Regel deutlich teurer sind als andere Zinssätze.

Zinseszins

Die Zinsen auf einen Kredit oder eine Geldanlage werden unter Umständen im nächsten Zinsintervall erneut verzinst, wodurch die Kapitalsumme exponentiell steigt.

Negativzins

Ein niedriger Leitzins kann auch einen positiven Effekt auf Kreditzinsen haben. Bei außerordentlicher Bonität des Kreditnehmers kann der Kreditzins bei manchen Banken in diesem Zusammenhang sogar in den negativen Bereich fallen.

Kapitalmarktzins

Insbesondere für langfristige Darlehen wird zum Teil der Kapitalmarktzins genutzt. Dabei dienen die Renditen von festverzinsten Wertpapieren zur Orientierung.

Zinsen auf Sachkapital

Beim Verleihen von Immobilien wird dieser Zins auch Mietzins genannt. Hierbei werden bestimmte Objekte für eine befristete Zeit gegen Entgelt überlassen – dieses Entgelt nennt man Zinsen auf Sachkapital.

Was bedeuten die verschiedenen Zinsen bei Krediten

 Wie werden Kreditzinsen berechnet?

Für die Berechnung der tatsächlich zu zahlenden Kreditzinsen muss mit dem effektiven Jahreszins kalkuliert werden, der neben dem Sollzins auch alle weiteren Kosten und Gebühren für den Kredit enthält.

Für die Berechnung der reinen Kreditzinsen reicht eine einfache Formel:

Kreditsumme × Zinssatz = Kreditzins

Wenn zum Beispiel eine Person eine Hypothek in Höhe von 300.000 € bei der Bank aufnimmt und der Zinssatz für das Darlehen 15 % beträgt, folgt daraus diese Gleichung:

300.000 € x 0,15 = 45.000 €

Die Person, die diese zugegebenermaßen sehr teure Hypothek aufgenommen hat, wird am Ende des Jahres 45.000 € an Zinsen zahlen müssen, vorausgesetzt, es war nur ein einjähriger Kreditvertrag. Sollte der Kredit, wie in den meisten Fällen üblich, über mehrere Jahre laufen, wird für das folgende Jahr für den verbleibenden Kreditbetrag (=Restschuld) der zu zahlende Kreditzins nach Abzug aller bereits gezahlten Tilgungsraten erneut berechnet.

Ist der Kreditbetrag nach 12 monatlichen Tilgungsraten von 2000 Euro um 24.000 Euro niedriger, wird nun nach der gleichen Formel für 276.000 Euro gerechnet.

276.000 € x 0,15 = 41.400 €

Die Kreditzinsen für das folgende Jahr betragen dann insgesamt 41.400 Euro. Die Zinsbelastung sinkt, je weiter die Tilgung voranschreitet. Aus diesem Grund sind Sondertilgungen bei Kreditnehmern häufig gefragt.

 Günstige Zinsen erhalten und Kredit aufnehmen

Die wahren Kosten für einen Kredit oder eine Kreditkarte herauszufinden, kann schwierig erscheinen. Aber Kreditnehmer, können einen Finanzvergleich im Internet verwenden, der ihnen hilft, die Kosten für ihr Darlehen zu berechnen.

Wenn es um Kreditkarten und andere Kredite geht, sollten Kreditnehmer immer daran denken, dass sie durch eine schnellere Tilgung eine Menge Geld an Zinsgebühren sparen können. Außerdem lassen sich durch einen Kreditvergleich teils hohe Zinseinsparungen erreichen. Dabei gilt: Potenzielle Kreditnehmer sollten immer den Effektivzinssatz der Kredite miteinander vergleichen, um nicht über versteckte Gebühren zu stolpern.

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Veröffentlicht am: 18.05.2021